Für intensivere Nutriabekämpfung – Landkreis Emsland fördert Jägerschaften und stellt Fallen vor

Haren (pm). Die Nutria, auch Sumpfbiber genannt, ist eine Neozoen, also eine eingewanderte, fremde Art, die aus wasserwirtschaftlicher Sicht Probleme schafft. Im Jagdjahr 2024/25 haben Jäger im Emsland 7835 Nutria erlegt. Im Vergleich zu insgesamt 53.748 gestreckten Tieren in ganz Niedersachsen ist das Emsland damit die im gesamten Bundesland am stärksten von dieser invasiven Art betroffene Region. Der Landkreis Emsland unterstützt nun die Jägerschaften Aschendorf-Hümmling, Meppen und Lingen bei der Anschaffung von speziellen Nutriafallen „Trapper Neozoen“.
Phil Gerdes
Stellten die Nutriafallen und die Förderung vor: (v. l.): Verbandsvorsteher Bernd-Carsten Hiebing, Jochen Roling, Vorsitzender der Jägerschaft Lingen, Christoph Elbert von der Jägerschaft Meppen, Bernd Sieve, Vorsitzender der Jägerschaft Aschendorf-Hümmling, und Landrat Marc-André Burgdorf. (Foto: Landkreis Emsland)

50.000 Euro je Jägerschaft, somit zusammen 150.000 Euro, stellt der Landkreis Emsland dafür zur Verfügung. Durch ihre Grabetätigkeit stellen die Nutria eine große Gefahr für den Hochwasserschutz dar. Die Nutria sind im Bereich von Brücken, Wehren, Sielen, Schleusen und Einrichtungen des Hochwasserschutzes, insbesondere Deichen, nicht zu tolerieren. Auf eine Intensivierung der gezielten Bekämpfung von Nutria kann daher nicht verzichtet werden“, nennt Landrat Marc-André Burgdorf bei einem gemeinsamen Pressetermin mit den Jägerschaften am Landegger Schloot in Haren den Grund für die Förderung.  

Die weitreichenden Bauten der Nutria können die Stabilität von Deichen und Gewässerböschungen und damit auch von Straßen und technischen Anlagen gefährden. Auch können Personen, die die Böschungen u. a. auch mit Maschinen unterhalten, durch Einsturz oder Abrutschen der Böschung in das Gewässer gefährdet werden“, sagt Bernd-Carsten Hiebing, Verbandsvorsteher des Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverbandes Ems-II.

Die emsländischen Jägerinnen und Jäger leisten mit der Jagd auf Nutria einen wertvollen Beitrag für den Schutz und die Sicherheit der Gewässeranlagen sowie zum Hochwasserschutz. Diesen Schutz bauen wir mit dem zweckgebundenen Zuschuss für die Jägerschaften weiter aus“, sagt der zuständige Dezernent Christoph Exeler.

Damit die Nutriabejagung auch unter Berücksichtigung der Auflagen der Schutzgebietsverordnungen durchgeführt werden kann, soll ein spezieller Fallentyp zum Einsatz kommen. Bei den Nutriafallen „Trapper Neozoen“ mit elektronischem Fangmelder handelt es sich um kompakte und leicht zu transportierende Rohrfallen, die flexibel und an wechselnden Standorten im Revier eingesetzt werden können.

„Das Fangsystem ist tierschutzgerecht und sicher; eine Verletzungsgefahr für andere Arten wie Wild besteht nicht. Wertgebende Arten wie Biber und Fischotter werden durch die Lebendfalle ebenfalls nicht gefährdet“, sagt Exeler. Die Rohrfalle meldet unverzüglich Fänge.

Die Nutria ist nicht nur eine invasive Art, die die Deichsicherheit und den Deichschutz gefährdet, durch ihre Wühltätigkeit schädigt sie auch Uferbereiche und seltene Lebensräume, wie beispielsweise Röhrichte und Schilfgürtel – Lebensräume vieler seltener Arten und wichtige Kinderstuben für Vögel, Fische oder Amphibien. Die Jagdstreckenergebnisse bei uns in der Region belegen sehr deutlich, dass die Jägerinnen und Jäger hier ihrem Auftrag einer intensiven Bejagung der Nutria nachkommen. Wir sind dem Landkreis Emsland sehr dankbar für dieses Förderprojekt und die Unterstützung. Es ist auch ein Zeichen der Anerkennung und Wertschätzung des Engagements und der Arbeit der Jägerinnen und Jäger hier im Landkreis“, betonen die Vorsitzenden der Jägerschaften Jochen Roling (Lingen) und Bernd Sieve(Aschendorf-Hümmling) sowie Christoph Elbert vom Vorstand der Jägerschaft Meppen übereinstimmend.   

Die Nutria siedelt im Emsland bevorzugt an strömungsarmen Fließ- und Stehgewässern mit reicher Pflanzenvegetation. Die Population hat sich im wasserreichen Emsland in den vergangenen Jahren stark vergrößert und ausgebreitet.

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