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Meppen

Meppen – Streit zwischen Feuerwehr, Geschädigten und Presse nach Brand in Bokeloh

Matthias Brüning

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Noch während der Löscharbeiten wurde mittels einer Wärmebildkamera nach versteckten Glutnestern gesucht (Foto: Mathias Brüning)

Meppen. Am vergangenen Mittwoch war es im Meppener Ortsteil Bokeloh zu einem Brand in einer Garage in der Otto-Pankok-Straße gekommen. Hierbei entstand ein beträchtlicher Sachschaden. Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt (wir berichteten). Nun gibt es einen Streit wegen der Löscharbeiten und der Berichterstattung.

Zwischen dem Geschädigten, der Feuerwehr und der Berichterstattung in der Presse ist es zu einem Streit gekommen. Bereits wenige Stunden nach dem Brand erhielt auch unsere Redaktion eine Nachricht über Facebook von einem Familienmitglied des Geschädigten. Wir wurden hier freundlich aufgefordert die Berichterstattung über das Geschehen zu löschen. Die Angelegenheit solle „nicht publik werden“.

Was war passiert? Die Feuerwehr rückte mit allen, zu der Tageszeit, verfügbaren Kräften aus und die Rauchsäule war bereits von Weitem zu sehen. Wir erklärten daraufhin, dass dies nicht möglich sei. (Anmerkung: In solchen Fällen überwiegt zudem das öffentliche Interesse. Die Presse (es waren mehrere Vertreter unterschiedlicher Medien vor Ort) erfüllt in diesem Fall eine öffentliche Aufgabe mit ihrer Berichterstattung).

Im Laufe des Nachmittags erreichten uns dann weitere Nachrichten, diesmal vom Geschädigten selber. Ähnliche Nachrichten erhielt auch die Redaktion der Meppener Tagespost (NOZ) in Meppen. Die Berichterstattung wurde scharf kritisiert. Es seien aufgrund dessen „Massen an Gaffern“ vor dem Haus und dies würde „Diebe anlocken und diese bestimmt nicht davon abhalten das Hab und Gut zu plündern, wenn sie sehen das alles offen steht“. Zudem wurde bemängelt, es hätte in der Berichterstattung auch ruhig die „Unfähigkeit der Feuerwehr“ erwähnt werden können, „die ihre eigene Ausrüstung nicht beherrscht“, so der Vorwurf des Geschädigten in einer Facebooknachricht. Konkretisiert wurden uns diese Angaben auf Nachfrage jedoch nicht.

Ein Hydrant zur Wasserentnahme befand sich in unmittelbarer Nähe in der Einfahrt des Nachbargrundstücks (Foto: Matthias Brüning)

Am nächsten Tag machte sich der Chefredakteur der Meppener Tagespost, Hermann-Josef Mammes, auf den Weg nach Bokeloh, um sich selber ein Bild der Lage zu machen. Dies endete mit einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht, der am heutigen Freitag in der gedruckten Ausgabe der Tageszeitung zu finden ist. Hier wurde u.a. die lange Anfahrtszeit der ersten Einsatzkräfte, sowie auch das erneute Aufflammen am Nachmittag, durch den Geschädigten kritisiert, obwohl nach den Löscharbeiten mittels einer Wärmebildkamera nach versteckten Glutnestern gesucht wurde. Auf Nachfrage unserer Redaktion zu den Eintreffzeiten der ersten Einsatzfahrzeuge am Brandort, wurden keine Auskünfte erteilt. Der Notrufzeitpunkt wurde seitens der Polizeidirektion Osnabrück mit 10:32 Uhr angegeben.

Der Geschädigte hat sich nicht nur kritisch gegenüber der Feuerwehr geäußert, sondern auch die nachträgliche Berichterstattung der Meppener Tagespost scharf kritisiert. So wie uns bekannt wurde, hat der Geschädigte Strafanzeige gegen die Vorgehensweise des Redakteurs gestellt. Er sieht sich durch die gesamte Berichterstattung in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt. Auch hätte man ihn im Bericht „falsch wiedergegeben“ und „Worte verdreht“, so seine Vorwürfe.

Der Schaden ist beträchtlich. Laut Angaben in der Meppener Tagespost hatte alleine die Werkstattausrüstung einen Wert von über 100.000 Euro. Demnach liegt der Gesamtschaden deutlich über den anfangs von der Polizei geschätzten 120.000 Euro. Sachverständige werden die exakte Schadenhöhe noch ermitteln.

Foto: Matthias Brüning

"Rasender Reporter" für das mittlere Emsland. Aber auch mal im Bereich Papenburg oder Lingen anzutreffen. Mitglied im Bundesverband Deutscher Pressefotografen. Chefredakteur unserer Redaktion in Meppen.

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