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Mörder Volker Franz seit über 20 Jahren auf der Flucht – Interview mit Zellengenosse

Matthias Brüning

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Jörg K. war dabei, als Volker Franz die Stäbe in der JVA durchsägte. In einem Interview schildert er den Ausbruch des flüchtigen Mehrfachmörders (Foto: Matthias Brüning)

Mehrfachmörder Norman Volker Franz ist seit über 20 Jahren auf der Flucht. Wir haben exklusiv mit seinem damaligen Zellengenossen Jörg. K. gesprochen, der große Kritik an den Behörden vorbringt.

Seit genau 24 Jahren ist der Mörder und Schwerverbrecher Norman Volker Franz auf der Flucht. Bereits zweimal brach der Mörder und Gewalttäter aus Gefängnissen aus. Seit dem 23. Februar 2021 fahndet das Bundeskriminalamt (BKA) und das Landeskriminalamt (LKA) Nordrhein-Westfalen mittlerweile weltweit nach dem Mehrfachmörder Norman Volker Franz (wir berichteten).

Wie es damals überhaupt zur Flucht aus dem Gefängnis kommen konnte, hat uns Jörg K., der mittlerweile in einem kleinen Ort in Norddeutschland, nahe der holländischen Grenze lebt, in einem exklusiven Interview erzählt. Matthias Brüning hat ihn, zusammen mit einem Boulevard Kameramann, an einem geheimen Ort in Ostfriesland getroffen. Teile des Interviews wurden bereits vor einigen Tagen auf RTL ausgestrahlt. Bei der Recherche kamen neue Details zur Flucht des Mörders ans Tageslicht.

Jörg K. saß zum Zeitpunkt des Ausbruchs mit Franz in der Zelle der JVA Hagen, während der Mehrfachmörder die Stäbe durchsägte. Franz drohte, ihn umzubringen und zudem eine Handgranate in das Haus seiner Angehörigen zu werfen, sollte er das Wachpersonal verständigen. Mit einer Handgranate, die Franz in ein Auto warf, hatte er bereits im Mai 1995 einen Doppelmord begangen. „Der macht Ernst„, war sich K. sicher.

Er hat etwa drei bis vier Stunden gebraucht, die Gitterstäbe durchzusägen. Dabei hat er mich maßgeblich unter Druck gesetzt und gedroht, mich umzubringen, sollte ich die Notrufanlage betätigen. Es ist ja auch das Versäumnis des Beamten, der oben auf einer Kanzel Nachtschicht hatte„, sagt K., der kein gutes Haar an der JVA Hagen lässt.

Nach seiner Flucht offenbarte sich dann die kriminelle Energie des Verbrechers erst richtig. Franz soll im März 1997 in Weimar und im Juli 1997 in Halle Raubüberfälle begangen und dabei drei Menschen erschossen haben. 1998 wurde er in Portugal gefasst und brach erneut, diesmal mit einer Feile, aus dem Gefängnis in Lissabon aus.

Jörg K. hatte seinerzeit mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet und Hinweise in Richtung Portugal geliefert, wo er dann auch gefasst werden konnte. Seit dem Ausbruch ist Volker Franz mit 2 Millionen Deutsche Mark an Beutegeld, die aus einem Überfall auf einen Geldtransporter stammen, untergetaucht. Seitdem lebt Jörg K. in Angst um sein Leben, weil er seinerzeit mit den Ermittlungsbehörden zusammengearbeitet hat. „Franz könnte Rache dafür nehmen, wer bereits fünf Menschen getötet hat, macht auch vor einem Sechsten nicht Halt„, ist sich K. sicher und übt heftige Kritik an den Behörden: „Wenn ich sehe, dass so ein gefährlicher Mann seit 24 Jahren nicht gefasst wird, was hat die BKA-Zielfahndung da 24 Jahre lang gemacht?“ Nun erst wird weltweit nach Norman Volker Franz gefahndet.

Auch die nachweislichen Lügen der Anstaltsleitung, vor laufender Kamera, nach der Flucht aus dem Gefängnis, stoßen K. immer noch sauer auf. „Mit einem Messer, das wir in der Anstalt hatten, kann man keine gehärteten Stäbe durchsägen„, sagt er. Die Utensilien zur Flucht wurden nach und nach von der Ehefrau von Franz, in die JVA hineingeschleust. „Eine gewissenhafte Amtsausführung hätte dazu geführt, dass der Ausbruch hätte verhindert werden können„, so der ehemalige Häftling.

Hier spricht Jörg K. vor laufender Kamera

Für entscheidende Hinweise, die zu einer Festnahme des Täters führen, ist eine Belohnung von bis zu 25.000 € ausgesetzt.
Sachbearbeitende Dienststelle:
LKA Nordrhein-Westfalen
Völklinger Str. 49
40221 Düsseldorf
Telefon: +49 (0)211 939-6521

Hier eine Stimmfrequenz des Gesuchten:
https://www.bka.de/DE/IhreSicherheit/Fahndungen/Personen/BekanntePersonen/NVF/Stimmfrequenz.mp3?__blob=publicationFile&v=2

Norman Volker Franz hat sein Aussehen (wie auf den Fotos) mehrfach verändert. Mittlerweile sind die Fotos über 20 Jahre alt (Fotoquelle: BKA)

"Rasender Reporter" im mittleren Emsland. Aber auch mal im Bereich Papenburg oder Lingen anzutreffen. Mitglied im Bundesverband Deutscher Pressefotografen. Chefredakteur unserer Redaktion in Meppen.

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