Tritt in Deutschland bald eine Gasmangellage ein?

Fakt ist, ab einem Füllstand von 20 Prozent tritt die Gasmangellage ein. Am Abend des 28.01.2026 betrug der Füllstand 35,1%. Wie geht es weiter?
Matthias Brüning
Bleiben die Heizungen vielleicht bald kalt? Diese Frage scheint in diesem Winter berechtigt zu sein (Foto: Matthias Brüning)

Wenn man bei den anhaltenden Temperaturen von einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von 0,8% der Gasspeicher ausgeht, dann erreicht man die kritische Grenze von 20% in etwa 19 Tagen. Dies wäre am 17.02.2026 der Fall. 

Sollte dies so eintreten, dann werden große Verbraucher wie Schwimmbäder, gegebenenfalls auch Industrieanlagen, vom Netz genommen.

Während die vergangenen zwei Jahre durch milde Witterung und extrem hohe Sicherheitsreserven geprägt waren, startete Deutschland am 1. November 2025 mit einem Speicherfüllstand von lediglich 75 % in die Heizsaison. Dies ist ein historisch niedriger Wert. 

Die unzureichende Ausgangsbefüllung vor dem Winter 2025/26 stellt damit weiterhin den zentralen Risikofaktor für die Versorgungssicherheit dar. Zwar hat der bisherige Winterverlauf die Lage temporär entspannt (Stand: 20.01.2026), an den strukturellen Schwächen der Wintervorsorge ändert dies jedoch nichts. Dies geht aus den Seiten der Initiative Energien Speichern e.V. (INES) hervor. Hier kann auch jeder Bürger täglich den aktuellen Stand einsehen. (Hinweis: Aufgrund der Vielzahl an abgerufenen Daten kann es beim Laden der Karte zu Verzögerungen kommen.)

Der aktuelle Füllstand beträgt am 29.01.2026 um 12 Uhr 34,2%

Sebastian Heinermann, Geschäftsführer von INES, kommentierte bereits im November: Die Speicherbefüllung für den Winter 2025/26 reicht für den Fall eines extrem kalten Winters trotz der neuen LNG-Importkapazitäten nicht aus. Die bestehenden politischen Rahmenbedingungen wurden nicht genutzt, um höhere Füllstände sicherzustellen. Für die Zukunft ist es wichtig, dass die Bundesregierung  – wie im Koalitionsvertrag angekündigt – Instrumente auf den Weg bringt, um eine versorgungssichere und kostengünstigere Befüllung der Gasspeicher sicherzustellen. 

Eine Szenarioanalyse, basierend auf Modellen der Initiative Energien Speichern (INES), zeigt auf:

  • Basisszenario (Normalwetter): Die gesetzlichen Füllstandsvorgaben (30 % zum 1. Februar 2026) können knapp eingehalten werden. Eine Mangellage wird vermieden.
  • Risikoszenario (Extremwinter 2010): Bei anhaltender Kälte im Februar droht eine vollständige Entleerung der Speicher bereits vor Ende des meteorologischen Winters. Dies würde das System in einen Zustand zwingen, in dem der Tagesverbrauch nicht mehr vollständig durch Importleistung und Rest-Ausspeisung gedeckt werden kann.

Die Bundesnetzagentur sieht darin allerdings keinen Grund zur Sorge. Auch in unseren Nachbarländern sinken die Füllstände deutlich. Besonders bei unseren Hauptlieferanten für Gas: In den Niederlanden liegen die Füllstände bei rund 30 Prozent, in Frankreich bei 35 Prozent und in Belgien bei 35 Prozent. Ob Deutschland angesichts dieser Zahlen weiterhin auf diese Gaslieferanten setzen kann, wollte die Bundesnetzagentur laut einem t-online Bericht nicht beantworten. 

Fazit: Die Lage in den kommenden Wochen scheint diesbezüglich spannend zu bleiben. Die Bewertung der Versorgungssicherheit erfolgt in der Verantwortung des Bundeswirtschaftsministerium und durch das Monitoring der Bundesnetzagentur. 

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