Papenburg – Von der kleinen Fähre zum Kreuzfahrtschiff

Papenburg (pm). Alles hat mal klein angefangen, so auch vor 100 Jahren in Ditzum. Am 15. August 1926 hat die MEYER WERFT eine Fähre für die Verbindung von Ditzum nach Petkum ausgeliefert.
Fabian Brand
Die Ems-Fähre in Ditzum. (Foto: Meyer Werft)

Diese Fähre, ganze 24 Meter lang und knapp 6 Meter breit, hat dann im Herbst 1926 ihren Dienst aufgenommen. Seitdem verbindet sie nicht nur die beiden Ufer miteinander und kreuzt mehrmals täglich die Ems, sondern auch Menschen. Für Berufspendler war sie über Jahre hinweg die einzige Möglichkeit, an dieser Stelle den Fluss zu überqueren, die nächste Fähre gab es erst in Leer. Für die Einheimischen, die die Fähre früher nur „Damper“ nannten wegen ihres Dampfantriebs, hat die Fähre wichtige Dienste geleistet.

Im Wandel der Zeit hat die Fähre Ditzum-Petkum viele Neuerungen und Umbauten erfahren. Die Dampfmaschine ist längst Geschichte. Geblieben sind aber ihr Schiffskörper und ihre Aufgabe, Menschen miteinander zu verbinden. Und genau darin spiegelt sich auch ein Stück Unternehmensgeschichte der MEYER WERFT wider. Aus dem Bau kleiner Fähren wie der Ditzum-Petkum entwickelten sich im Laufe der Jahrzehnte immer größere und anspruchsvollere Fährschiffe. Insbesondere in den 1970er- und 1980er-Jahren baute die Werft zahlreiche Fähren für internationale Kunden, unter anderem für Skandinavien und Indonesien. Diese Projekte bildeten die Grundlage für die späteren Passagierschiffe und legten letztlich einen wichtigen Grundstein für den heutigen Kreuzfahrtschiffbau in Papenburg.

Auch deshalb ist die Fähre Ditzum-Petkum trotz ihrer aus heutiger Sicht überschaubaren Größe ein bedeutendes Puzzlestück in der Geschichte der Werft. Wie weit diese Entwicklung führte, zeigte sich beispielsweise 1993 mit der Auslieferung der Silja Europa. Sie galt damals als größte Passagierfähre der Welt und setzte mit ihrer Größe, ihrer Kapazität und ihrem innovativen Design neue Maßstäbe. Betrachtet man ihr Profil heute, mehr als drei Jahrzehnte später, wirkt das Schiff noch immer erstaunlich modern. Die Fähre Ditzum-Petkum steht damit sinnbildlich für den Anfang einer Entwicklung, die die MEYER WERFT von regionalen Fährprojekten bis zum internationalen Spezialschiffbau geführt hat.

Für Radtouristen ist sie heute eine beliebte Verbindung auf dem Weg von Deutschland in die Niederlande oder umgekehrt. Rund 60.000 Personen fahren durchschnittlich pro Jahr mit der Fähre. Betrieben wird sie vom Landkreis Leer.

Das Jubiläum der Fähre Ditzum-Petkum wird am 03. Oktober 2026 gefeiert, 100 Jahre nach der Indienststellung.

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