TEILEN
Vertreter der Partnerkommunen der Hochwasserpartnerschaft Hase, der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N. sowie des Ingenieur- und Planungsbüros vor dem Verbandsgebäude der Hase-Wasseracht.
Bild

MEPPEN. Am 05.02.2018 hatte die Hochwasserpartnerschaft Hase in das Verbandsgebäude der Hase-Wasseracht zu einer Informations- und Pressekonferenz geladen, um über den aktuellen Stand der Partnerschaft und des Projektes „Erarbeitung eines einzugsgebietsbezogenen Hochwasserschutzkonzeptes für das Einzugsgebiet der Hase“ zu berichten.

Frau Dr. Flasche, Geschäftsführerin der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N., begrüßte die Anwesenden. Sie spannte den Bogen von der Landtagsentschließung vom 15.01.2014, indem der Landtag die Landesregierung auffordert, interkommunale Zusammenarbeit beim Hochwasserschutz vergleichbar dem „integrierten Hochwasserschutzkonzept Nördliches Harzvorland“ zu fördern und in anderen Flusseinzugsgebieten zu etablieren.

Bild

In der Folge wurde zum 01.01.2016 das Projekt „Kommunale InfoBörse Hochwasservorsorge“ bei der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N. mit finanzieller Unterstützung des niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie und Klimaschutz ins Leben gerufen. Eine wesentliche Aufgabe dieses Projektes (www.uan.de) ist die Bildung und Arbeit von Hochwasserpartnerschaften in Niedersachsen zu unterstützen. Dies konnte inzwischen mit den Hochwasserpartnerschaften an der Hase, Aller und oberen Ilmenau in die Tat umgesetzt werden.

Dass Hochwasserpartnerschaften ein nach wie vor hochaktuelles und zukunftsweisendes Instrumentarium sind, um den Hochwasserschutz zielführend und effizient zu gestalten, zeigte auch die letzte Plenarsitzung des niedersächsischen Landtags vom 24. Januar 2018. Dort stellte Umweltminister Lies fest, dass Hochwasserpartnerschaften gestärkt und weiter ausgebaut werden müssen, denn es geht nur gemeinsam von Ober- und Unterliegern. Weitere zukunftsweisende Aspekte sind landesweit Retentionspotentiale zum Wasserrückhalt zu ermitteln und Klimafolgenänderungen angemessen bei der Bemessung von Hochwasserschutzmaßnahmen zu berücksichtigen.

Gerade vor dem Hintergrund, dass es keinen 100%gen Schutz vor Hochwasser gibt, ist die von vielen Akteuren getragene Hochwasservorsorge so wichtig. Hierfür ist wiederum eine Hochwasserpartnerschaft eine sehr geeignete Ausgangsbasis, um die Hochwasservorsorge gemeinsam zu organisieren und zielgerichtet umzusetzen. Damit stellte Frau Dr. Flasche abschließend fest, haben die im Einzugsgebiet der Hase liegenden Kommunen mit der Gründung der Hochwasserpartnerschaft einen guten und zukunftsweisenden Weg eingeschlagen, um ihren Hochwasserschutz kooperativ, integrativ und effizient zu gestalten.

Herr Müller, Baudezernent der Stadt Meppen, führte in seiner Eigenschaft als Maßnahmenträger des ersten gemeinsamen Projektes der Hochwasserpartnerschaft Hase den Anwesenden die Stationen der gemeinsamen Arbeit in der Hochwasservorsorge vor Augen und beleuchtete auch kurz die grundlegende Ausrichtung des Konzeptes.
Bereits im Jahr 2015 gab es erste Vorüberlegungen zu einer überregionalen Hochwasservorsorge, die Gründung der Hochwasserpartnerschaft Hase erfolgte im Frühsommer 2016, derzeit gehören ihr 32 (Samt-) Gemeinden und Städte aus dem Einzugsgebiet an. Noch im gleichen Sommer wurden die Antragsunterlagen für Fördermittel für die „Erarbeitung eines einzugsgebietsbezogenen Hochwasserschutzkonzeptes für das Einzugsgebiet der Hase“ erarbeitet und mit der Förderzusage für dieses erste gemeinsame Projekt der Hochwasserpartnerschaft Hase ein Vergabeverfahren durchgeführt. Für die Erarbeitung wurde die Planungsgemeinschaft Sönnichsen&Partner aus Minden sowie das UIH Ingenieur- und Planungsbüro aus Höxter engagiert.

Das Konzept trägt dem Gedanken der überregionalen Hochwasservorsorge Rechnung und soll neue kooperative und integrative Wege gehen: Nicht die lokale Hochwasserproblematik steht im Fokus der Planung sondern das gesamte Einzugsgebiet. Es geht nicht allein um das Bauen von Deichen und technischen Hochwasserschutz sondern um einen integrativen Ansatz in Synergie mit den Belangen des Umwelt- und Naturschutzes, der Landschaftspflege, Gewässerentwicklung und Naherholung. Nicht erst den ausufernden Fluten gilt das Interesse sondern bereits dem Entstehungsort des Hochwassergeschehens, dem allerorten abfließenden Wasser, das in der Fläche zurückzuhalten ist. Nicht allein die Eindämmung abfließenden Wassers und schnellstmögliche Ableitung ist das Ziel, sondern es sollte darum gehen, der Hase und den zuleitenden Gewässern mehr Raum zu geben, so dass Niederschläge sich zunächst dezentral ausbreiten, um dann schadlos abfließen zu können.
Im Frühjahr 2017 fanden die Auftaktinformationsveranstaltungen, bei denen die Hochwasserpartner, die Träger öffentlicher Belange und sonstigen Akteure im Einzugsgebiet über das Projekt informiert wurden, statt.

Das Projekt wird gemeinsam von den Partnern der Hochwasserpartnerschaft Hase getragen und erhält eine 80%-Bezuschussung des Landes Niedersachsen unter finanzieller Beteiligung der EU aus dem Europäischen Landwirtschaftsfond zur Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER). Beratend unterstützt wird die Hochwasserpartnerschaft Hase von der Kommunalen Umwelt-AktioN U.A.N. sowie vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).

Herr Weinert vom Ingenieurbüro Sönnichsen&Partner stellte im Anschluss für die Arbeitsgemeinschaft Ingenieurbüro Sönnichsen&Partner/ UIH Ingenieur- und Planungsbüro den Stand der Erarbeitung des Hochwasserschutzkonzeptes vor. Die intensive Datenauswertung, eine Bereisung des Einzugsgebietes und der persönliche Austausch mit den Partnerkommunen bilden die Grundlage für die Konzepterarbeitung. Neben den Möglichkeiten zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in den einzelnen Kommunen liegt ein besonderes Augenmerk in diesem Konzept auf den dezentralen Möglichkeiten zur Verminderung von Wasserabfluss und zur Retention von Hochwasser.

Die Möglichkeit zu Fragen wurde gerne wahrgenommen und es entspann sich eine rege Diskussion zu einzelnen Aspekten der Hochwasservorsorge insbesondere zu Nutzen und Möglichkeiten eines Retentionskatasters.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here