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Meppen

“Harold und Maude” begeistert Publikum in Meppener Theater

Matthias Brüning

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Überzeugten mit ihren schauspielerischen Leistungen. Raphael Stompe und Kathrin Ackermann (Foto Andreas Bassimir)

Meppen. Mit stehenden Ovationen haben die Zuschauer im nahezu ausverkauften Theater Meppen die Darsteller im Stück “Harold und Maude” verabschiedet.

Um 22.45 Uhr, nach fast dreistündig dargebotener zarter, eher ungewöhnlicher, Liebesgeschichte, erhob sich das gesamte Publikum aus ihren Sitzen und zollte, mit minutenlangen Beifall, den schauspielerischen Leistungen ihren Respekt.

Das zauberhafte Theaterstück nach dem gleichnamigen Film aus dem Jahre 1971, geschrieben von Colin Higgins, wurde von Regisseur Thomas Rohmer, fast 50 Jahre nach Erscheinen, in Perferktion auf der Bühne inszeniert.

Meppen war nach der Premiere in Bochum-Wattenscheid, die zweite Station, des von der Theatergastspiele Führt aufgeführten Stücks.

In der Geschichte ging es um den 18-jährigen Harold (Raphael Stompe), aus reichem Hause kommend, depressiv und todessüchtig, der mit seiner dominanten Mutter (Manuela Denz) zusammenlebt. Um Aufmerksamkeit zu erlangen, inszeniert Harold gerne Scheinselbstmorde. Seine Mutter versuchte ihn regelmäßig über eine Heiratsagentur mit jungen Frauen zu verkuppeln, was aber immer wieder misslang.

(v.l.) Manuela Denz (Harolds Mutter), Raphael Stompe (Harold) und Magdalena Meier (von Heiratsagentur geschickt) (Foto: Matthias Brüning)

Um echte Emotionen zu erleben, schlich sich Harold immer wieder auf fremde Beerdigungen. Dort lernte er dann die 79-jährige lebensfrohe und freche Maude (Kathrin Ackermann, 81) kennen. Eine eher “unwürdige Alte”, die in gestohlenden Autos durch die Stadt raste und in einem Haus voller bizarrer Erinnerungsstücke am Rande der Stadt lebte. Sie hatte ihre eigene Art “Dazusein”. Maude zeigte Harold die Schönheit des Lebens, und dass man es jeden Tag in vollen Zügen genießen sollte.

Foto: Matthias Brüning

Sie tat Dinge, die “normale Menschen” eben nicht so tun. So erwachte Harold langsam aus seinem emotionellen Tiefschlaf und verliebte sich sogar in Maude. Was im Publikum kaum einer wusste und auch wohl kaum jemand erahnen konnte, Kathrin Ackermann (Maude), die Mutter der bekannten Tatort-Kommissarin Maria Furtwängler, ist im wahren Leben 81 Jahre alt. In ihrer Rolle als Maude brillierte sie über die gesamte Spielzeit. Neben den Tanz-, Gesangs- und Jodeleinlagen ließ sie es sich es nicht nehmen, vor dem gesamten Publikum, auch noch einen Kopfstand zu machen, was mit einem tosenden Applaus honoriert wurde.

Foto: Matthias Brüning

Je mehr Harold in das Leben von Maude eintauchte, desto mehr veränderte sich sein Blick auf die Welt. Und sein Entschluss stand bald fest: Maude ist die Frau, mit der er sein ganzes Leben verbringen wollte. Es gab nur ein kleines Problem: Harold ist achtzehn Jahre jung und Maude fast 80!

Foto: Matthias Brüning

Maude wusste bis zum Schluss nicht, dass sie, trotz des großen Altersunterschiedes, mit der Zeit, Herolds große Liebe geworden ist. Als er ihr dieses offenbarte, war es zu spät. Nach einer Zwangsräumung ihrer Wohnung, hatte sie bereits Tabletten eingenommen, um sich das Leben zu nehmen. Sie starb in seinen Armen.

Mit diesem Stück hat Thomas Rohmer zwei gesellschaftliche Tabuthemen in den Vordergrund gerückt, die auch Jahrzehnte nach Entstehung des Films noch aktuell sind: Die Liebe zwischen zwei Menschen mit großem Altersunterschied und der selbstbestimmte Tod.

Neben Kathrin Ackermann in der Hauptrolle brillierten in diesem Stück auch alle anderen Darsteller. Zweiter Hauptdarsteller Raphael Stompe (33) spielte bravourös den 18-jährigen Harold. Manuela Denz (Mrs. Chasen, Harolds Mutter), Fabian Rogall (Pater Finnegan und Masseur), Sebastian R. Delta (Inspector Bernhard Robbe und Dr. Matthews), Magdalena Meier (Marie, Witwe, Sylvie Gazel, Nancy Mersch und Sunshine Dore) überzeugten ebenfalls in ihren jeweiligen Rollen mit sehr hohen schauspielerischen Qualitäten.

(v.l.) Fabian Rogall (Pater Finnegan), Raphael Stompe (Harold) und Sebastian R. Delta (Inspector Robbe) (Foto: Andreas Bassimir)

Auch in der Rolle als Masseur und Dr. Matthews überzeugten Fabian Rogall und Sebastian R. Delta (Foto: Andreas Bassimir)

Auch rasant ging es zu. Harald und Maude im gestohlenen Auto unterwegs (Foto: Matthias Brüning)

"Rasender Reporter" für das mittlere Emsland. Aber auch mal im Bereich Papenburg oder Lingen anzutreffen. Mitglied im Bundesverband Deutscher Pressefotografen. Chefredakteur unserer Redaktion in Meppen.

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