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Lingen

CORONA – Hätte die Politik anders handeln können?

Matthias Brüning

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Drei Corona-Testzentren wurden im März 2020 im Emsland errichtet (Foto: Matthias Brüning)

Die Folgen der Corona-Maßnahmen sind verheerend. Das weiß mittlerweile jeder. Ganzheitlich betrachtet muss man sich natürlich die Frage stellen, ob die Politik anders hätte handeln können? Hat man zu wenige Experten zu Rate gezogen? Wäre es besser gewesen sich unterschiedliche Meinungen einzuholen? Die Krankenhaussituationen sprechen ein klares Bild. Auch jetzt. Wo sind die „Patienten“ bei den aktuell steigenden Infiziertenzahlen?

„Wir haben für die vergangenen Monate einen spürbaren Rückgang der Patientenzahlen in den Notaufnahmen konstatiert. Zudem waren die dortigen Patienten schwerer erkrankt als sonst üblich,“ bestätigte Georg Baum, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) in einem Interview.

So gab es auch einen deutlichen Rückgang der Auslastung im März und April.

Laut dem Bericht der NOZ vom 25.08.2020 wurden in großen Krankenhäusern (über 1000 Betten) 27 Prozent weniger Fälle auf Intensivstationen gezählt, auf Normalstationen sogar 37 Prozent weniger. Durch die Medien gingen zu der Zeit jedoch ganz andere Bilder. So wurde den Menschen vielfach eine Situation suggeriert, die in Wirklichkeit so gar nicht stattgefunden hat. Überall wurde medial sogar Beifall geklatscht für das überarbeitete Pflegepersonal und auch eine bessere Bezahlung und bessere Arbeitsbedingungen waren gefordert worden. (Was bislang aus alledem geworden ist, wissen sie selber).

Die Wahrheit sah anders aus. Das Pflegepersonal wurde nach Hause geschickt (Kurzarbeit), weil es auf den Stationen nichts für sie zu tun gab. Rund ein Drittel weniger Patienten, laut einer Krankenhausstudie 2020 der Unternehmensberatung Roland Berger, ist die Realität gewesen.

Laut DKG-Chef Baum kommen weniger Menschen wegen eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls in die Klinik. Diese sinkenden Fallzahlen bereiten Experten Sorgen, denn sie gehen davon aus, dass Menschen trotz starker Beschwerden nicht ins Krankenhaus gehen. Die deutsche Krebshilfe meldet 50 000 verschobene Krebsoperationen innerhalb von drei Monaten, basierend auf einer internationalen Studie von Wissenschaftlern der Universität Birmingham in England.

Befürchtet wird nun, dass durch die verschobenen Operationen und fehlenden Patienten eine Bugwelle von aufgestauten Fällen auftritt. „Wenn das Vermeidungsverhalten anhält, könnte die Zahl komplizierter OPs weiter ansteigen. Auch zu spät diagnostizierte Krankheiten könnten mittelfristig zu Problemen führen,“ führt Baum in der NOZ aus.

Wer ernsthaft erkrankt, kann heute ohne Sorge zum Arzt oder ins Krankenhaus gehen und sollte das auch unbedingt tun. Die Wege für potenzielle Covid-19-Patienten und die anderen Patienten sind strikt getrennt. Die Hygienemaßnahmen sind eingespielt und geschult.“

Die steigende Zahl von Corona-Infektionen ist weder für die Deutsche Krankenhausgesellschaft, noch für den Ärztepräsidenten ein Grund, jetzt sofort zurück in den Krisenmodus zu schalten. Das wäre erst nötig, „wenn wir uns wieder einem Infektionsgeschehen nähern, wie wir es im März oder April hatten,“ so Reinhardt. Laut DKG-Geschäftsführer Baum steht fest, dass „die Versorgung hilfsbedürftiger Patienten in den Kliniken zu keinem Zeitpunkt gefährdet war oder ist“, kann man ebenfalls dem Bericht der NOZ entnehmen.

Bei der aktuell steigenden Zahl von Corona-Infektionen wird seitens der Gesundheitsbehörden nicht mit angegeben, ob die „Patienten“ tatsächlich auch erkrankt sind. Es wird lediglich die Zahl angegeben, bei denen der sog. PCR-Test positiv angeschlagen hat. Auch die „Falsch-Positiv“-Quote wird nicht berücksichtigt. Wenn man hier von dem kleinsten Wert (0,6% falsch positiv) ausgeht, hat man bei 500.000 Tests ca. 3.000 (!) falsch positive Befunde. Das sind in etwa die bundesweit aktuellen „Infizierten-Zahlen“ die seitens der Behörden bekannt gegeben werden.

Ist ein Großteil der veröffentlichten Zahlen vielleicht falsch? Beruhen die Entscheidungen, die von der Politik getroffen werden, auf falsche Tatsachen, die verheerende Folgen für Mensch und Wirtschaft haben? Werden positiv getestete Menschen „zur Kontrolle, bzw. zur Sicherheit“ ein zweites Mal getestet, ob sie wirklich infiziert sind?

Fragen über Fragen. Dies wäre aber sehr wichtig zu wissen. Wir haben die letzte Frage am 18.08.2020 um 18.21 Uhr, zusammen mit 5 weiteren Fragen, per Email an die Pressestelle des Landkreis Emsland, mit der Bitte um zeitnahe Beantwortung, gesendet. Eine Antwort kam bis heute (26.08.2020 um 14:00 Uhr) nicht bei uns an. Wir warten noch ein paar Tage ab und berichten dann natürlich nachträglich über die Situation.

NACHTRAG: Die Pressestelle des Landkreis Emsland hat am 27.08.2020 unsere Fragen beantwortet. Ihr könnt sie HIER NACHLESEN

"Rasender Reporter" für das mittlere Emsland. Aber auch mal im Bereich Papenburg oder Lingen anzutreffen. Mitglied im Bundesverband Deutscher Pressefotografen. Chefredakteur unserer Redaktion in Meppen.

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