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Meppen

Meppen – WTD 91 testet „ROSY“

Matthias Brüning

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Die WTD 91 erprobt aktuell die Integration der Nebelmittelwurfanlage ROSY auf verschiedenen Fahrzeugen

Meppen. Gestatten, mein Name ist ROSY.
Was klingt, wie eine vornehme Lady aus den 1920er Jahren ist ein hochmodernes Selbstschutzsystem für die Fahrzeuge der Bundeswehr, das derzeit bei der Wehrtechnischen Dienststelle für Waffen und Munition (WTD 91) in Meppen getestet wird.

Bereits seit ihrer Gründung stattet die Bundeswehr nahezu jedes Gefechtsfahrzeug mit Nebelwurfanlagen aus. Hinter dem damit verschossenen dichten Nebel können sich die Soldaten vor feindlichen Blicken verstecken. Die bisher verwendeten Systeme reagieren aber relativ träge. Vom Anzünden bis zum Aufbau der Nebelwand vergehen mehrere Sekunden. Sekunden – die im Ernstfall über Leben und Tod entscheiden.

Die WTD 91 erprobt daher aktuell die Integration der Nebelmittelwurfanlage ROSY auf verschiedenen Fahrzeugen. ROSY steht für Rapid Obscuring SYstem, was übersetzt so viel heißt wie „Schnelles Verdeckungssystem“. Im Gegensatz zum Vorgängermodell baut ROSY innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde eine undurchsichtige Nebelwand aus rotem Phosphor auf und lässt jeden noch so großen Panzer hinter einem Sichtschutz verschwinden. „Im Ernstfall gewinnt man Sekunden bis hin zu einer Minute, um den Rückzug anzutreten und sich im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Staub zu machen“, erklärt der Versuchsleiter der WTD 91.

Hierbei verdeckt das System das zu schützende Fahrzeug nicht nur für das menschliche Auge: auch modernste Technik – wie beispielsweise Infrarot Sensoren – schaffen es nicht, die Nebelwand zu durchdringen.


Das neue System lässt sich modulartig verbauen. Der aktuell getestete, gepanzerte Lkw wird ausgestattet mit Wurfanlagen zu den Seiten hin. Jeweils zwei mal fünf Schuss können zur Fahrerseite und Beifahrerseite verschossen werden. Wird das Abfeuergerät betätigt, feuert die Anlage zunächst die mittlere, und anschließend die der Mitte am nächsten gelegenen Patronen ab. „Auf diese Weise baut sich am schnellsten die verschleiernde Nebelwand auf“ erklärt der Mitarbeiter der WTD 91.

Je nach Fahrzeug und Einsatzzweck lassen sich die modularen Wurfanlagen auch in Richtung der Fahrzeugfront, bzw. rückwärts ausgerichtet anbringen, was besonders für Fahrzeuge wichtig ist, die schnell ihre Fahrtrichtung ändern können und sich auch außerhalb von Kolonnen auf gefährlichem Boden bewegen.

„Die Systemerprobung ist immer etwas Besonderes. Im Vorfeld hat die WTD 91 bereits die Munition und die Wurfanlage an sich getestet. Aber erst, wenn man sie auf dem vorgesehenen Fahrzeug erprobt, in diesem Fall auf dem neuen Wechselladesystem der Bundeswehr, zeigt sich, wo noch Schwachstellen sind.“ so der Versuchsleiter. „In diesem Fall funktionieren Fahrzeug und Nebelmittelwurfanlage hervorragend. Lediglich Kleinigkeiten wie die Verlegung der stromzuführenden Kabel oder Material der verwendeten Schrauben muss der Hersteller nach diesem Test noch ausbessern.“

Ab 2021 sollen die bislang bestellten 540 neuen Wechsellader mit der Nebelmittelwurfanlage ROSY ausgestattet und an die Bundeswehr ausgeliefert werden. Vorgesehen ist zudem, auch weitere Fahrzeuge aus dem Bestand bzw. im Beschaffungsvorgang der Bundeswehr mit ROSY aufzurüsten.

"Rasender Reporter" im mittleren Emsland. Aber auch mal im Bereich Papenburg oder Lingen anzutreffen. Mitglied im Bundesverband Deutscher Pressefotografen. Chefredakteur unserer Redaktion in Meppen.

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