Gemeinsam eine Sprache finden: Fachlicher Austausch zu Schmerz, Neurodivergenz und Beziehungsgestaltung in Haselünne

Lingen/Haselünne (pm). Chronische Schmerzen, Neurodivergenz, Bindung, Kultursensibilität, Selbsthilfe und die Überwindung von Sprachlosigkeit und gemeinsamer Sprache standen im Mittelpunkt des diesjährigen psychosomatischen Wochenendes im St. Vinzenz-Hospital Haselünne.
Fabian Brand
Einige der Referenten: Prof. Peter Zimmermann (v.li.), Andrea Eppinger, Dr. Stephan Frisch, Dr. Carina Michalek, Prof. Marie-Luise Dierks, Dr. Ibrahim Özkan. (Foto: Bonifatius Hospital Lingen)

Die wissenschaftliche Leiterin Dr. Carina Michalek, Chefärztin der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, konnte renommierte Referenten, unter anderem von Universitäten aus ganz Deutschland, gewinnen. In abwechslungsreichen Vorträgen und praxisnahen Workshops erhielten die zahlreich teilnehmenden Haus- und Fachärzte sowie Psychotherapeuten aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und konkrete Impulse für ihre tägliche Arbeit.

Ein Schwerpunkt lag auf dem Zusammenspiel körperlicher Beschwerden mit emotionalen und sozialen Belastungen. Am Beispiel der Vulvodynie wurde anschaulich vermittelt, wie eng Schmerzerleben und psychosoziale Faktoren miteinander verbunden sein können. Auch der Umgang mit Menschen aus dem Autismus-Spektrum und mit ADHS, die Bedeutung von Bindung und emotionaler Entwicklung sowie kultursensible Kommunikation wurden praxisnah thematisiert.

Auch die Rolle von Selbsthilfegruppen als wichtige Säule des Gesundheitswesens wurde beleuchtet. Gesprächsübungen mit einer Schauspiel-Patientin sowie praktische Einblicke in Kunst- und Musiktherapie ermöglichten es den Teilnehmenden, neue Methoden unmittelbar zu erproben.

Neben der fachlichen Weiterbildung standen der persönliche Austausch und die Vernetzung im Mittelpunkt. Das gegenseitige Kennenlernen schafft wichtige Voraussetzungen für eine langfristig gute und vernetzte Versorgung von Menschen mit psychosomatischen Erkrankungen im Emsland.

Deutlich wurde dabei vor allem eines: Gute psychosomatische Behandlung braucht neben medizinischem Wissen Zeit, Verständnis und Sprache.

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