Gedenktafel am Bahnhof Meppen erinnert an Opfer des Nationalsozialismus

Meppen (pm). Die Volkshochschule Meppen enthüllt am Mittwoch, den 29. Juli 2026, um 18:00 Uhr eine Gedenktafel am Bahnhof Meppen, Gleis 1. Die Tafel erinnert an die Menschen, für die der Bahnhof während der NS-Zeit zum Ausgangspunkt von Deportation, Zwangsarbeit und Verfolgung wurde.
Phil Gerdes
Bahnhof Meppen; ca. 1920. (Foto: Kreisarchiv, VHS Meppen)

Der Bahnhof Meppen war Deportationsstelle für die jüdische Bevölkerung sowie für Sinti und Roma aus dem Emsland, Ankunftsbahnhof für Zwangsarbeiter, Häftlinge und Kriegsgefangene sowie Umstiegsbahnhof auf die privaten Bahngesellschaften der Region – darunter die Meppen-Haselünner Eisenbahn, die Privatbahn der Friedrich-Krupp AG und die Schmalspurbahn des Heseper Torfwerks, über die Gefangene in umliegende Lager verteilt wurden.

Diese vielschichtige Geschichte ist Kern des Projekts: Der Historiker Manfred Fickers ordnet sie bei der Veranstaltung in den geschichtlichen Kontext ein und stellt Ergebnisse seiner Forschungen vor. Begleitend entstanden im Rahmen des Projekts Bildungsmaterialien sowie eine interaktive Projektwebseite (www.spuren-der-nachbarn.de). Das Projekt richtet sich an die breite Öffentlichkeit – besonders auch an Zugezogene und Menschen mit Migrationsgeschichte.

Das Projekt wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) und dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Programms „MemoRails“ gefördert. Kooperationspartner ist die Gedenkstätte Esterwegen. Ziel ist es, Orte der Verfolgung im öffentlichen Raum kenntlich zu machen und die Erinnerung an die Opfer wachzuhalten.

Die Veranstaltung am 29. Juli 2026 ist öffentlich und bietet neben der Enthüllung auch Gelegenheit zum Austausch. Der Eintritt ist frei.

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