Unzureichende Stromnetze bremsen Entwicklung aus

Emsbüren (pm). Für einen schnellen und bedarfsgerechten Ausbau des Stromnetzes im Landkreis Emsland sprachen sich Landrat Marc-André Burgdorf, Bürgermeister Andreas Kaiser (Salzbergen) als Vorsitzender des emsländischen Kreisverbandes des Nds. Städte- und Gemeindebundes (NSGB) und Samtgemeindebürgermeister Ludger Kewe (Werlte) als dessen Geschäftsführer stellvertretend für alle emsländischen Kommunen aus. Sie appellierten an die Netzbetreiber, die Stromnetze bedarfsgerecht auszubauen.
Fabian Brand
Die Mitgliederversammlung des NSGB, Kreisverband Emsland, mit Landrat Marc-André Burgdorf (3. v. l.), NSGB-Vorsitzendem Emsland, Bürgermeister Andreas Kaiser (r.) sowie Geschäftsführer des NSGB-Kreisverbandes, Samtgemeindebürgermeister Ludger Kewe (l.), appellierten an die Netzbetreiber für einen bedarfsgerechten Ausbau der Stromnetze. (Foto: Samtgemeinde Werlte)

In der Versammlung des NSGB-Kreisverbandes Emsland, bei der alle emsländischen Kommunen in der Gemeinde Emsbüren zusammenkamen, stand der Ausbau der Stromnetze im Landkreis Emsland im Fokus. „Der Netzausbau ist ein überaus bedeutendes Infrastrukturthema und eine zentrale Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Hier zeigen sich zunehmende Engpässe, die zu einer gefährlichen Bremse sowohl für die wirtschaftliche Entwicklung als auch für die Nutzung erneuerbarer Energien im Emsland werden könnten.“, zeigen sich Kaiser und Kewe als Vertreter der Kommunen besorgt.

„Wir unterstützen die Energiewende im Landkreis Emsland nach Kräften. Bedenklich finde ich aber, dass wir gesetzlich verpflichtet werden über drei Prozent der Landkreisfläche für Windenergieanlagen und zusätzlich noch 0,5 Prozent für Freiflächenphotovoltaikanlagen zur Verfügung zu stellen, wenn gleichzeitig nicht sichergestellt wird, dass die Netze den Strom überhaupt aufnehmen können“, betont Burgdorf. Der Landkreis Emsland habe sich dank des Engagements innovativer Unternehmen und deren Mitarbeiter in den vergangenen Jahren wirtschaftlich überdurchschnittlich positiv entwickelt. „Dieser Entwicklung wollen wir fortsetzen. Wirtschaftliche Investitionen und die strategische Weiterentwicklung der Region dürfen nicht an fehlenden Stromanschlüssen scheitern“, sagt der Landrat.

In ihrem Vortrag auf der Mitgliederversammlung wiesen der Netzbetreiber AVACON, der sich für die regionale Hochspannungsebene verantwortlich zeichnet, ebenso wie die Stromversorger EWE Netz und Westnetz als für das Verteilnetz bzw. Mittelspannungs- und Niederspannungsnetz zuständige Unternehmen auf erhebliche Engpässe in den Netzen hin. Alle Netze seien stark belastet, wobei der größte Engpass auf der regionalen Hochspannungsebene bestehe. Diese Engpässe erschweren insbesondere die zeitnahe Integration neuer Wind- und Solarparks und bremsen damit den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien in der Region. Die Energiekonzerne machten deutlich, dass sich die Situation beim Leistungsbezug jedoch noch dramatischer darstelle: Unternehmen könnten unter Umständen nicht den Stromanschluss erhalten, den sie für ihre weitere Entwicklung benötigten – egal, ob es sich beispielsweise um den Ausbau eine Betriebsstandortes oder um den Aufbau eines Ladeparks für Elektromobilität handelt.

„Hier drohen wichtige Zukunftsinvestitionen auf der Strecke zu bleiben. Darum fordern wir, dass sich der Netzausbau an den Bedarfen orientiert und dringend ein Ausbau stattfindet“, so der Landrat.

Kritisiert wurde von kommunaler Seite zudem die fehlende Differenzierung der Netzanschlussanträge. So würden beispielsweise Batteriespeicher, die hohe Anschlusskapazitäten binden und weder netzdienlich arbeiten noch Arbeitsplätze schaffen gleichbehandelt, wie Investitionsvorhaben von Unternehmen, die der Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen dienen.

Adressaten dieses Appells seien deshalb nicht nur die Netzbetreiber, sondern auch die Landes- und Bundesregierung. „Durch die Vereinfachung von Genehmigungsverfahren durch Land und Bund kann der Netzausbau beschleunigt und durch eine Veränderung der Vergabepraxis die Relevanz gesteuert werden“, betonen Burgdorf, Kaiser und Kewe abschließend.  

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