Richtfest im Ems-Quartier: So sieht es aktuell im Inneren des Meppener Großprojekts aus

Meppen. Von außen bestimmen Bauzäune, Gerüste und der große Baukran seit Monaten das Bild rund um das ehemalige Einkaufszentrum in der Meppener Innenstadt. Doch hinter den Absperrungen hat sich inzwischen einiges getan.
Matthias Brüning
Gemeinsam mit dem Generalunternehmen MBN setzte die Lindhorst Gruppe als Bauherrin den Richtkranz (Foto: Matthias Brüning)

Am Dienstag (2. September) wurde beim neuen Ems-Quartier Meppen Richtfest gefeiert. Dabei gab es auch einen seltenen Einblick in das Innere des Gebäudes.

Wo derzeit noch Kabel von den Decken hängen, Gerüste stehen und Handwerker an zahlreichen Stellen arbeiten, sind die Strukturen des künftigen Ems-Quartiers bereits deutlich zu erkennen. Die Ladenstraße nimmt zunehmend Gestalt an, neue Glasfronten sind eingebaut und auch rund um die großen Oberlichter schreitet der Ausbau voran.

Rund 100 Gäste waren zum Richtfest gekommen. Gemeinsam mit dem Generalunternehmen MBN setzte die Lindhorst Gruppe als Bauherrin den Richtkranz. Mit dabei waren unter anderem Meppens Bürgermeister Helmut Knurbein, Erster Stadtrat Matthias Funke sowie Vertreter der beteiligten Unternehmen und Planungsbüros.

Traditionell wurden symbolisch die letzten Nägel eingeschlagen, bevor der Richtkranz mit einem Kran über das Gebäude gehoben wurde.

Umbau liegt laut MBN im Zeitplan

Ein wichtiger Abschnitt der Bauarbeiten ist mittlerweile geschafft: Das Dachtragwerk ist fertiggestellt. Auch die Gebäudehülle ist nach Angaben der Verantwortlichen inzwischen dicht. Damit können die Arbeiten im Inneren auch während der kommenden Herbst- und Wintermonate weiter vorangetrieben werden.

Die sichtbaren Fenster im Innenhof gehören bereits zu den kommenden Hotelzimmern (Foto: Matthias Brüning)

MBN-Niederlassungsleiter Carsten Völkerding erklärte anlässlich des Richtfestes, dass ein Umbau dieser Größenordnung die beteiligten Gewerke besonders fordere. Das Projekt laufe jedoch nach Plan. Nun stehe insbesondere der weitere Innenausbau an.

Die Dimensionen des Umbaus werden beim Gang durch das Gebäude deutlich. Große Teile des früheren Einkaufszentrums sind kaum wiederzuerkennen. Gleichzeitig wurde bewusst nicht alles abgerissen: Möglichst viel vorhandene Gebäudesubstanz soll erhalten und in das neue Konzept integriert werden.

Eröffnung im Sommer 2027

Das ehemalige Einkaufszentrum wurde Ende 2024 leergezogen. Bis Sommer 2027 soll daraus auf rund 23.000 Quadratmetern ein sogenanntes Mixed-Use-Quartier entstehen. Anders als früher soll sich die Nutzung nicht ausschließlich auf den Einzelhandel konzentrieren.

Geplant ist ein Mix aus Handel, Gastronomie, Hotel, Fitness, Büro sowie Kultur und Bildung.

Ein Großteil der zukünftigen Nutzer steht bereits fest. Zu den Mietern gehören REWE, Deichmann, B&B Hotels und die Musikschule des Emslandes. Außerdem kehren dm und Woolworth zurück. Hinzukommen sollen ein Fitnessstudio und ein k-Kiosk mit Tabak, Lotto, Snacks und Presseangeboten. Zwei weitere „namhafte“ Mieter sollen kurz vor der Unterschrift stehen. Für Besucher des Quartiers stehen künftig 468 Stellplätze auf zwei Ebenen in der Tiefgarage zur Verfügung.

Verbindung zwischen Bahnhof und Altstadt

Bürgermeister Helmut Knurbein bezeichnete das Ems-Quartier beim Richtfest als wichtigen Baustein für die Entwicklung der Meppener Innenstadt. Das Quartier schließe die Lücke zwischen Bahnhof und Altstadt und werde das bestehende Handels-, Dienstleistungs- und Kulturangebot ergänzen.

Rund 100 Gäste waren der Einladung zum Richtfest gefolgt.

Zusätzliche Bedeutung bekommt der Standort durch die Entwicklung des unmittelbar angrenzenden Gebietes „Rechts der Ems“. Dort sollen nach Angaben der Stadt bis zum Jahr 2030 rund 1.000 neue Wohneinheiten entstehen.

Nachhaltigkeit spielt beim Umbau eine wichtige Rolle

Bei der Revitalisierung soll möglichst viel der vorhandenen Bausubstanz erhalten bleiben. Damit sollen Ressourcen geschont und zusätzliche Emissionen vermieden werden. Gleichzeitig entstehen neue Bereiche und ein grüner, lichtdurchfluteter Innenhof.

Auf dem Dach ist außerdem eine Photovoltaikanlage vorgesehen. Für das gesamte Objekt wird eine BREEAM-Zertifizierung mit der Einstufung „Exzellent“ angestrebt.

Bis zur geplanten Eröffnung bleibt allerdings noch einiges zu tun. Die aktuellen Einblicke zeigen aber bereits, wie stark sich das frühere Einkaufszentrum verändert hat. Nach dem Richtfest beginnt nun zunehmend die Phase, in der aus dem Roh- und Umbau Schritt für Schritt das neue Ems-Quartier wird.

Fotos: Matthias Brüning

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