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75. Jahrestag der Alliierten-Landung in der Normandie

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150.000 Soldaten der Alliierten landeten am 6. Juni 1944, dem D-Day, an den Stränden der Normandie. Bis Ende Juli 1944 werden es 1,5 Millionen alliierte Soldaten sein, die in der Normandie landen und gegen eine halbe Million deutsche Soldaten kämpfen. Die Bilanz am Abend der Landung: Gut 12.000 Opfer, auf beiden Seiten.

Am heutigen Tag, vor genau 75 Jahren, begann während des Zweiten Weltkrieges die Landung alliierter Truppen in der Normandie und damit die lang geplante Eröffnung einer Westfront der Anti-Hitler-Koalition.

Es ist grau und kalt, von Sommer keine Spur: Als die rund 150.000 US-amerikanischen, britischen und kanadischen Soldaten im Morgengrauen des 6. Juni 1944 in ihren Landungsbooten auf die Küste der Normandie zusteuern, haben sie bereits eine stürmische Überfahrt hinter sich. Vor ihnen liegt die Küste Frankreichs – und Hitlers Atlantikwall. Die deutschen Truppen haben die Küste zum Ärmelkanal zu einer nahezu uneinnehmbaren Festung gemacht, gesichert durch tausende von Minen, Stacheldraht und Spanische Reiter – Panzersperren aus Stahl.
In Bunkern versteckte Maschinengewehrposten sind bereit, auf alles zu schießen, dass sich vom Meer her der Küste nähert.

Foto: Matthias Brüning

Mehr als 3.100 Landungsboote, 1.000 Kriegsschiffe und 7.500 Flugzeuge starten in der Nacht über den Ärmelkanal. Drei US-Infanteriedivisionen steuern dabei den westlichen Teil der Landezone an, ihre Ziele tragen die Codenamen Utah- und Omaha-Beach. Nach Osten hin schließen sich die Landezonen Gold, Juno und Sword an, Ziel zweier britischer und einer kanadischen Division. Gegen 05:00 Uhr morgens beginnen die alliierten Kriegsschiffe und Bomber, die Stellungen der Deutschen zu beschießen, kurz darauf öffnen die Landungsboote ihre Klappen und die Soldaten stürmen durch teilweise brusttiefes Wasser an die Strände.

Der Strand von Omaha Beach 75 Jahre nach der Landung der Alliierten (Foto: Matthias Brüning)

Verwirrung und Chaos auf deutscher Seite

Auf Seiten der deutschen Heeresführung herrscht zu diesem Zeitpunkt noch Unwissen oder Verwirrung. Denn Hitler rechnete zwar mit einer Offensive an der französischen Küste, erwartete sie aber an der schmalsten Stelle des Ärmelkanals bei Calais. Als die ersten Nachrichten eines Angriffs in der Normandie eintrafen, hielt er dies daher für ein Ablenkungsmanöver der Alliierten. Generalfeldmarschall Rommel, der für die deutschen Divisionen in diesem Gebiet zuständig war, hatte ausgerechnet an diesem Tag Heimaturlaub, viele weitere Kommandeure waren in Paris – aufgrund des schlechten Wetters rechnete niemand zu diesem Zeitpunkt und an dieser Stelle mit dem Angriff.

Der Strand von Omaha Beach im Jahre 2019 (Foto: Matthias Brüning)

Den Alliierten kommt das Chaos auf deutscher Seite zugute: Die Landung am „D-Day“ ist ein Erfolg – allerdings mit blutigem Preis. Tausende Soldaten sterben an den Stränden der Normandie im Gewehrfeuer, durch Minen oder ertrinken. Dennoch haben die alliierten Truppen es geschafft, bis zum Abend des 6. Juni stellenweise fast zehn Kilometer weit ins Landesinnere vorzustoßen. Die Briten haben die Stadt Caen erobert. Mehr als 150.000 alliierte Soldaten befinden sich nun auf französischem Boden. Der erste Schritt, die Landung in der Normandie ist geglückt.

150 Meter vom Strand entfernt. An dieser Stelle wurden die ersten gefallenen amerikanischen Soldaten des 2. Weltkrieges beerdigt. Später wurden sie auf den großen amerikanischen Soldatenfriedhof umgebettet (Foto: Matthias Brüning)

Doch die Hoffnung Churchills und Roosevelts, die Deutschen so zu überrennen, dass ein schneller Durchmarsch bis ins Innere Frankreichs möglich ist, erfüllt sich nicht. Zwar haben die Alliierten bis zum 12. Juni das von ihnen besetzte Gebiet bis auf 100 Kilometer Breite und rund 30 Kilometer Tiefe ausgedehnt und die einzelnen Brückenköpfe miteinander verbunden. Inzwischen sind mehr als 300.000 Soldaten und über 50.000 Fahrzeuge angelandet worden. Den endgültigen Durchbruch erzielen die Alliierten aber erst fast zwei Monate später, als sie am 31. Juli die deutsche Front bei Avranches durchbrechen. Dennoch: Die Landung in der Normandie am 6. Juni 1944 war einer der Wendepunkte des Zweiten Weltkriegs – der Anfang vom Ende des Hitlerreichs.

Auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof in Colleville-sur-Mer liegen 9.387 US-Soldaten, die bei der Schlacht in der Normandie gefallen sind (Foto: Matthias Brüning)

Der Landungsstrand Omaha Beach im Jahr 2019 (Foto: Matthias Brüning)

Auf dem deutschen Soldatenfriedhof wurden etwa 21.000 gefallene deutsche Soldaten beerdigt (Foto: Matthias Brüning)

Die Bunkerstellungen des Atlantikwalls von 1944 im Jahr 2019 (Foto: Matthias Brüning)

Das Durchschnittsalter der deutschen gefallenen Soldaten lag zwischen 18 bis 25 Jahren (Foto: Matthias Brüning)

Wenn man selber an solchen Orten, den original Schauplätzen solcher Schlachten gewesen ist, und die Eindrücke auf sich einwirken lässt, sei es an den Landungsstränden, in den Bunkern oder schlussendlich auf den Friedhöfen, wo tausende junger Soldaten begraben liegen, die für eine völlig falsche Ideoligie gestorben sind, dann kommt man nur zu einem Schluss: So etwas darf nie wieder passieren!

Quellen: wissen.de, Wikipedia, Matthias Brüning
Fotos: Matthias Brüning

"Rasender Reporter" im mittleren Emsland. Aber auch mal im Bereich Papenburg oder Lingen anzutreffen. Mitglied im Bundesverband Deutscher Pressefotografen. Chefredakteur unserer Redaktion in Meppen.

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