Andrea Nahles Fan der Ems-Achse – Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit zum Info-Austausch in Papenburg

Papenburg (pm). Ein dickes Lob aus berufenem Munde hat jetzt die Wachstumsregion Ems-Achse erhalten. Keine Geringere als die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles, ist zu einem Informationsaustausch in die Geschäftsstelle in Papenburg gekommen. „Ich reise gerade durch Deutschland, um gute Nachrichten zu sammeln.“
Phil Gerdes
Zum Informationsaustausch trafen sich in Papenburg die Vertreter und Vertreterinnen der Bundeagentur für Arbeit (von links) René Duvinage, Johannes Pfeifer, Daniela Ringenaldus und Andrea Nahles mit Dirk Lüerßen und Jens Stagnet von der Wachstumsregion Ems-Achse. (Foto: Wachstumsregion Ems-Achse)

Nach dem 90-minütigen Gespräch war die ehemalige SPD-Bundesministerin davon angetan, wie viel Positives sie über die Region Emsland/ Grafschaft Bentheim/ Ostfriesland erfahren durfte. „Ich fahre voller guter Nachrichten im Gepäck zurück nach Nürnberg.“ Leider seien die rund 50 Weiterbildungsagenturen in Deutschland längst nicht alle so erfolgreich unterwegs wie die Wachstumsregion im Emsland, in Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim.

Dabei wies Geschäftsführer Dr. Dirk Lüerßen auf das sehr gute Netzwerk der Ems-Achse mit ihren 950 Mitgliedern hin, von Wirtschaftsunternehmen über Kommunen und Kammern bis hin zu Hochschulen. Dies sei die Basis für eine erfolgreiche Arbeit der Region, die immerhin zweieinhalbmal so groß wie das Saarland ist.

Zu den wichtigen Partnern gehören zudem die hiesigen Agenturen für Arbeit. „Die Zusammenarbeit ist so gut wie nie.“ Sie ist unkompliziert und lösungsorientiert. „Wir vermeiden vor allen Dingen unnötige Doppelstrukturen“, so Lüerßen. Daniela Ringenaldus, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Emden-Leer, ergänzte: „Das Netzwerken in der Region macht uns stark.“

Im Rahmen des Austausches stellte die Ems-Achse drei konkrete Projekte vor. Wilko Alberring startete mit der Weiterbildungsagentur Nordwest, einem gemeinsamen Vorhaben mit der Agentur für Arbeit. Dabei versteht sich das Projekt als „Pfadfinder“ für Unternehmen u.a. in den Bereichen „Weiterbildung und Qualifizierung“.

„Wir wollen gerade kleineren Firmen zeigen, welche Angebote es für sie bereits zum Beispiel bei der Personalentwicklung gibt“, so Projektleiter Alberring. Dabei gehen die Beschäftigten der Wachstumsregion und der Agentur für Arbeit oftmals sogar gemeinsam zu den Unternehmen, um ihnen z.B. Qualifizierungs- oder Fördermöglichkeiten aufzuzeigen.“

Zugleich ist die Weiterbildungsagentur in Zukunft offen für Angebote, z.B. zur Personalentwicklung, von anderen Organisationen und Institutionen. Johannes Pfeifer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit, sprach in diesem Zusammenhang von der „Allianz der Willigen“, um im besten Fall die vielen Angebote untereinander zu vernetzen. René Duvinage, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Nordhorn, ergänzte: „Wir stehen erst am Anfang. Weitere Player können später gerne dazukommen.“

Alberring nannte als Ziel den Aufbau einer regionalen Personaldrehscheibe, um z.B. bei notwendigen Entlassungen Fachkräfte in der Region zu halten. Für Vorstandsvorsitzende Andrea Nahles ein gutes Beispiel dafür, dass es bei „bessere Optionen gibt als nur Transfergesellschaften“.

Als zweites neues Projekt, das vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird, stellte Fabian Rode die „Job-Rutsche Ems-Achse“ vor. Das Projekt unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, ihre Ausbildungsaktivitäten an die aktuellen Herausforderungen anzupassen – etwa durch eine bessere Ansprache junger Menschen oder zeitgemäße Praktikumskonzepte.

„Oft sind Ausbildungsbetriebe für junge Menschen schlicht nicht sichtbar“, so Projektleiter Fabian Rode. Gleichzeitig unterstützt das Team junge Menschen, die noch keine klare Vorstellung von ihrer beruflichen Zukunft haben oder nach einem Schul-, Ausbildungs- oder Studienabbruch neue Perspektiven und einen passenden Weg in die Arbeitswelt suchen.

Konkret geht es z.B. darum, Schulpraktika sowie Praktika generell sinnvoller zu gestalten. Davon profitieren beide Seiten. „Wir predigen seit 20 Jahren, dass diese Praktika gehaltvoller sein müssen“, ergänzt Nahles, um auch Gymnasiasten vorzeitig an Berufe bzw. die duale Ausbildung heranzuführen. So würden in den MINT-Bereichen rund 50 Prozent aller Studierenden das Studium abbrechen, weil es nicht ihren wirklichen Kompetenzen entspricht. „Diese Initiative der Wachstumsregion Ems-Achse kann somit sehr sinnvoll sein.“

100-prozentige Zustimmung fand bei Andrea Nahles zudem die Aussage von Projektleiter Jens Stagnet zum dritten Projekt: „Wir brauchen Zuwanderung.“ Bei der Internationalen Rekrutierung von Fachkräften fände ebenfalls eine enge Kooperation mit der Agentur für Arbeit statt.

Über das Rekrutieren von internationalen Fachkräften ging es beim Gespräch der Vertreter der Agentur für Arbeit mit Andreas Nahles (links) und Johannes Pfeiffer (2.v.l.) sowie dem Geschäftsführer der Wachstumsregion Ems-Achse, Dirk Lüerßen (rechts). (Foto: Wachstumsregion Ems-Achse)

Gemeinsam mit seinen Ems-Achse Kollegen Jan Woortmann und Maria Schischkin wies Stagnet auf die Ems-Achse Expats in Südafrika und Mexiko hin. In Zukunft will sich die Ems-Achse gezielt auf Südafrika konzentrieren. Nahles begrüßte ausdrücklich eine „Fokussierung“. Zudem gebe es Überlegungen bei der Agentur für Arbeit zur Einführung eines Integrationssiegels „Faire Migration“. Leider gebe es in bestimmten Ländern viele private Agenturen, die „Menschenhandel“ betrieben. Um diesen „schwarzen Schafen“ das Handwerk zu legen, braucht es ein Gütesiegel.

Maria Schischkin wies auf das Welcome-Center der Ems-Achse, gefördert vom Land Niedersachsen, hin. „Wir holen die internationalen Fachkräfte hierher, um sie zu integrieren.“ Wir geben Orientierung bei Behörden und Dokumenten. Selbst beim Familiennachzug hilft die Ems-Achse: „Wir haben gerade drei Familien aus Südafrika hier willkommen heißen dürfen“, sagte Maria Schischkin.  

Nahles unterstrich, wie wichtig eine erfolgreiche Integration für die deutsche Wirtschaft ist. Zumal zurzeit leider wieder mehr internationale Fachkräfte aus- als einwandern. Dabei seien deutsche Unternehmen auf diese Fachkräfte angewiesen.

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