Breitbandausbau: 3. Phase beginnt mit offiziellem Spatenstich

Lathen (pm). Mit einem symbolischen ersten Spatenstich läutet der Landkreis Emsland die dritte und finale Phase des Breitbandausbaus ein: die Anbindung der so genannten grauen Flecken (mind. 30 Mbit/s über vorhandene Kupferleitungen, aber noch kein Glasfaseranschluss) an leistungsfähiges Internet mit hohen Datenübertragungsraten. Das beauftragte Unternehmen Telekom Deutschland GmbH beginnt mit den Bauarbeiten im Flächengebiet Los Nordwest.
Fabian Brand
Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Gemeinden im Flächengebiet des Los Nordwest sowie weitere Gäste nahmen am offiziellen 1. Spatenstich in Lathen teil. (Foto: Landkreis Emsland)

Das Los umfasst die Samtgemeinden Dörpen und Lathen sowie die Gemeinde Rhede (Ems). In der Gebietskulisse sollen 3.963 Adressen (Unternehmen und Privathaushalte) von emslandweit insgesamt 8.451 grauen Flecken Zugang zu Hochgeschwindigkeitsinternet erhalten. Auch die Hilter Mühle, die stellvertretend für das Los Nordwest als Standort für den Pressetermin gewählt wurde, zählt mit zu den Adressen, die künftig durch den Breitbandausbau über einen Glasfaseranschluss mit einer Leistung von 1 Gbit/s im Download verfügen wird.

„Der weitere Ausbau im Los Nordwest bringt uns auf die Zielgerade beim Errichten einer digitalen Infrastruktur mit Spitzengeschwindigkeiten bei der Datenübermittlung. Bereits heute schon sind wir mit einer aktuellen Versorgungsquote von über 90 Prozent vorbildlich und ganz vorn mit dabei“, sagt Landrat Marc-André Burgdorf.

Gitta Connemann, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, hob vor allem die Bedeutung des Breitbandausbaus für den Mittelstand hervor, der die Unternehmensstruktur im ländlichen Raum insbesondere präge: „Um ihre Stärken weiter ausspielen zu können und auch zukünftig wettbewerbsfähig zu bleiben, brauchen unsere Mittelständler eine leistungsfähige digitale Infrastruktur. Und genau deshalb ist Glasfaser kein Luxus. Es ist die Voraussetzung für Anschlussfähigkeit an Märkte, für Innovation, Wirtschaftswachstum, für moderne und zukunftssichere Arbeitsplätze, für Wohlstand und auch dafür, dass junge Menschen sagen: Ich bleibe hier – oder auch: ich komme hierher!“.

Nach Angaben des ausbauenden Unternehmens werden für das Gebiet Nordwest Tiefbaumaßnahmen über eine Länge von 250 km erforderlich sein, bei denen etwa 444 km neue Leerrohre in die Erde kommen sollen. Zudem werden über eine Länge von 50 km oberirdische Leitungen errichtet sowie zusätzliche 149 Glasfaserverteilerschränke installiert.

Peter Richter, Konzernbevollmächtigter Region Nord bei der Telekom Deutschland, betont: „Der Glasfaserausbau ist Teamsport. Die gute Zusammenarbeit von Bund, Land, Gemeinden und der Telekom sorgt im Emsland für einen schnellen Ausbau. Wir halten unser Wort: Wer jetzt bei der Telekom einen Tarif bucht, hat in wenigen Monaten seinen stabilen Glasfaseranschluss. Schon heute hat jeder Haushalt durchschnittlich mehr als zehn internetfähige Geräte – Tendenz steigend. Auch Unternehmen und Selbstständige können damit auf die stetig wachsenden digitalen Anforderungen flexibel reagieren.“

Der Bund übernimmt 50 % der Gesamtkosten des Breitbandausbaus in der 3. Projektphase von rund 53,7 Mio. Euro. Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit weiteren 25 %. Der verbleibende Anteil von 25 % wird vom Landkreis Emsland und den emsländischen Kommunen getragen. Das Los Nordwest umfasst ein Finanzvolumen von 18,8 Mio. Euro.

Weitere Spatenstiche in den Losen Nordost und Mitte-Süd folgen. Los Nordost schließt die Stadt Papenburg sowie die Samtgemeinden Nordhümmling, Werlte und Sögel ein. Das Los Mitte-Süd berücksichtigt die Städte Lingen (Ems), Meppen, Haren, Haselünne, die Samtgemeinden Lengerich, Herzlake, Freren, Spelle sowie die Gemeinden Salzbergen, Emsbüren, Geeste und Twist. Den Zuschlag erhielten hier die Bietergemeinschaft epcan GmbH/MUENET GmbH (Los Nordost) und die Westconnect GmbH (Los Mitte-Süd).

Die Hilter Mühle im Hintergrund als Symbol für den ländlichen Raum und dessen digitaler Anbindung nahmen (v. l.) Landrat Marc-André Burgdorf, Parlamentarische Staatssekretärin Gitta Connemann, Peter Richter, Konzernbevollmächtigter Region Nord bei der Telekom Deutschland, und Blerton Guri, Leiter Vertrieb Glasfaser Region Nord bei der Telekom Deutschland, den symbolischen ersten Spatenstich für die 3. Phase des Breitbandausbaus vor. (Foto: Landkreis Emsland)

Die beauftragten Unternehmen gehen von einer Fertigstellung Ende 2027 aus. Damit hätte der Landkreis Emsland weit vor den Bundeszielen, die bis Ende 2030 einen flächendeckenden Glasfaserausbau vorsehen, den Breitbandausbau abgeschlossen.

Seit 2016 wird der Breitbandausbau im Landkreis Emsland umgesetzt. Beginnend mit der ersten Projektphase und ab 2021 in der zweiten Projektphase wurden die „weißen Flecken“ (Downstream von weniger als 30 Mbit/s) mit leistungsstarker Glasfaseranbindung versorgt. Die zweite Projektphase soll Ende dieses Jahres abgeschlossen werden können. Etwa 200 Mio. Euro werden nach geplantem Abschluss des Ausbaus im Jahr 2027 in die digitale Infrastruktur des Landkreises Emsland geflossen sein.

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