21-jährige Kolumbianerin aus Heede hat in letzter Sekunde Bleibeperspektive erhalten

Papenburg/Heede (pm). Die 21-jährige Kolumbianerin Juliana Valentina Franco Gerena lebt seit über zwei Jahren in Heede. Anfang Juni 2026 sollte die bereits seit Jahren ausreisepflichtige Kolumbianerin Deutschland zeitnah verlassen. Nur der schnelle und unbürokratische Einsatz der Wachstumsregion Ems-Achse und Volkshochschule Papenburg haben dies in letzter Sekunde verhindert.
Fabian Brand
Erleichtert über die Entscheidung der Ausländerbehörde sind Julia Noglik (von links), Peter Hilling, Juliana Valentina Franco Gerena und Gudrun Peltz. (Foto: Mammes/Wachstumsregion Ems-Achse)

Die junge Frau aus Südamerika hat endlich eine berufliche Perspektive – und kann darum in Deutschland bleiben. Die 21-jährige reiste 2024 gemeinsam mit ihrem kolumbianischen Freund nach Deutschland. Sie leben seitdem zusammen bei dessen Vater in Heede (Samtgemeinde Dörpen).

In einem Pressegespräch sagte sie, dass sie sich „in Heede sehr wohl fühlt“.  Sie „liebt Deutschland“. Sie arbeitete zwischenzeitlich als Aushilfskraft in der Gastronomie. Zudem erlernte sie an der Volkshochschule die deutsche Sprache. „Ich mache bald die Prüfung für den B1-Abschluss“, sagt sie stolz in relativ gutem Deutsch. Sie weiß nur zu gut, dass die Sprache der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration ist. „Ich muss Deutsch sprechen.“

Trotz allem drohte ihr immer die Abschiebung, da ihr Asylantrag vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge abgelehnt wurde und Kolumbien zu den sicheren Herkunftsländern zählt. Als der angekündigte Ausreisetermin immer näher rückt, wendet sie sich in ihrer Not an das Deutsche Rote Kreuz in Papenburg. Die Mitarbeiterin verweist sie schließlich an Gudrun Peltz. Sie leitet bei der Volkshochschule Papenburg das Projekt „MYTURN“ unter der Trägerschaft der Volkshochschule Papenburg.

Am 1. Juni steht Juliana Valentina Franco Gerena im Büro von Gudrun Peltz. Nach einem Telefonat bei der Ausländerbehörde überlegt sie, wer ihr helfen kann.

„Ich habe in meiner Not Dirk Lüerßen, den Geschäftsführer der Wachstumsregion Ems-Achse angerufen“, so Gudrun Peltz. Das Welcome Center der Wachstumsregion Ems-Achse hatte schon in der Vergangenheit mit der Nigerianerin Franca Osakue, die damals am Projekt “Frauen finden Ihren Weg (FFIW)” im Rahmen des Programms “MYTURN” teilgenommen hatte, eine hochqualifizierte Fachkraft schnell und unbürokratisch in Papenburg eine Arbeitsstelle bei der Royal Caribbean Group auf dem Areal der Meyer Werft vermittelt. Das Welcome Center 2.0 ist ein kofinanziertes Projekt der europäischen Union.

Lüerßen selbst informierte seine Projektmanagerinnen Anne Hanelt und Stephanie Leigers über die Notsituation. Nach kurzer Beratung nahmen sie Kontakt zu Peter Hilling auf. Er leitet das gleichnamige Hotel und Restaurant in Papenburg. „Es wird immer schwieriger, Auszubildende für den Hotel- und Gastronomiebereich zu finden“, sagt der Hotelier.

Trotzdem sei das Ganze schon „mehr als kurzfristig und eigentlich unglaublich gewesen“. Aber die Zeit drängte. So fand bereits am 3. Juni das Vorstellungsgespräch statt.

Er habe dabei einen guten Eindruck von Juliana Valentina Franco Gerena bekommen. „Ich wusste, das passt.“ Tatsächlich konnte die 21-Jährige noch an Ort und Stelle ihren Ausbildungsvertrag zur Hotelfachfrau unterschreiben. Bei allen Beteiligten machte sich Erleichterung breit. Die Gefahr der Abschiebung ist vorerst vom Tisch. Die junge Frau aus Südamerika hat damit langfristig in Deutschland eine Bleibeperspektive.

Am 1. August 2026 startet sie ihre dreijährige Ausbildung in Papenburg. Zudem besucht sie anfangs zweimal und im zweiten und dritten Ausbildungsjahr einmal pro Woche die Berufsbildenden Schulen in Emden. „Ich habe doch etwas Angst vor der Aufgabe“, gesteht sie ein. Dabei versprechen ihr Projektleiterin Gudrun Peltz, aber auch Projektmanagerin Julia Noglik von der Wachstumsregion Ems-Achse: „Wenn du Probleme hast, sind wir weiter für dich da.“

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