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Meppen

Die Arbeit des Bergepanzers der WTD91

Matthias Brüning

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Seit über 32 Jahren bewegt Rainer Husmann die Panzer auf dem Gelände der WTD 91 (Foto: WTD91)

Meppen. Wer mit seinem Auto liegen bleibt, weiß ohne zu überlegen was zu tun ist. Ein Anruf beim Allgemeinen Deutschen Automobilclub oder dem Abschleppunternehmen seines bzw. ihres Vertrauens – und schon rollt Hilfe. Aber was tun, wenn es sich bei dem liegengebliebenen Fahrzeug um einen tonnenschweren Panzer handelt?

Rainer Husmann weiß Rat. Seit über 32 Jahren bewegt er die Panzer auf dem Gelände der WTD 91. „Wenn Panzer oder andere schwere Maschinen defekt sind und aus eigenem Antrieb ihre Position nicht verlassen können kommen sogenannte Bergepanzer zum Einsatz“ erklärt Husmann.

Die WTD 91 nutzt zum Bergen und Schleppen den Bergepanzer 2A2 EHS. Er ist auf Basis des Kampfpanzers Leopard 1 gebaut und mit elektrohydraulischer Steuerung ausgestattet. Sein Vorgängermodell wurde im Auftrag des Bundesamts für Wehrtechnik und Beschaffung seit 1963 von der Firma Porsche entwickelt. Das gepanzerte Arbeitsgerät gehört zur Gruppe der Kampfunterstützungsfahrzeuge.

Foto: WTD91

Seine Bewaffnung ist vorwiegend zur Selbstverteidigung vorgesehen. Da Bergepanzer auch in Kriegsgebieten zum Einsatz kommen, sind sie ausgestattet mit zwei Maschinengewehren sowie einer Nebelmittelwurfanlage. Diese Anlage ermöglicht es der Besatzung, sich im Gefecht durch eine Nebelwand den Blicken des Feindes zu entziehen. Zudem ist der 2A2- EHS tiefwat- und tauchfähig, kann also auch unter Wasser fahren und an Flussübergängen als Sicherungsfahrzeug eingesetzt werden. Das Herzstück des 2A2-EHS ist seine Bergeausstattung. Neben dem Kranarm, der maximal 20 Tonnen stemmt, verfügt er über ein Räum- und Stützschild sowie eine Windeneinrichtung. Darüber hinaus führt er Gerätschaften zur Instandsetzung, wie eine Schneid- und Schweißanlage mit sich. Auftrag für Husmann an diesem Tag ist die Bergung zweier gepanzerter Anhänger, die während der Durchführung von Sprengungen dem Versuchsteam in der Feuerstellung Schutz geboten hatten.

„Die Anhänger wurden seit über zwei Jahren nicht bewegt. Regen und Sandverwehungen haben die Zuwegungen schwer befahrbar gemacht. Jetzt muss der Bergepanzer ran“, so Husmann. Basierend auf Jahrzehnte langer Erfahrung navigiert er den 830 PS starken Panzer präzise und schleppt die Anhänger schließlich mühelos zum Zielort. „Das Leergewicht des Bergepanzers beträgt fast 40 Tonnen. Fahrzeuge bis zu diesem Gewicht können wir damit problemlos bewegen. Bei noch schwereren Lasten käme der Büffel, auch Bergepanzer 3 genannt, zum Einsatz.“ erklärt Husmann.

Nach Abschluss der Arbeiten bewegt er den 3,25 Meter breiten, und 7,68 Meter langen Koloss zurück in seine Halle ̧ eskortiert von einem Begleitfahrzeug, das darauf achtet, dass der übrige Verkehr nicht gefährdet wird. Zurück bleiben staunende Autofahrerinnen und -fahrer, für die der Anblick eines Panzers auf den Straßen Meppens immer noch eine Attraktion ist.

Rainer Husmann bei der Arbeit (Foto: WTD91)

"Rasender Reporter" für das mittlere Emsland. Aber auch mal im Bereich Papenburg oder Lingen anzutreffen. Mitglied im Bundesverband Deutscher Pressefotografen. Chefredakteur unserer Redaktion in Meppen.

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