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Papenburg

Heede – Bürgermeister Connemann vor 76 Jahren von Nationalsozialisten erschossen

Matthias Brüning

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In der Nacht vom 17. auf den 18. April 1945 holten ihn deutsche Soldaten aus seinem Haus und erschossen ihn an der Stelle, an der seine Familie später ein Kreuz errichtete. Es liegt an der nach ihm benannten „Bürgermeister-Connemann-Straße“. (Foto: Matthias Brüning)

Heede. In diesen Tagen jährt sich der Tod des Heeder Bürgermeisters Hermann Connemann zum 76. Mal. In den letzten Kriegstagen wurde Connemann in der Nacht vom 17. auf den 18. April 1945, auf einer nahegelegenen Wiese seines Wohnhauses, von fanatischen deutschen Soldaten erschossen.

Bürgermeister Connemann war in Heede beliebt wegen seiner Hilfsbereitschaft sowie seiner stetigen Korrektheit. Als Bauernsohn der Gemeinde Heede war er ein treuer Diener der Allgemeinheit.

In der Nacht vom 17. April auf den 18. April um 0.30 Uhr kam die Frau des Bürgermeisters Connemann vom Tode ihres Vaters von der elterlichen Wohnung heim. Da sich die Familie Connemann vor den Bomben der feindlichen Flugzeuge schützen wollte, schlief sie im Kartoffelkeller. Etwa eine Stunde später wurde heftig an die verschlossene Haustür gepocht. Daraufhin wurde geöffnet, und drei deutsche Soldaten mit Tarnjacken traten ins Haus. Man konnte nicht unterscheiden, ob es Offiziere oder einfache Soldaten waren. Sie kamen unter dem Vorwand, dass der Ort Heede frei wäre von feindlichen Truppen und wieder von Deutschen besetzt würde.

Als Bürgermeister müsse Connemann für Quartiere sorgen und sofort mitkommen. Der Nachbar Lambert Brand, welcher gleichzeitig auch dem Gemeinderat angehörte, war auch im Hause Connemann anwesend. Brand wurde vom Bürgermeister als Ratsmitglied aufgefordert, mit ihm zu gehen. Die Soldaten nahmen den Bürgermeister in ihre Mitte und gingen durch die nahe gelegene Wiese von Connemann zur Straße Heede – Schuckenbrock.

Der Nachbar Brand wurde unterwegs von den Soldaten abgewiesen mit den Worten: „Wir haben nur mit dem Bürgermeister zu tun!“ Bald darauf hörte der Nachbar Brand, der sich noch auf der Wiese aufhielt, einen Wortwechsel zwischen den Soldaten und dem Bürgermeister und kurz darauf zwei Schüsse fallen. Noch ehe der Tag anbrach, eilten die Nachbarn zur Wiese, um Nachschau zu halten. Sie fanden den Bürgermeister – von zwei Kugeln durchbohrt – tot in der Nähe der Straße liegen.

Am Freitagmorgen, dem 20. April, wurde der Bürgermeister Connemann von den Nachbarn und von den wenigen noch am Ort verbliebenen Einwohnern auf dem Friedhof in Heede beigesetzt.
Zum Gedächtnis wurde seitens der Familie Connemann ein Denkmal gesetzt an der Stelle, wo er sein Leben opferte.

Foto: Matthias Brüning

Die Inschrift der Seitenfront hat folgenden Wortlaut: „Errichtet zum Gedächtnis an den so plötzlich aus dem Leben gerissenen Bauern Hermann Connemann. Bürgermeister von Heede, gestorben 18. April 1945. R.I.P.“

Die Inschrift zur Straße lautet: „Seid wachsam, denn ihr kennt weder den Tag noch die Stunde. (Mt. 25.13)“

Foto: Matthias Brüning

Die Suche nach den Tätern ist aufgenommen worden, aber bis zum heutigen Tag ist der Mord noch nicht aufgeklärt worden. Dank des privaten Einsatzes der Familie Connemann wurde dieser Ort des Gedenkens im Jahr 2008 neu hergerichtet.

Dank des privaten Einsatzes der Familie Connemann wurde dieser Ort des Gedenkens im Jahr 2008 neu hergerichtet (Foto: Matthias Brüning)

Bürgermeister Connemann wurde neben der alt-ehrwürdigen Petruskirche beerdigt. Herr, lass ihn und all die Opfer ungerechter Gewalt „Ruhen in Frieden“.

"Rasender Reporter" im mittleren Emsland. Aber auch mal im Bereich Papenburg oder Lingen anzutreffen. Mitglied im Bundesverband Deutscher Pressefotografen. Chefredakteur unserer Redaktion in Meppen.

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