Startschuss für „EmslandCare“ in acht Kommunen

Meppen (pm). Mit dem auf Initiative der emsländischen Städte und Gemeinden entwickelten Projekt EmslandCare baut der Landkreis Emsland seine Unterstützungsangebote im Gesundheits- und Pflegebereich weiter aus. Ziel ist es, Bürgerinnen und Bürgern vor Ort eine verlässliche Anlaufstelle zu bieten und zugleich Hausarztpraxen spürbar zu entlasten. Inzwischen liegt der Förderbescheid der NBank vor, so dass jetzt der offizielle Startschuss für das Projekt fällt. „Diese Förderung gibt uns die Möglichkeit, EmslandCare verlässlich und gemeinsam mit den Städten und Gemeinden aufzubauen“, betont Landrat Marc-André Burgdorf. Ziel sei es, das Angebot kreisweit und langfristig als festen Bestandteil der regionalen Versorgungslandschaft zu verankern. „Wir versprechen uns viel von dem Projekt – denn wenn es gelingt, Menschen frühzeitig zu unterstützen und Wege aufzuzeigen, ist das ein Gewinn für alle Beteiligten.“
Fabian Brand
Die Umsetzer von „EmslandCare“ freuen sich über den Startschuss für das Projekt, darunter Landrat Marc-André Burgdorf (4.v.r.) und Dr. Sigrid Kraujuttis (2.v.l.), HVB-Sprecher Helmut Knurbein (3.v.l.) und Christoph Schwerdt (4.v.l) sowie Wolfgang Hentrich (Mitte) von genial eG. (Foto: Landkreis Emsland)

Unter dem Dach der Gesundheitsregion Emsland entstehen in den Rathäusern der Städte, Samtgemeinden und Gemeinden zusätzliche Beratungsangebote mit einer klaren Lotsenfunktion. Dort erhalten Ratsuchende Unterstützung bei Fragen zu psychosozialen Belastungen, Pflege, Demenz oder ähnlichen Themen – niedrigschwellig, wohnortnah und ohne lange Wartezeiten.

Burgdorf verweist auf den steigenden Unterstützungsbedarf in der Bevölkerung: Immer mehr Menschen – auch jüngere – stünden unter hohem Druck, familiäre Rückendeckung nehme ab und gesundheitliche Problemlagen würden komplexer. „Viele wenden sich mit diesen Anliegen zunächst an ihre Hausärztin oder ihren Hausarzt, obwohl es dabei oft gar nicht um medizinische Fragen geht“, so Burgdorf. EmslandCare setze genau hier an, indem es Orientierung biete, Zeit für Gespräche schaffe und Hilfen koordiniere – und damit gleichzeitig ärztliche Ressourcen schone.

Gesundheitsdezernentin Dr. Sigrid Kraujuttis hebt hervor, dass EmslandCare auf bestehenden Strukturen aufbaut: Die Zusammenarbeit zwischen dem Pflegestützpunkt Emsland und dem Lingener Gesundheitsnetzwerk genial eG habe sich bereits bewährt. „Mit EmslandCare führen wir diese Erfahrungen zusammen und entwickeln sie weiter. Medizinische Versorgung, Pflege und psychosoziale Beratung greifen künftig noch stärker ineinander – davon profitieren sowohl die Ratsuchenden als auch die Versorgungsstrukturen insgesamt.“

Das Projekt Emsland Care ist laut Wolfgang Hentrich, Vorstandsvorsitzender des Ärztenetzes genial eG, keine Sparmaßnahme, die den Menschen Leistungen vorenthalten soll, sondern es geht im Gegenteil darum, das Leistungsangebot zu verbreitern und damit am Ende den Menschen schneller zu helfen und dazu noch die Hausärzte zu entlasten.

Kern des Projekts sind qualifizierte Fachkräfte mit Hintergründen unter anderem aus Pflege, Sozialpädagogik oder Psychologie. Sie beraten, hören zu und helfen dabei, passende Unterstützungsangebote zu finden oder Kontakte herzustellen. Medizinische Diagnosen oder Behandlungen gehören nicht zu ihren Aufgaben.

Die Sprechstunden in den neuen Anlaufstellen werden jeweils zur Hälfte durch Mitarbeiterinnen des Pflegestützpunktes Emsland sowie der genial eG übernommen. Die organisatorische Koordination liegt beim Landkreis Emsland. Nach Bewilligung der Fördermittel zum Jahresende rekrutiert die genial eG derzeit zusätzliches Personal, um das Angebot schrittweise auszuweiten.

Der Landkreis hat sich in den vergangenen Wochen eng mit den Kommunen abgestimmt – insbesondere zu Fragen der Räumlichkeiten, Technik und konkreten Sprechzeiten. Bereits ab Januar können in acht Kommunen erste Sprechzeiten angeboten werden: Freren, Emsbüren, Spelle, Rhede, Lingen, Geeste, Twist und Haselünne. In weiteren acht Kommunen sollen die Angebote im Februar starten.

Ein zentraler Baustein für den Projektstart ist die Förderung durch die NBank über das Programm „Zukunftsregion Ems-Vechte“. Für das Vorhaben „EmslandCare – Fachkräftepool zur Entlastung der hausärztlichen Versorgung“ wurden Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds Plus (ESF+) bewilligt. Die Zuwendung beträgt bis zu 586.000 Euro und deckt 40 Prozent der zuwendungsfähigen Gesamtausgaben von fast 1,5 Millionen Euro ab.

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