Neurochirurg Prof. Dr. med. Tschan aus Meppen hält Antrittsvorlesung vor heimischem Publikum

Meppen (pm). Einen kurzweiligen und persönlichen Abend erlebten die Besucherinnen und Besucher am Freitag, den 06. März im Theater Meppen. Prof. Dr. med. Christoph Tschan, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie des Ludmillenstiftes Meppen, nutzte die beliebte VHS-Reihe „MEPPEN WILL(S) WISSEN", um seine Antrittsvorlesung als frisch ernannter Professor in seiner Heimatstadt zu halten.
Phil Gerdes
Prof. Dr. med. Tschan bei seiner Antrittsvorlesung. (Foto: VHS Meppen)

Unterhaltsam und nahbar erzählte der gebürtige Meppener von seinem Lebensweg: von den Anfängen an der Ems über Stationen in Hannover, Mainz und Homburg an der Saar bis zur Rückkehr ins Emsland. Er schilderte, wie er bei angesehenen Ärztinnen und Ärzten lernte, seine Doktorarbeit schrieb und selbst zu unterrichten begann. Offen sprach der dreifache Vater auch darüber, wie schwer es über die Jahre war, Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen. Mit herzlichen Worten dankte er sowohl seinen Angehörigen für ihre jahrelange Geduld und Unterstützung als auch seinem Team, ohne das die tägliche Arbeit und all das Erreichte nicht möglich wären.

Nach einer kurzen Pause ging es um seine tägliche Arbeit und das, wofür er seine Professur erhalten hat: die Entwicklung besonders schonender Operationsverfahren und den Einsatz neuester Technik im Operationssaal.

Ein Thema des Abends war die sogenannte Wasserkopferkrankung, an der in Deutschland rund 60.000 Menschen leiden. Dabei staut sich Flüssigkeit im Gehirn, was ohne Behandlung zu ernsthaften Beschwerden führen kann. Mit Hilfe spezieller Ventile lässt sich dieser Zustand überprüfen und behandeln. Weiterhin hat Tschan als erster Mediziner weltweit telemetrische Hirndrucksensoren verwendet, die über das Internet eine Fernüberwachung der Patientinnen und Patienten ermöglichen (Hirndruckmonitoring).

Außerdem berichtete Tschan von einer Methode, eine Wirbelsäulenversteifung zu vermeiden. Zwar könne man nicht immer eine Versteifung verhindern, aber oft kann man durch schonende Operationsmethoden eine Verschraubung der Wirbelsäule umgehen.

Seit 2014 hat Tschan seine Abteilung zu eine der größten Kliniken für Neurochirurgie in Niedersachsen aufgebaut. Das bereits seit 2006 bestehende Wirbelsäulenzentrum wurde im vergangenen Jahr auf höchstem Niveau zum Wirbelsäulenzentrum der Maximalversorgung zertifiziert und deckt ein breites Spektrum ab, von schonenden Eingriffen bis hin zu komplexen Operationen.

Herrn Tschan wurde aufgrund seiner herausragenden Arbeit im November 2024 eine „Außerplanmäßige Professur“ an der Universität des Saarlandes verliehen. Dies ist die höchste wissenschaftliche Auszeichnung, die in Deutschland aus eigener Kraft erreicht werden kann. Diese Auszeichnung wollte Tschan mit den Menschen in seiner Heimat teilen und zeigen, dass Spitzenmedizin auch abseits der großen Städte zu Hause sein kann.

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