JOBvision-Projekt “Job-Rutsche Ems-Achse“ als neue Chance bei der Regionalen Ausbildungsplatzsuche

Papenburg (pm). Mit 70 Vertretern aus der Wirtschaft aus dem Emsland, Ostfriesland und der Grafschaft Bentheim ist jetzt der offizielle Startschuss für das neue Projekt der Wachstumsregion Ems-Achse gefallen. Ziel der „Job-Rutsche Ems-Achse“ ist es, möglichst viele junge Menschen für eine duale Ausbildung zu begeistern, die aktuell orientierungslos sind oder mit Startschwierigkeiten zu kämpfen haben. Zudem will das Vorhaben kleine und mittelständische Unternehmen dabei unterstützen, ihre Ausbildungsaktivitäten an die aktuellen Herausforderungen und neue Generationen anzupassen, um so gemeinsam mit einer Vielzahl an Partnern im Netzwerk regionale Ausbildungsplätze zu erhalten und zu besetzen.
Fabian Brand
Projektleiter Fabian Rode stellte die Inhalte der Job-Rutsche vor (Foto: Wachstumsregion Ems-Achse)

Projektleiter Fabian Rode dankte in den neuen Räumlichkeiten der Ems-Achse in Papenburg dem Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend und dem Bundesinstitut für Berufliche Bildung. Diese fördern die „Job-Rutsche Ems-Achse“ bis Juni 2028 im Rahmen des Förderprogramms JOBvision. Judith Ramrath (Bundesinstitut für Berufsausbildung in Bonn) stellte dabei eine Förderung über das Jahr 2028 in Aussicht. Ziel sei es auch, so die über 300 Ausbildungsberufe in Deutschland zu stärken und diese regional noch sichtbarer zu machen.

Die Bundesregierung will mit dem Förderprogramm JOBvision, insbesondere kleinen und mittelständischen Unternehmen bereits bei der „richtigen Ansprache der Jugendlichen“ helfen: „Wir wollen dem Mittelstand bei der Besetzung der Ausbildungsplätze unter die Arme greifen“, sagte Ramrath. Bundesweit fördere das Ministerium über das Förderprogramm JOBvision noch 30 weitere Vorhaben (aus ursprünglich rund 150 beantragten Projekten).  

 

Dr. Dirk Lüerßen, Geschäftsführer der Ems-Achse, betonte, dass trotz einer „Delle am Arbeitsmarkt“ Fachkräfte dringend benötigt würden. Das größte Potenzial sähen die über 900 Mitglieder der Ems-Achse in den jungen Menschen vor Ort. 

Fabian Rode leitet das Projekt „Job-Rutsche Ems-Achse“. Er forderte die Unternehmen auf, „mutig und offen für neue Ideen“ zu sein, um möglichst viele der 16- bis 27-Jährigen für eine duale Ausbildung zu begeistern, die uns sonst drohen durchs System “zu rutschen”. Dabei gehe es konkret darum, auch die Sichtbarkeit der Betriebe und ihrer Ausbildungsmöglichkeiten zu verbessern. So beklagte eine emsländische Unternehmerin, dass ihr Betrieb, trotz vielfältiger Bemühungen, zum jetzigen Zeitpunkt keine einzige Bewerbung für die Berufsausbildung zum/zur Mechatroniker/in für Kältetechnik für das kommende Ausbildungsjahr erhalten hat, während die Ausbildung zum/zur Elektroniker/in weiterhin gefragt sei. 

Rode nannte als weiteren Schritt für eine erfolgreiche Akquise klar strukturierte und attraktive Praktika. Zudem müssten Ausbilder besser befähigt werden, professioneller mit Auszubildenden umzugehen. Der Projektleiter wies aufzunehmende Problemstellungen wie Aufmerksamkeitsdefizite und psychosoziale Herausforderungen hin. Mit Workshops und Weiterbildungsangeboten will die Wachstumsregion die Unternehmen dazu weiter befähigen. Dabei will die “Job-Rutsche” als Impulsgeber und Netzwerker fungieren und Firmen bei Bedarf mit Experten und Bildungsträgern zusammenbringen.  

In einem weiteren Baustein will sich die “Job-Rutsche” gemeinsam mit vielen regionalen Partnern gezielt um die zukünftigen Auszubildenden kümmern. Hierzu gehören unterschiedliche Beratungsformate. Zudem soll Jugendlichen die Möglichkeit geboten werden, mit unterschiedlichen Betrieben in Kontakt zu kommen und diese zu erproben. „Wir verstehen uns als Pfadfinder und Übersetzer für die “neue” Arbeitswelt“, sagte Fabian Rode. So sollen orientierungslose junge Menschen Inspirationen, Impulse und Begleitung für den Übergang in die Berufswelt erhalten. Er wies darauf hin, dass es immer mehr Heranwachsenden nach ihrer Schulzeit sehr schwerfällt, trotz des reichhaltigen Angebots an Berufsorientierungsmöglichkeiten, ihre eigenen beruflichen Pläne in die Tat umzusetzen. 

Dabei sagte Lars Dietrichkeit (Educational Greenhouse) in einem Impulsvortrag, dass „Junge Leute oft nicht benennen können, was sie wollen“. So hätten sie nicht zuletzt aufgrund der Fülle der Möglichkeiten Probleme, „in dieser sich stark verändernden Chaos-Welt klarzukommen“. An die Unternehmer richtete er seinen Appell: „Die jungen Mitarbeiter brauchen das Gefühl, dass sie etwas können und etwas wert sind.“ Gerade in einer High-Tech-Welt mit künstlicher Intelligenz und Robotik sei es wichtig, dass Gefühle und Menschlichkeit in der Arbeitswelt wieder verstärkt ihren Platz bekämen.  

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