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Meppen

Kampagne verbannt „Störstoff“ Plastik aus Biomüll

Fabian Brand

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Meppen. Der Landkreis Emsland räumt auf in der Biotonne: Plastiktüten – seien es die konventionellen oder die so genannten „kompostierbaren“ – bilden noch immer den größten Störstoffanteil im Bioabfall. „Damit wird ein eigentlich 100 Prozent biologischer und verlustfreier Energiekreislauf maßgeblich gestört“, sagt Landrat Reinhard Winter bei der Vorstellung der Kampagne #wirfuerbio, die der Abfallwirtschaftsbetrieb (AWB) Landkreis Emsland in den kommenden Monaten umsetzen wird. Erstmals realisieren damit insgesamt 23 Abfallwirtschaftsbetriebe aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Hamburg gemeinsam eine große Aufklärungs- und Informationsinitiative, um die Plastiktüte aus dem Biomüll zu verbannen.

Mit dem heutigen Startschuss zur Kampagne soll die Qualität der aus dem Bioabfall gewonnenen Komposte verbessert und die Akzeptanz für die Biotonne erhöht werden. „Die Menge der über die Biotonne gesammelten Abfälle von jährlich knapp 13.000 Tonnen im Emsland wollen wir deutlich erhöhen. Der AWB hat insgesamt etwa 48.000 Biotonnen in seinem Bestand, was im Verhältnis zu den rund 130.000 emsländischen Haushalten zu wenig ist“, sagt Winter. Zudem habe eine Analyse des Restmülls in 2013 ergeben, dass darin eine große Menge an Speiseresten und Küchenabfällen enthalten ist. „Wir hoffen, die geringe Verbreitung der Biotonne von derzeit rund 36,9 auf etwa 70 bis 80 Prozent erhöhen und damit um bis zu 3000 Tonnen mehr Biomüll verwerten zu können“, betont der Landrat.

Grundlegend ist aber die entsprechende Qualität des Rohstoffs Biomüll. Denn was viele nicht wissen: Die so genannte „kompostierbare“ Plastiktüte darf einen Anteil von Erdöl enthalten, der sich zwar zersetzt, aber nicht biologisch abbaubar ist. Diese Tüten zerfallen in bis zu zwölf Wochen, die oftmals die Verweildauer in den Biomassevergärungsanlagen in Lingen-Venneberg und Dörpen überschreitet, in Mikroplastik. In den Vergärungsstufen der Anlagen zur Gewinnung der Bioenergie zerschmelzen diese Tüten und sind kaum noch aus dem Kompost zu trennen. „Zur nachhaltigen Verwertung von organischen Abfällen tragen sie somit nicht bei. Schlimmer noch: Sie gelangen auf die Äcker, ins Grundwasser und damit unweigerlich in unsere Nahrungskette“, erläutert Winter.

In den automatisierten und manuellen Sortierprozessen können die konventionellen und „kompostierbaren“ Plastiktüten nur mit viel Aufwand als Störstoffe entfernt werden. Noch dazu seien sie nicht voneinander zu unterscheiden.

„Wertvolles organisches Material geht verloren, wenn Bioabfall in zugeknoteten Plastiktüten vollständig in den Restmüll aussortiert werden muss“, fügt auch Heinz Bökers, Betriebsleiter des AWB, hinzu. Alternativ können komposttierbare Tüten aus Papier verwendet werden. Diese sind zum Selbstkostenpreis auch beim Abfallwirtschaftsbetrieb oder im Kreishaus erhältlich.

Neben Plakaten, Radiospots und dem „Branding“ von Fahrzeugen mit den Motiven der Kampagne #wirfuerbio soll die Initiative ein Umdenken bewirken. „Das sollten Bürgerinnen und Bürger wissen: Jede Tonne zusätzliche reine Biomasse aus der Biotonne verbessert unsere Klima-, Energie- und Kostenbilanz. Dazu kann jeder Haushalt beitragen“, appelliert Winter an die Emsländerinnen und Emsländer bei der Kampagne mitzumachen.

Die Biotonne ist seit über 20 Jahren fester Bestandteil des Abfallentsorgungssystems des Landkreises Emsland. Aus den gesammelten Bioabfällen wird nicht nur Qualitätskompost, sondern auch Strom und Wärme für öffentliche Gebäude gewonnen.

Ihr Reporter für Veranstaltungen, Lokales und Sofort-NEWS im Emsland. Mitglied im Bundesverband Deutscher Pressefotografen (BDP). Wir berichten tagesaktuell und fast 24 Stunden am Tag.

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