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Meppen

Vitus-Werk wird Träger der neuen Kita auf der Kuhweide

Fabian Brand

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Der Verwaltungsausschuss hat in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig beschlossen, dass die Kita auf der Kuhweide in Trägerschaft des Vitus-Werkes geführt wird. Vorab hatte die kommunale Trägerschaft knapp nicht die Mehrheit gefunden. In Kürze beginnen die Bauarbeiten am Binsenweg. Damit verfügt Meppen zum August kommenden Jahres über 333 Krippenplätze.

Die Stadt Meppen ist dafür verantwortlich, dass in der Kreisstadt ausreichend Betreuungsplätze zur Verfügung stehen. „Mit dem Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz, standen wir in der jüngsten Vergangenheit ganz besonders bei den Kleinsten vor einer großen Herausforderung“, sagt Bürgermeister Helmut Knurbein.  Die Zahlen belegen die gewaltigen Investitionen der vergangenen Jahre: 2007 verfügte Meppen über 15 Krippenplätze. Im Februar 2018 sind es knapp 288 und im Sommer 2019 mit der neuen Kita auf der Kuhweide dann 333. Angesichts der steigenden Kinderzahlen ist ein weiterer Ausbau notwendig, so dass die Kreisstadt nach den heutigen Plänen 2021 über mehr als 400 Plätze verfügt.

„Die Baumaßnahmen sind dann aber nur der erste Schritt. Danach werden die Einrichtungen mit Leben gefüllt und die städtischen Gremien beschäftigen sich mit der Frage der Trägerschaft“, erklärt der Verwaltungschef. In den vergangenen Monaten haben sich die Gremien daher zunächst mit den Bauplänen für die neue Kita am Binsenweg befasst. „Gleich zu Beginn der Planungen haben wir Kontakt zum Vitus-Werk aufgenommen, da uns bekannt war, dass dort Platzbedarf besteht“, erklärt Knurbein. Die Idee des Vitus-Werkes: Es sollten zwei Gruppen des Heilpädagogischen Kindergartens in das neue Gebäude auf der Kuhweide umziehen.

Da diese Gruppen schon heute bestehen, das Personal beim Vitus-Werk beschäftigt ist und die Leitungsaufgaben von einer Fachkraft, die darüber hinaus für weitere Gruppen des Vitus-Werkes zuständig ist, bereits jetzt wahrgenommen werden, muss sich durch die räumliche Veränderung personell erst einmal nichts ändern. „Auf dieser Grundlage haben wir in den Gesprächen mit dem Vitus-Werk eine Kooperation angestrebt. Vergleichbare Modelle bestehen bei uns in zahlreichen Bildungseinrichtungen“, sagt Knurbein und ergänzt, dass die Raumnutzung auch vom Vitus-Werk zunächst nicht mit der Frage der Trägerschaft verknüpft wurde.

Aus diesem Grund sei den städtischen Gremien im September vergangenen Jahres auch mit Blick auf die Einwohnerbefragung zur Kita am Schillering, in der sich knapp 42 Prozent der über 9.300 beteiligten Personen für eine städtische Trägerschaft ausgesprochen haben, diese auch empfohlen worden. „Die Empfehlung der städtischen Trägerschaft sollte in keinster Weise die hervorragende Arbeit der übrigen Träger in Frage stellen. Dies gilt für das Vitus-Werk, das sich bereits heute um zwei Krippengruppen kümmert, und ebenso für alle anderen Träger, die allesamt hervorragende Arbeit leisten“, betont Bürgermeister Helmut Knurbein und verweist darauf, dass sich alle Fraktionen in allen Beratungen ebenso positioniert haben.

Vielmehr sei es um die Fragestellung gegangen, ob dem in der Einwohnerbefragung deutlich gewordenen Bürgerwunsch nach einer kommunalen Kita gefolgt werden sollte. „Diese Frage in aller Ruhe zu diskutieren und danach eine sachliche Entscheidung zu fassen, ist vernünftig“, sagt Knurbein, der es begrüßt, dass sich der Verwaltungsausschuss jetzt einstimmig für die Trägerschaft des Vitus-Werkes ausgesprochen hat. Die Abstimmung zur kommunalen Trägerschaft hatte vorab knapp keine Mehrheit gefunden.

Mit der neuen Kita auf der Kuhweide sind die Trägerschaften in Meppen somit wie folgt vergeben: 12 Kitas sind in Trägerschaft der katholischen Kirche. Daneben haben der Waldorfverein, die evangelische Kirche, das Mütterzentrum die Trägerschaft für jeweils eine Kindertagesstätte übernommen. Das Vitus-Werk ist zuständig für die beiden Krippengruppen im Gebäude an der Landwehr sowie die neue Einrichtung auf der Kuhweide. Die Stadt Meppen betreibt lediglich die drei Horte für Grundschulkinder.

Knurbein verweist darauf, dass somit „keine Kita für die ein- bis fünfjährigen Kinder in städtischer Trägerschaft ist.“ Der Verwaltungschef erklärt, dass er sich sehr über die aktuelle Entscheidung freue. Zukünftig stünde der Kreisstadt aber auch eine kommunale Kita gut zu Gesicht. In Nachbarstädten sei dies schon heute der Normalfall.

Meppen auf dem Weg zur inklusiven Stadt

Mit Blick auf die Berichterstattung der vergangenen Wochen weist Knurbein darauf hin, dass sich die Kreisstadt „seit Jahren auf dem Weg zur inklusiven Stadt befindet.“ Auch aus der Landeshauptstadt Hannover sei bereits mehrfach signalisiert worden, dass Meppen auf einem sehr guten Weg ist. „Hier ist natürlich auch das Vitus-Werk von großer Bedeutung“, weiß der Meppener Verwaltungschef. Für die Kita müsse aber angemerkt werden, dass die Gesetzgebung zum heutigen Zeitpunkt eine inklusive Kita überhaupt nicht vorsieht.

Aus diesem Grund gehe es aktuell in den Kitas um Kooperation oder Integration. Die sogenannten integrativen Gruppen, in denen Kinder mit und ohne Einschränkung betreut werden, werden in der Kreisstadt bereits heute erfolgreich betrieben. Diese Gruppen sind aktuell bei den katholischen Kitas St. Ansgar und St. Josef, der evangelischen Kita Matthias-Claudius, in der Waldorf-Kita sowie beim Vitus-Werk eingerichtet. „Alle Träger verfügen über absolute Fachkompetenz und leisten hervorragende Arbeit“, betont Knurbein. Hinsichtlich der Kooperationen verweist er auf mehrere Beispiele in Meppener Schulen. Diese funktionieren seit vielen Jahren unabhängig von Trägerschaften.

Ihr Reporter für Veranstaltungen, Lokales und Sofort-NEWS im Emsland. Mitglied im Bundesverband Deutscher Pressefotografen (BDP). Wir berichten tagesaktuell und fast 24 Stunden am Tag.

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