Lingen – „Zeit, die prägt“ – ist die neue Kampagne des Bundesfamilienministeriums

Lingen (pm). Kindern ein Zuhause geben, in dem sie Zuwendung, Stabilität und „Zeit, die prägt“ erfahren können - das ist das Ziel der neuen bundesweiten Kampagne des Bundesfamilienministeriums. Sie stellt die Bedeutung von Pflegefamilien in den Mittelpunkt und möchte mehr Menschen ermutigen, selbst ein Pflegekind aufzunehmen.
Fabian Brand
Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesfamilienministerium Mareike Lotte Wulf (7. V. r.) traf sich mit sechs Pflegefamilien im Emsland. Der Erste Kreisrat des Landkreises Emsland Martin Gerenkamp (5. V. r.) und der örtliche Landtagsabgeordnete Christian Fühner (rechts) nahmen an dem Treffen teil. (Foto: Wahlkreisbüro Christian Fühner MdL)

Um einen Eindruck über die Tätigkeit von Pflegeeltern zu gewinnen, trat die Parlamentarische Staatssekretärin Mareike Lotte Wulf mit sechs Pflegefamilien im Emsland in den Austausch. Diese berichteten vom Alltag nach der Aufnahme von Pflegekindern. Sowohl die positiven Erlebnisse wie auch Herausforderungen wurden thematisiert. Ebenso stand die enge Zusammenarbeit zwischen dem Jugendamt und den Pflegefamilien im Fokus – eine Arbeit, die entscheidend dafür ist, dass Kinder und Jugendliche gut unterstützt werden.

Staatssekretärin Wulf dankte den anwesenden Pflegeeltern, die stellvertretend für die gesamte Pflegeelternschaft teilnahmen, für ihr Engagement und ihren Einsatz. Es sei für sie sehr informativ gewesen, die Sichtweise der Pflegeeltern zu hören. „Pflegeeltern leisten Unersetzbares – nicht nur für ihre Pflegekinder, sondern für die gesamte Gesellschaft. Sie bieten Kindern mit einer Vorgeschichte ein Zuhause und eine Bindung. Deshalb ist es wichtig, dass ihre Stimme in der Politik gehört wird. Pflegeeltern müssen unterstützt und unsere Gesetze und Systeme kind- und familiengerecht weiterentwickelt werden.“

Verbesserungsvorschläge aus der Praxis wolle sie in der politischen Arbeit berücksichtigen. Bereits vor einiger Zeit hatte sie ein Gespräch mit Pflegekindern geführt und hat somit jetzt die Sichtweise von Kinder- und Elternseite gehört.

Martin Gerenkamp als zuständiger Dezernent des Landkreis Emsland begrüßte den Austausch mit allen Beteiligten: „Wenn alle politischen Ebenen über den Alltag der Pflegefamilien informiert sind, können sie gemeinsam Verantwortung für die Betroffenen übernehmen“.

Christian Fühner, Mitglied des niedersächsischen Landtag, der diesen Austausch ermöglicht hat, konnte direkte Eindrücke von den Pflegefamilien gewinnen. Fühner versprach, sich auf Landesebene für eine bessere Verzahnung zwischen Schule und dem Alltag der Pflegefamilien einzusetzen.

Durch die Schilderungen der Pflegefamilien und dessen Alltagserfahrungen wurde Wulf, Fühner und Gerenkamp ein guter Einblick vermittelt. Alle drei bedankten sich herzlich für das Engagement der Pflegeeltern. Hier sei deutlich geworden, dass die Begleitung der Pflegekinder mit viel Herzblut durchgeführt werde, sagten sie.

„Für viele Kinder sind Pflegefamilien ein sicherer Ort, ein Stück Alltag, Stabilität und Geborgenheit“, sagt Gerenkamp. Vom Landkreis Emsland wurden im vergangenen Jahr über 500 Pflegekinder in ihren Pflegefamilien begleitet. Hier wird unterschieden zwischen Dauerpflege, Kurzzeitpflege und Bereitschaftspflege. Kinder, die in einer Dauerpflege leben, sind über einen längeren Zeitpunkt in einer Pflegefamilie untergebracht. Kinder, die in einer Bereitschaftspflege leben, wurden in Krisensituationen aus der Herkunftsfamilie untergebracht und benötigen eine Familie für den Zeitraum der Perspektivklärung.

Bundesweit fehlen jedes Jahr rund 4.000 Pflegefamilien. Auch im Landkreis Emsland werden weitere Pflegefamilien gesucht. Voraussetzungen für die Pflegeelternschaft werden auf der Kampagnen-Seite des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgeführt. Weiter stehen auch die Mitarbeiter/-innen vom Jugendamt Landkreis Emsland für einen Austausch, Beratung und Informationsgesprächen zur Verfügung.

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