Ausstellung von Rüdiger Barharn im Kunstzentrum Koppelschleuse eröffnet

Meppen (pm). Mit zahlreichen Gästen hat der Meppener Kunstkreis die Ausstellung „Zwei Zeiten“ des Künstlers Rüdiger Barharn im Kunstzentrum Koppelschleuse eröffnet. Besucherinnen und Besucher waren teils von weit her angereist, um einen Einblick in 25 Jahre künstlerischer Entwicklung zu erhalten.
Phil Gerdes
Vor Kurzem wurde die Ausstellung „Zwei Zeiten“ von Künstler Rüdiger Barharn (2.v.l.) im Kunstzentrum Koppelschleuse in Meppen eröffnet. (Foto: Kunstzentrum Koppelschleuse)

Begrüßt wurden die Gäste von der stellvertretenden Vorsitzenden Julia Wübben sowie Geschäftsführer Burkhard Sievers, die den Künstler vorstellten und sich über die Qualität und Vielseitigkeit der gezeigten Werke freuten. Rüdiger Barharn hat an der Hochschule der Künste in Berlin Malerei studiert und war Meisterschüler bei Prof. Bernd Koberling. Der Titel „Zwei Zeiten“ verweist auf eine rund 25-jährige Phase intensiver künstlerischer Auseinandersetzung, deren Spannbreite in der Präsentation eindrucksvoll sichtbar wird.

Gezeigt werden großformatige Malereien aus den frühen 2000er-Jahren neben neueren, kleinformatigen Zeichnungen. Dieser direkte Dialog zwischen früheren und aktuellen Arbeiten macht Wandlungsprozesse ebenso erfahrbar wie konsequente künstlerische Haltungen.

Eine Einführung in das Werk gab die Kunsthistorikerin Antonia Klostermann. Sie betonte den Wandel in Barharns neueren Arbeiten: „Barharns neuere nicht-gegenständlichen kleinformatigen Arbeiten kommen ohne jeden symbolischen Verweis aus, es zeigen sich keine Repräsentationen mehr. Der Fokus liegt auf dem Akt des ‚sich Vollziehens‘, des Tuns im Hier und Jetzt, der Prozesshaftigkeit.“

Klostermann ordnete diese Entwicklung kunsttheoretisch ein und verwies auf den sogenannten „performative Turn“, der seit den Nullerjahren die Künste prägt: „Farbe, Körper, Text oder Aktion führen Handlung aus, die Wirklichkeit konstituieren. Der Gegensatz von Signifikantund Signifikat, Form und Bedeutung, ist aufgehoben.“

Damit rückt Barharns aktuelles Schaffen weniger das Bild als fertiges Ergebnis in den Mittelpunkt, sondern den künstlerischen Prozess selbst – das Entstehen als eigenständige Aussage. Die Ausstellung „Zwei Zeiten ist noch bis zum 29. März im Kunstzentrum Koppelschleuse zu sehen. Gefördert wird das Projekt von der Sparkasse Emsland.

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