14 Euro für Wasser, Pepsi und Bier: Getränkepreise beim Meppener Oktoberfest sorgen für Kritik

Meppen. Gute Stimmung im Festzelt, aber auch Kritik an den Getränkepreisen und der Organisation: Das „Urige Meppener Oktoberfest“ am vergangenen Samstag (24. Oktober) sorgte bei den Besuchern für unterschiedliche Reaktionen.
Matthias Brüning
Das "Urige Oktoberfest" fand in diesem Jahr auf dem Festplatz am Nagelshof (hinter dem Hallenbad) statt (Foto: Matthias Brüning)

Während zahlreiche Gäste von einem gelungenen Abend mit ausgelassener Stimmung berichteten, stießen insbesondere die hohen Preise für alkoholfreie Getränke auf Unverständnis. Ein Liter Wasser kostete 14 Euro – genauso viel wie eine Maß Bier. Auch längere Wartezeiten beim Einlass und beim Kauf von Verzehrkarten wurden kritisiert.

Das Oktoberfest fand auf dem ehemaligen Kirmesplatz am Nagelshof hinter dem Emsbad statt. Veranstalter war das Unternehmen Getränke Vorwerk aus Herzlake. Im Festzelt wurde den Gästen ein Abend mit Musik und Unterhaltung geboten. Die Stimmung sei sehr gut gewesen, berichteten mehrere Besucher gegenüber unserer Redaktion. Allerdings gab es neben dem Lob auch einige Kritikpunkte.

Gute Stimmung – Aber lange Wartezeiten

Trotz der Diskussionen um die Getränkepreise wurde im Festzelt ausgelassen gefeiert. Die musikalische Unterhaltung kam nach Angaben mehrerer Gäste gut an.

Weniger zufrieden waren einige Besucher hingegen mit der Organisation. So wurde von längeren Wartezeiten beim Einlass berichtet. Auch das Bezahlsystem sorgte für Kritik. Da Getränke im Festzelt nicht direkt mit Bargeld bezahlt werden konnten, mussten die Gäste zunächst Verzehrkarten erwerben.

Nach Angaben von Besuchern stand dafür lediglich eine Kasse zur Verfügung. Dies führte zu zusätzlichen Wartezeiten beim Kauf der Verzehrkarten. Wer Getränke bestellen wollte, musste sich somit zunächst um das entsprechende Guthaben kümmern.

Wasser genauso teuer wie Bier

Für besondere Diskussionen sorgten die Getränkepreise. Wie aus der Original-Getränkekarte vom 24. Oktober hervorgeht, wurden für einen Liter stilles oder kohlensäurehaltiges Wasser 14 Euro verlangt. Ein halber Liter kostete 7 Euro.

Damit lag der Wasserpreis auf demselben Niveau wie der Bierpreis. Auch für eine Maß König Ludwig Hell, alkoholfreies Bier oder Radler wurden jeweils 14 Euro berechnet.

Dass Getränke bei Volksfesten und größeren Veranstaltungen teurer sind als im gewöhnlichen Einzelhandel, ist grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Veranstalter müssen unter anderem Kosten für Personal, Infrastruktur, Technik und Unterhaltung berücksichtigen. Dennoch stellt sich die Frage, ob insbesondere der Preis für Wasser in dieser Höhe angemessen ist.

Auch Softdrinks kosteten 14 Euro pro Liter

Nicht nur beim Wasser mussten die Besucher tief in die Tasche greifen. Auch für sämtliche angebotenen Softdrinks wurden laut Getränkekarte 14 Euro pro Liter verlangt.

Dazu gehörten Pepsi, Pepsi Zero, Schwip Schwap Orange und Seven (7UP). Ein halber Liter kostete jeweils 7 Euro. Für einen halben Liter Longdrink wurden 10 Euro berechnet.

Damit gab es bei den aufgeführten alkoholfreien Getränken keinen Preisvorteil gegenüber dem Bier. Die Original-Getränkekarte liegt unserer Redaktion vor und bestätigt die von Besuchern genannten Preise.

Eintrittspreise kamen noch hinzu

Neben den Getränken mussten Besucher auch für den Eintritt bezahlen. Je nach gebuchtem Sitzplatz lagen die Ticketpreise nach den unserer Redaktion vorliegenden Angaben bei durchschnittlich rund 25 Euro pro Person.

Wer beispielsweise 25 Euro für den Eintritt bezahlte und anschließend einen Liter Wasser für 14 Euro bestellte, hatte bereits 39 Euro ausgegeben – ohne weitere Getränke oder Speisen.

Getränkepreise im Vorfeld nicht veröffentlicht

Ein weiterer Kritikpunkt ist die fehlende Preistransparenz vor der Veranstaltung. Auf der offiziellen Veranstaltungsseite waren im Vorfeld keine Getränkepreise aufgeführt. Besucher konnten sich somit vorab kein genaues Bild davon machen, welche zusätzlichen Kosten während des Oktoberfestes auf sie zukommen würden.

Wie sich die hohen Preise auf einzelne Besucher auswirkten, schilderte ein Vater gegenüber unserer Redaktion. Seine Tochter hatte am Samstagabend das Meppener Oktoberfest besucht. Im Laufe des Abends reichte ihr mitgenommenes Geld nach Angaben des Vaters aufgrund der hohen Preise nicht mehr aus. Er musste deshalb eigens aus Berßen zur Veranstaltung fahren, um seiner Tochter zusätzliches Geld zu bringen.

Die Schilderung wirft die Frage auf, ob eine frühzeitige Veröffentlichung der Getränkepreise den Besuchern eine bessere finanzielle Planung ermöglicht hätte.

Vergleich mit dem Münchner Oktoberfest

Ein Blick auf das Münchner Oktoberfest zeigt, dass auch dort hohe Getränkepreise verlangt werden. Der durchschnittliche Preis für einen Liter Tafel- oder Mineralwasser lag 2026 nach offiziellen Angaben bei 11,13 Euro. Für einen Liter Limonade wurden durchschnittlich 12,35 Euro berechnet.

Damit lag der Wasserpreis beim Meppener Oktoberfest mit 14 Euro rund 26 Prozent über dem Münchner Durchschnitt. Auch die Softdrinks waren in Meppen mit 14 Euro pro Liter teurer als der Münchner Durchschnittspreis für Limonade. Allerdings gab es auch in München einzelne Festzelte mit höheren Preisen.

Unsere Redaktion hat noch am Samstagabend den Veranstalter des Meppener Oktoberfestes um eine Stellungnahme zur Preisgestaltung gebeten. Dabei ging es insbesondere um die Frage, weshalb für einen Liter Wasser derselbe Preis wie für eine Maß Bier verlangt wurde und wie sich die Getränkepreise zusammensetzen.

Nachdem zunächst bis Montagmorgen keine Antwort eingegangen war, wurde dem Veranstalter erneut bis zum Abend Gelegenheit gegeben, sich äußern. Auch bis zum Redaktionsschluss am Montag (26. Oktober) lag unserer Redaktion keine Stellungnahme vor. Sollte der Veranstalter noch reagieren, werden wir die entsprechenden Angaben selbstverständlich ergänzen.

Wie angemessen sind solche Getränkepreise?

Unabhängig von der wirtschaftlichen Kalkulation stellt sich die grundsätzliche Frage, welchen Stellenwert bezahlbare alkoholfreie Getränke bei größeren Veranstaltungen haben sollten. Dabei geht es nicht nur um die Höhe der Preise, sondern auch darum, ob Besucher, die keinen Alkohol trinken möchten, ausreichend preiswerte Alternativen vorfinden.

Trotz der Kritik an den Preisen und einzelnen organisatorischen Abläufen bleibt festzuhalten, dass zahlreiche Gäste die Stimmung im Festzelt positiv bewerteten. Der Abend bot somit offenbar viel Unterhaltung, hinterließ bei einigen Besuchern aber auch Fragen zur Preisgestaltung und Organisation.

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