Mieten im Emsland explodieren – Die Linke wirft CDU und SPD Versagen in der Wohnungspolitik vor

Meppen (pm). Die Angebotsmieten im Emsland sind zwischen 2020 und 2025 um 43,5 Prozent gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen der Bundesregierung hervor, die auf eine Kleine Anfrage des Linken-Bundestagsabgeordneten Jorrit Bosch zurückgehen. Damit gehört das Emsland zu den Regionen mit den stärksten Mietsteigerungen in ganz Niedersachsen.
Matthias Brüning
Besonders bei einem Mieterwechsel werden oftmals die Mieten spürbar erhöht (Foto: Matthias Brüning)

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Anfrage der Linken einen überdurchschnittlichen Mietanstieg im Emsland aufgezeigt. Damals waren die Erst- und Wiedervermietungsmieten innerhalb von drei Jahren um 19,1 Prozent gestiegen. Passiert ist seitdem wenig. Statt wirksamer Maßnahmen gegen steigende Wohnkosten hat sich die Situation weiter verschärft.

„Wer heute eine Wohnung sucht, merkt schnell, dass Wohnen auch im Emsland immer mehr zum Luxus wird. Die neuen Zahlen zeigen, dass die Warnungen der vergangenen Jahre berechtigt waren. Trotzdem haben CDU und SPD auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene keine wirksamen Antworten geliefert“, erklärt Jan-Marvin Koch, Kandidat für den Stadtrat in Lingen.

Besonders alarmierend sei, dass die Mietsteigerungen im Emsland deutlich über dem niedersächsischen Durchschnitt von 24,7 Prozent liegen. Gleichzeitig sinkt landesweit seit Jahren der Bestand an Sozialwohnungen: Seit 2015 ist der Bestand an Sozialwohnungen  um fast 40.000 geschrumpft.

„43,5 Prozent Mietanstieg in nur fünf Jahren sind kein normales Marktgeschehen mehr. Das ist ein politisches Alarmsignal. Während viele Menschen einen immer größeren Teil ihres Einkommens für die Miete ausgeben müssen, wird die Wohnungsfrage im Kommunalwahlkampf von den etablierten Parteien weitgehend ignoriert“, beklagt Koch weiter.

Die Linke fordert deshalb einen grundlegenden Kurswechsel in der Wohnungspolitik. Notwendig seien massive Investitionen in kommunalen, gemeinnützigen und genossenschaftlichen Wohnungsbau. Bei Neubauprojekten müsse ein verbindlicher Anteil von mindestens 30 Prozent gefördertem Wohnraum vorgeschrieben werden. Zudem fordert Die Linke, bestehende kommunale und genossenschaftliche Wohnungsunternehmen wie zum Beispiel die Lingener Wohnbau eG stärker zu unterstützen und ihren Wohnungsbestand auszubauen.

„Mehr Neubau allein löst die Wohnungsfrage nicht. Entscheidend ist, für wen gebaut wird. Was fehlt, sind dauerhaft bezahlbare Wohnungen in kommunaler oder genossenschaftlicher Hand“, erklärt Ralf Czogalla, welcher für die Linke in Lingen kandidiert. „Wohnraum darf nicht nur als Investitionsobjekt betrachtet werden. Er muss vor allem den Menschen dienen, die dort leben.“

Auch die jüngsten Zahlen aus Lingen bestätigen nach Ansicht der Linken die Entwicklung. Laut dem neuen Mietspiegel sind die durchschnittlichen Nettokaltmieten innerhalb von drei Jahren um rund zehn Prozent gestiegen.

„Die Menschen brauchen keine weiteren Sonntagsreden über den Wohnungsbau. Sie brauchen Wohnungen, die sie sich leisten können. Solange Wohnen vor allem nach Renditeinteressen organisiert wird, geraten immer mehr Menschen unter Druck“, erklärt Czogalla abschließend.

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