Gymnasiasten als Handwerker – Wachstumsregion und Kreishandwerkerschaft mit neuem Projekt in Papenburg

Papenburg (pm). Einen neuen Weg schlagen die Kreishandwerkerschaft Aschendorf Hümmling, die Wachstumsregion Ems-Achse sowie das Gymnasium Papenburg gemeinsam bei der Berufsberatung ein. Erstmals fand ein „Tag des Handwerks“ an einem Gymnasium in der Region statt. Bereits 125 Neuntklässler wie Dina Layth, Daniel Lutev oder Tim Abeln nutzten die Chance, unterschiedliche Handwerksberufe praxisnah kennenzulernen.
Phil Gerdes
Die Facharbeit eines Elektro-Technikers stellte Norbert Bröring den Neuntklässlern vor. (Foto: Wachstumsregion Ems-Achse)

Bisher wurde das Konzept vor allem an Oberschulen in der Region umgesetzt. Der „Tag des Handwerks“ wird von der Kreishandwerkerschaft in enger Kooperation mit der Ems-Achse organisiert und durchgeführt. Der Projekttag ist zugleich Bestandteil des Projekts „FKI-Start“, das vom Land Niedersachsen sowie aus Mitteln der Europäischen Union gefördert wird.

Schuldirektor Theo Hockmann dankte der Wachstumsregion Ems-Achse sowie der Kreishandwerkerschaft für diese Veranstaltung, die den Schülern gezielt Einblicke in die Arbeitswelt verschafft. Dabei folgten viele Schüler und Schülerinnen seiner Aufforderung: „Nutzt die Chance, handwerkliche Tätigkeiten ausprobieren zu können.“

Kristine Schmitz (stellvertretende Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft) und Theresa Kollmer (Projektmanagerin der Wachstumsregion Ems-Achse) zogen ein durchweg positives Fazit der Aktion. Schmitz ermutigte die Schüler der neunten Klasse, zukünftige Berufspraktika zu nutzen, um weitere Einblicke in handwerkliche Berufe zu erhalten.

Zum Start des „Tag des Handwerks“ trafen sich Schüler und Schülerinnen sowie Firmenvertreter in der Aula des Gymnasiums. (Foto: Wachstumsregion Ems-Achse)

André Köller, Ansprechpartner für die Berufsorientierung am Gymnasium Papenburg, wies darauf hin, dass die Idee zu diesem „Tag des Handwerks“ gemeinsam mit zwei seiner ehemaligen Schüler entstanden sei: Obermeister Gerrit Terfehr von der Bau-Innung und der Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Pascal Albers. Bei der Premiere zum „Tag des Handwerks“ präsentierten sich gleich neun Betriebe in Klassenzimmern oder auf dem Außengelände des Gymnasiums Papenburg den Schülern und luden diese zum Mitmachen und Ausprobieren ein.

Es waren das Bauunternehmen Terfehr, H. Witte (Elektro und SHK) und der Terfehr-Kröger Zimmereifachbetrieb (alle Rhede), Wittrock Landtechnik (Brual), Schmees Ladenbau (Lathen), Elektro Evers, die Kassens Bauunternehmung, das Autohaus Ahrens sowie der Autoservice am Vosseberg & Behrens (alle Papenburg).

Polier Martin Sanders von der Bauunternehmung Kassens stellte das Mauerhandwerk vor: „So sieht ein Verbund aus.“ Bevor er weiter selbst die Steine auf die kleine Mauer setzte, lud er die Neuntklässler zum Mitmachen ein: „Ihr könnt jetzt einmal selbst mauern.“ Dina Layth und Daniel Lutev zögerten nicht lange und legten die weiteren Steine auf Stoß aneinander. Mit der Wasserwaage wurde das Ganze ausgerichtet. „Das ist neu, aber auch sehr interessant“, sagte Dina. Der 15-jährige Daniel kann sich sogar vorstellen, einmal „auf dem Bau zu arbeiten“. Dabei erfuhr er von Martin Sanders, dass die beruflichen Perspektiven gutstehen: „Wir brauchen Leute.“

Das gilt auch für das Elektro-Handwerk. Tom Abeln und seine Mitschüler folgten den Ausführungen von Patrick Schulte. Er ist Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik bei der Firma Elektro Evers. „Der FI-Schalter ist eure Lebensversicherung.“ Schulte zeigte den Schülern jedoch nicht nur herkömmliche Schaltschränke für Wohnhäuser, sondern auch sehr komplexe, die die Papenburger Handwerker zum Beispiel für Industriebetriebe selbst bauen.

Zudem gehört das Programmieren zum Berufsalltag eines Elektronikers. Der 15-jährige Tom war mit „großen Interesse“ bei der Sache. „Mein Berufswunsch ist Kfz-Mechatroniker“, verriet er.

Die Organisatoren der Kreishandwerkerschaft und Wachstumsregion Ems-Achse zogen ein durchweg positives Fazit. „Das Angebot können wir auf jeden Fall auch an anderen Gymnasien in der Region einführen“, sagte Theresa Kollmer.

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