Neun Stauanlagen stärken Wasserrückhalt – Umsetzung von nachhaltigen Maßnahmen im Bereich Handrup

Handrup (pm). Den regionalen Wasserhaushalt stärken und dabei den Klimawandel berücksichtigen – das ist der Hintergrund des Projekts „Nachhaltiges Wassermengenmanagement im Einzugsgebiet der Lotter Beeke“. Im Zuge des Projekts sind weitere konkrete Maßnahmen für ein nachhaltiges Wassermengenmanagement erfolgreich umgesetzt worden. Im Bereich der Gemeinde Handrup (Samtgemeinde Lengerich) wurden insgesamt neun steuerbare Stauanlagen sowie zwei Steinschwellen in Gewässern errichtet.
Phil Gerdes
Freuen sich mit den Flächenbewirtschaftern über eine gelungene Maßnahme: Burkhard Wagner (Untere Wasserbehörde, LK Emsland, 2.v.l.), Landrat Marc-Andre Burgdorf (vorne), Michael Reiners (Abteilungsleiter Untere Wasserbehörde, LK Emsland, 2.v.r.) sowie Alfons Eilers (Verbandsvorsteher Wasser- und Bodenverband Lotter Beeke, ganz rechts). (Foto: Landkreis Emsland)

Die zahlreichen Hitzesommer verbunden mit verringertem Niederschlag und extremer Trockenheit sind alarmierend – insbesondere für das wasserverwöhnte Emsland. Es findet bei uns im Emsland daher seit geraumer Zeit ein Umdenken statt: Von der einstigen Ableitung des wertvollen Guts Wasser zum stärkeren Halten des Wassers in der Fläche, um so den Landschaftswasserhaushalt nachhaltig zu stabilisieren“, nennt Landrat Marc-André Burgdorf das Ziel des Projekts.

Die nun realisierten Maßnahmen markieren den Übergang von der Planung in die praktische Umsetzung. Gleichzeitig zeigt sich, dass der eingeschlagene Weg in der Region auf breite Unterstützung stößt: Weitere Maßnahmen zum Wasserrückhalt wurden im Einzugsgebiet auf Initiative von Flächenbewirtschaftern angestoßen und werden sukzessive umgesetzt“, sagt Burgdorf.

Die eingebauten Stauanlagen ermöglichen es, die Wasserstände – angepasst an Jahreszeit, Witterung und landwirtschaftliche Anforderungen – flexibel zu regulieren. So kann der Wasserspiegel in den Gräben gezielt angehoben werden. Gerade in trockenen Phasen kann dies dem Austrocknen kleiner Gewässer entgegenwirken und Versickerung sowie die Grundwasserneubildung fördern“, erläutert Michael Reiners, Abteilungsleiter Allgemeine Wasserwirtschaft beim Landkreis Emsland.

Eine der insgesamt neun Stauanlagen in der Gemeinde Handrup, mit der effektiv je nach Bedarf Wasser reguliert werden kann. (Foto: Landkreis Emsland)

Die Standorte der Anlagen wurden im Rahmen des Projekts gemeinsam mit den beteiligten Akteuren vom Wasser- und Bodenverband Lotter Beeke sowie einem Fachbüro erarbeitet. „Mit dem abgestimmten Vorgehen erreichen wir eine möglichst hohe Wirksamkeit und Akzeptanz“, sagt Reiners. Die bauliche Umsetzung erfolgte durch den Wasser- und Bodenverband Lotter Beeke als Unterhaltungspflichtigen und Staurechtsinhaber.

Der Landkreis Emsland hat die aktuelle Maßnahme finanziert und unterstützt den Prozess gezielt durch entsprechende Förderprogramme. Gemeinsam mit den Wasser- und Bodenverbänden sowie den Flächeneigentümern sollen damit weitere Projekte in der Fläche umgesetzt und so die Anpassung an die Folgen des Klimawandels aktiv vorangebracht werden.

Auch in weiteren Projektgebieten im Landkreis – unter anderem im Bereich der Wasser- und Bodenverbände Ems-West und Süd-Nord-Kanal sowie Ahlder und Engdener Bach – werden derzeit Maßnahmen vorbereitet, um den Wasserrückhalt zu stärken.

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