JVA-Beamtin in Meppen unter Verdacht: Ermittlungen wegen Handy- und Drogenschmuggels

Meppen. In der Justizvollzugsanstalt (JVA) Meppen laufen umfangreiche Ermittlungen wegen des Verdachts auf den Schmuggel von Mobiltelefonen und Drogen. Im Mittelpunkt steht eine 32-jährige Justizvollzugsbeamtin. Gegen sie ermittelt die Staatsanwaltschaft Osnabrück wegen des Verdachts der Bestechlichkeit. Darüber hinaus richten sich die Ermittlungen gegen acht weitere Beschuldigte.
Matthias Brüning
Foto: Matthias Brüning

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass die Beamtin gegen Bezahlung unter anderem Handys und Drogen in die JVA eingeschleust beziehungsweise entsprechende Schmuggelgeschäfte ermöglicht haben könnte. 

Acht weitere Beschuldigte

Neben der 32-Jährigen wird gegen acht weitere Personen im Alter zwischen 22 und 75 Jahren wegen des Verdachts der Beihilfe ermittelt. Dabei handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um Gefangene sowie Personen außerhalb der JVA, die als Kontaktpersonen fungiert haben sollen. 

Damit ist nach bisherigem öffentlich bekannten Ermittlungsstand eine JVA-Bedienstete Beschuldigte. Hinweise darauf, dass auch gegen weitere Bedienstete der JVA Meppen strafrechtlich ermittelt wird, wurden bislang nicht bestätigt.

Durchsuchungen in der JVA und neun Wohnobjekten

Im Zuge der Ermittlungen kam es am Samstag zu umfangreichen Durchsuchungsmaßnahmen. Dabei wurden einzelne Bereiche der JVA Meppen sowie neun Wohnobjekte in Delmenhorst, Oldenburg und im Landkreis Emsland durchsucht.

Die Ermittler waren insbesondere auf der Suche nach Mobiltelefonen, Drogen und Bargeld. Gleichzeitig sollen mögliche Handels- und Kontaktstrukturen hinter dem mutmaßlichen Schmuggel aufgeklärt werden. 

Ausgangspunkt der Ermittlungen waren laut Staatsanwaltschaft mehrere Hinweise sowie zahlreiche Mobiltelefone, die zuvor innerhalb der JVA sichergestellt worden waren.

Drogen und Handys waren bereits früher Thema

Probleme mit unerlaubten Gegenständen und Drogen in der JVA Meppen hatten bereits in der Vergangenheit für öffentliche Diskussionen gesorgt. Insbesondere Vorgänge im offenen Vollzug waren 2024 auch Thema im Niedersächsischen Landtag.

Das Niedersächsische Justizministerium erklärte seinerzeit, dass nach Bekanntwerden eines entsprechenden Videos die betroffene Abteilung umfassend kontrolliert worden sei. Dabei seien die Haft- und Nebenräume sowie die Gefangenen durchsucht worden. Bei dieser konkreten Kontrolle seien allerdings keine Drogen, Alkohol oder Handys gefunden worden. Die Regeln für Gefangene im offenen Vollzug wurden anschließend verschärft. 

Die jetzt bekannt gewordenen Ermittlungen haben allerdings eine andere Dimension: Erstmals steht bei diesem aktuellen Komplex eine Bedienstete selbst im Verdacht, gegen Bezahlung am Einschleusen verbotener Gegenstände beteiligt gewesen zu sein.

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Osnabrück dauern an. Ob und in welchem Umfang sich die Vorwürfe bestätigen, ist derzeit offen. Für die 32-jährige Beamtin sowie die weiteren Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung.

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