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Nach über vier Jahren das Happy End im Serhan Shop Meppen. "Teichtölpel" Dwight Kuitert (mitte) zusammen mit Handyspezialist Mohammed Serhan (re.) und WasLosInMeppen-Reporter Matthias Brüning vor dem Serhan Shop in der Meppener Fußgängerzone.
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Meppen. Im Sommer 2014 sorgte Dwight Kuitert aus Meppen bundesweit für Schlagzeilen. Das Handy des damals 16-jährigen, ein Samsung Galaxy S3 Mini, war in einen Teich gefallen. Simkarte, Kontakte, Fotos, einfach alles war futsch. Seine damalige spontane Idee, den Teich (zwei Millonen Liter Wasser) “einfach” mal mit zwei Tauchpumpen leer zu pumpen, entpuppte sich als riesen Flopp. Die Frage “Wohin mit dem ganzen Wasser?” beantwortete er sich damals selbst: “In die Toilette, dann ist es weg!”
Doch das war, wie sich herausstellte, keine so gute Idee. Wie die Geschichte ausgegangen ist, dürfte fast jedem in Deutschland bekannt sein. Fast alle Medienhäuser und TV-Sender waren aus der ersten Berichterstattung der Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ) auf die “Geschichte” aufmerksam geworden.

Die TV-Sender gaben sich 2014 die Türklinke in die Hand. Alle wollten vom “Teichtölpel” berichten.

Nach nunmehr über vier Jahren gibt es ein entgültiges Happy End. Seine Kontakte, die auf der Simkarte gespeichert waren, hatte der Jugendliche nach der “Bergung” aus dem Teich, durch einen Taucher, bereits wieder. Doch alle weiteren Daten und Fotos die auf dem Smartphone gespeichert waren, welches drei Wochen lang auf dem Grund des Teiches gelegen hatte, waren futsch. Das Display sprang nicht mehr an. Da halfen auch mehrere Tage Heizungsluft nicht.

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Am 26. Januar dieses Jahres, also über vier Jahre später, ist es wohl zu einer glücklichen Begegnung an einem eher traurigen Tag gekommen. An diesem Samstagabend ist der als Teichtölpel bekannt gewordene Dwight Kuitert zu einem Retter geworden. Diesmal hatte er nichts falsch gemacht, sondern alles richtig.

In seiner unmittelbaren Nachbarschaft hatte es in einem Ferienhaus eine schwere Gasexplosion gegeben. Das Gebäude stand binnen Sekunden in Vollbrand. Dwight K. war über den Monitor einer Außenkamera, die an seinem Haus angebracht ist, als Erster auf das Geschehen aufmerksam geworden. “Dort flackerte es in der Dunkelheit plötzlich hell auf.” Er rannte nach Draußen und wählte nachdem er sah was passiert ist, sofort den Notruf. Zwei Personen wurden bei dem plötzlichen Feuerausbruch (wir berichteten) schwer verletzt und anschließend mit Verbrennungen ins Krankenhaus eingeliefert.

Am Unglücksort traf Dwight auf unseren WasLosInMeppen-Reporter Matthias Brüning, der über das Einsatzgeschehen berichtete. In einem kurzen Interview nannte der mittlerweile 20-jährige, der zusammen mit seiner Freundin am Unglücksort war, seinen Namen. “Bist du nicht der vom Teich? Der mit dem Handy?” fragte Matthias prompt. “Ja, das bin ich!” Und so nahm das Gespräch einen etwas anderen Verlauf. Dwight erzählte, dass sein Handy, welches damals in den Teich gefallen war immer noch existierte. Allerdings funktionierte es seitdem nicht mehr und lag die ganze Zeit über in einer Schublade. “Alle Daten und Fotos habe ich nie wieder gesehen”. Matthias bot seine Hilfe an und fuhr mit Dwight am 8. Februar zum Serhan Shop nach Meppen. Auch wenn es fast unmöglich schien, aber das “kleine Wunder” wurde wahr. Handyspezialist Mohammed Serhan schaffte es, dass Smartphone, ein Samsung Galaxy S3 Mini”, welches drei Wochen im Wasser gelegen hatte, binnen 90 Minuten wieder flott zu bekommen.

“Nachdem ich die Geschichte hörte, die dieses Handy durchlebt hat, hätte ich selber nicht damit gerechnet”, so Serhan. “Ein paar Ersatzteile habe ich getauscht, das Display erneuert und auch ein neues Akku eingelegt.”

Der Preis: 0,- Euro!
“Diese Herausforderung habe ich gerne angenommen und es ist mehr Wert als jede teure Werbung die ich schalten kann”, so Serhan.

Und auch Dwight war überglücklich. “Ich hätte nach so einer langen Zeit nie damit gerechnet, dass ich meine Erinnerungen von damals je wieder bekommen werde”

“Das wird nicht einfach”. Reparaturspezialist Mohammed Serhan geht an die Arbeit (Foto: Matthias Brüning)
So sah es von Innen aus. Das Handy hatte im Sommer 2014 drei Wochen lang am Grund eines Teiches in Meppen-Rühle gelegen (Foto: Matthias Brüning)
Nach über einer Stunde Reparaturarbeit: Das Wunder ist geschehen. Dwight Kuiterts berühmt gewordenes “Teichhandy” funktioniert wieder. Ein neues Display und einen neuen Akku gab es gratis vom Serhan Shop dazu. “Wahnsinn, das Hintergrundbild hab ich vor fast fünf Jahren eingestellt, das ist meine Ex-Freundin”, so Dwight.
Dwight erhielt nach der Geschichte im Jahr 2014 sogar einen Werbevertrag für Pumpen
Auch die BILD-Zeitung berichtete regelmäßig über Teichtölpel Dwight
Zahlreiche Berichte findet man im Internet wenn man in Suchmaschinen “Teichtölpel” eingibt

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