Ostfriesland wird Wasserstoffland – EWE und Salzgitter AG schließen Vertrag über Lieferung von grünem Wasserstoff

Berlin/Emden/Ostfriesland (pm). Heute wurde in Berlin Energiegeschichte geschrieben. EWE und Salzgitter Flachstahl GmbH, eine Tochter der Salzgitter AG, haben eine langfristige Vereinbarung über die Lieferung von grünem Wasserstoff geschlossen. Der Wasserstoff soll in Emden erzeugt werden. Und damit soll in Salzgitter Stahl produziert werden. Dafür baut die EWE aktuell eine 320-Megawatt-Erzeugungsanlage in Emden. Ab 2030 sollen von dort jährlich rund 10.000 Tonnen Wasserstoff nach Salzgitter geliefert werden - über eine Laufzeit von sieben Jahren.
Fabian Brand
v.l.n.r. Stefan Dohler Vorstandsvorsitzender EWE AG, Gitta Connemann MdB, Gunnar Groebler Vorstandsvorsitzender Salzgitter AG. (Foto: Sebastian Werl)

Bund und das Land Niedersachsen haben mit ihrer Förderung den Vertragsabschluss erst möglich gemacht. Die Bundesregierung wurde vertreten von der Parlamentarischen Staatssekretärin Gitta Connemann (CDU): „Dieser Vertrag ist eine gute Nachricht für Deutschland als Industriestandort. Und Ostfriesland. Denn Ostfriesland wird Wasserstoffland. In Emden wird Wasserstoff erzeugt. In Salzgitter wird damit grüner Stahl produziert. Das ist der Kreislauf der Zukunft. Dafür waren erheblichen Investitionen und Mut von Salzgitter AG und EWE erforderlich. Der Bund steht zu diesem Weg. Mit 925 Millionen Euro fördern wir den Umbau der Stahlproduktion in Salzgitter. Mit 267 Millionen Euro unterstützen wir den Aufbau der Wasserstoffproduktion in Emden. Das ist eine Investition in Arbeitsplätze, Wertschöpfung und Zukunft. Gerade in unsicheren Zeiten gilt: Wir müssen unsere Energieversorgung breiter aufstellen. Wir brauchen mehr eigene Erzeugung. Mehr Versorgungssicherheit. Und weniger Abhängigkeiten. Die Vereinbarung zwischen EWE und Salzgitter zeigt, wie der Wasserstoffhochlauf gelingen kann: Erzeuger und Anwender ziehen an einem Strang. Genau solche Partnerschaften brauchen wir.“

Auch der CDU-Landtagsabgeordnete Ulf Thiele sieht ein starkes Signal in dem Vorhaben: „Wir haben mit diesem Projekt zwei Dinge unterstrichen: Ostfriesland ist Vorreiter bei der Herstellung und der Nutzung grüner Energie. Das ist gut für die Umwelt und die Ostfriesische Wirtschaft. Das Land Niedersachsen investiert in die Wasserstofferzeugung der EWE am Standort Emden, circa 153 Millionen Euro und fördert den Elektrolichtbogenofen der Salzgitter Stahl AG am Standort Salzgitter mit 397 Millionen Euro Beide Projekte gemeinsam sind ein wesentlicher Baustein zur CO2-neutral Stahlerzeugung. Die wesentlichen Entscheidungen dazu wurden noch in der früheren Landesregierung aus CDU und SPD getroffen, um die Wasserstofftechnologie zur Marktreife und Wirtschaftlichkeit von Folgeprojekten zu führen.  Der Nordwesten geht damit einen großen Schritt zur führenden Wasserstoffregion Europas.“

Der CDU-Kreisvorsitzende in Emden, Wilke Held, sieht in dem Projekt vor allem Chancen für die Zukunft der Region: „Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist für Ostfriesland von enormer Bedeutung. Denn neben den ökologischen Zielen, von denen wir alle profitieren, schaffen wir damit sichere Arbeitsplätze und wirtschaftliche Wertschöpfung.“

Die Salzgitter AG plant langfristig eine klimaneutrale Stahlerstellung. Kohle, Gas und Koks sollen vom grünen Wasserstoff abgelöst werden. In den kommenden Jahren könnte – auch dank dieses Leuchtturmprojekts – erneuerbarer Wasserstoff zu einem international Wettbewerbsfähigen Energieträger werden.

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