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Polizeiliche Kriminalstatistik 2021 – Zahl der Straftaten erneut auf historischem Tiefstand

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Die Anzahl der Straftaten in der Polizeiinspektion ist weiterhin rückläufig und auf einem historischen Tiefstand. Die gleichzeitig hohe Aufklärungsquote ist für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zugleich ein Nachweis für hervorragende Arbeit.

Die Statistik zeigt ferner, dass sich das Kriminalitätsgeschehen zunehmend in die digitale Welt verlagert. Die Polizei setzt sich mit dieser Thematik auseinander und verzeichnet bereits Erfolge. Schwerpunkte

– mit 22.612 Straftaten wird ein neuer historischer Tiefstand
verzeichnet (minus 3,2 Prozent)

– Aufklärungsquote auf stabil hohem Niveau: sieben von zehn
Straftaten werden geklärt

– Wohnungseinbrüche sind seit 2017 um 44 Prozent zurückgegangen

fast die Hälfte der Taten scheitern im Versuchsstadium

– Verbreitung pornografischer Inhalte deutlich angestiegen

Trotz aller Freude über sinkende Fallzahlen und eine überdurchschnittlich gute Aufklärungsquote, mahnt Inspektionsleiterin Nicola Simon weiter zur Vorsicht: „Wir dürfen uns von den aktuellen Entwicklungen nicht täuschen lassen“, so die Leitende Polizeidirektorin. „Die Pandemie nimmt vermutlich nach wie vor erheblichen Einfluss auf das Kriminalitätsgeschehen“, stellt Simon klar. Einzige Konstante sei jedoch die dauerhaft hervorragende Arbeit ihrer Kolleginnen und Kollegen. „Die großartige Aufklärungsquote und das ungebrochene Engagement unserer Beamtinnen und Beamten erfüllt mich mit Stolz“, so Simon.

Die Zahl registrierter Straftaten in der Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim ist bereits im dritten Jahr infolge gesunken. Kreisverwaltungen, Kommunen und Polizei tragen dazu bei, das Sicherheitsgefühl unserer Bürgerinnen und Bürger stetig zu erhöhen. Die verschiedensten Präventionsprojekte sorgen für generationsübergreifende Aufklärung und ein sicheres Leben im Emsland und in der Grafschaft Bentheim.

Kriminaldirektor Heinz Defayay, Leiter des Zentralen Kriminaldienstes, liege besonderes der Deliktsbereich Straftaten gegen Seniorinnen und Senioren am Herzen.

„Die zahlreichen sehr heterogenen Tätergruppierungen lassen sich immer wieder neue Betrugsmaschen einfallen, um an die Ersparnisse der Menschen zu kommen“, berichtet Defayay. Neben den klassischen „falschen Polizeibeamten“ und den über Telefon hilferufenden Enkeln, käme es immer häufiger auch über Messenger, SMS oder E-Mails zu Betrugsversuchen.

Die Polizei leistet auch in diesem Zusammenhang umfassende Präventionsarbeit. Sie informiert in direkten Aufklärungsgesprächen, über Flyer auch als Beilagen in Kirchenblättern -, bis hin zur Warnung in sozialen Medien. Die Fallzahlen konnten um etwa 59 Prozent gesenkt werden. Aufklärung und die Sensibilisierung innerhalb der Familie und im Freundeskreis bleibt aber weiter dringend erforderlich, um die positive Entwicklung nachhaltig zu stärken.

Die fortschreitende Digitalisierung macht auch vor der Kriminalitätsentwicklung keinen Halt. Insgesamt 1.811 „Onlinetaten“ verzeichnet die Polizei im Emsland und der Grafschaft Bentheim im vergangenen Jahr. Der Anstieg fällt dabei mit 27 Prozent besonders deutlich aus. Mit 1.091 Taten fällt hier vor allem der „Onlinebetrug“ über die Verkaufsplattformen wie zum Beispiel ebay besonders ins Gewicht. Die Pandemie sorgt dafür, dass Kriminelle verstärkt auf den Digitalsektor ausweichen. Die Menschen sind häufiger zu Hause und verhindern alleine dadurch, dass unerkannt auf ihr Hab und Gut zugegriffen werden kann. Im Gegenzug sind die Bürgerinnen und Bürger häufiger online unterwegs und geraten dabei verstärkt in den Blickpunkt betrügerischer Banden. Die Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim mahnt in diesem Zusammenhang noch einmal ausdrücklich zu Vorsicht und gegenseitiger Aufklärung.

„Kriminalität macht nicht vor Grenzen Halt“, betont Kriminaldirektor Defayay anhand eines verdeutlichenden Beispiels aus dem vergangenen Jahr.

Im Kampf gegen die organisierte Eigentumskriminalität gelang den Beamtinnen und Beamten der Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim ein spektakulärer Erfolg. Im Rahmen zahlreicher Durchsuchungen im Inland und im europäischen Ausland, unter Einsatz hunderter Einsatzkräfte, konnten mehrere Tatverdächtige in Deutschland und Rumänien festgenommen werden. Die zuständige Ermittlungsgruppe der Polizeiinspektion Emsland / Grafschaft Bentheim arbeitete für diesen Erfolg über Monate mit ihren Kolleginnen und Kollegen aus Frankreich und Rumänien sowie mit Europol und der Staatsanwaltschaft Osnabrück zusammen. Die Täter waren hauptsächlich als sogenannte Planenschlitzer in ganz Deutschland und umliegenden Ländern tätig. Die Anzahl an Straftaten im Zuständigkeitsbereich erreichte im Jahr 2020 mit 68 Fällen Ihren Höhepunkt. Im letzten Jahr konnte die Inspektion einen Rückgang von über 40 Prozent bzw. 28 Fällen verzeichnen.

Ein ungebrochen massives Problem stellen nach wie vor die Sprengmittel gegen Geldautomaten dar. In unseren beiden Landkreisen kam es 2021 zu insgesamt sechs Automatensprengungen. Die Täter setzen dabei immer häufiger Festsprengstoffe ein. Sie nehmen somit das Risiko in Kauf, dass neben materiellen Schäden auch Gefahren für Menschenleben entstehen. Zwei Täter, die unter anderem für eine Sprengung in unserem Zuständigkeitsbereich verantwortlich waren, wurden 2021 zu mehreren Jahren Haftstrafe verurteilt. Die Polizei steht hier in enger Zusammenarbeit mit den zahlreichen Bankfilialen, um diesem Phänomen präventiv entgegenzuwirken.

Im Zusammenhang mit Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung verzeichnete die Polizeiinspektion stark steigende Zahlen. Vor allem im Bereich der Verbreitung pornographischer Schriften wurde ein Anstieg von 160 auf 264 Taten – also um 65 Prozent – verzeichnet. Die Altersstruktur der Tatverdächtigen hat sich signifikant verändert. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anzahl tatverdächtiger Kinder und Jugendlicher um 30 Prozent gestiegen. Tatmittel waren dabei in nahezu allen Fällen Onlinemedien wie zum Beispiel WhatsApp oder vergleichbare Messengerdienste.

Abschließend betont die Polizeichefin Nicola Simon noch einmal die wachsende Bedeutung der Ermittlungsarbeit im Bereich der Online-Delinquenz. „Wir haben schon vor Jahren auf diese rasant zunehmenden Phänomene reagiert. Wir sind mit personell stets anwachsenden, hoch spezialisierten Teams für den Bereich „Cybercrime“ hervorragend gerüstet“, so Simon.

„Die Mithilfe unserer Bürgerinnen und Bürger, ob als Hinweisgeber oder wachsamer Nachbar, ist für uns nach wie vor unersetzlich“, betonte Simon und möchte sich hiermit auch bei den Menschen im Landkreis Emsland und der Grafschaft Bentheim für die gute Zusammenarbeit bedanken.

Chefredakteurin von Was Los In Lingen? Ihr erreicht mich unter lisa@waslosin.de. Schickt mir gerne eure News, Infos oder Gossip.

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