Ehrenamtliche Integrationslotsen erhalten Zertifikate nach erfolgreicher Qualifizierung

Lingen (pm). 15 ehrenamtliche Integrationslotsinnen und Integrationslotsen haben ihre Qualifizierung an der VHS Meppen erfolgreich abgeschlossen und ihre Zertifikate erhalten. Sie begleiten zugewanderte Menschen beim Ankommen in Deutschland: bei Behördengängen, im Alltag mit der Familie oder beim Zugang zu Vereinen und sozialen Angeboten.
Phil Gerdes
Die frisch zertifizierten Integrationslotsinnen und Integrationslotsen gemeinsam mit Gabriele Grote (VHS Meppen), Stephanie Abdel-Naby (Landkreis Emsland) und Jürgen Blohm (WisEL e. V.). (Foto: VHS Meppen)

Der kostenlose Lehrgang startete im November 2025 und wurde von Dozentin Samantha Heike Harms geleitet. Kooperationspartner waren die Freiwilligenakademie Niedersachsen (FAN), die auch die Kursgebühren übernahm, der Verein „Willkommen im südlichen Emsland Integrationslotsen e. V.“ (WisEL) sowie der Landkreis Emsland, Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe.

Die Qualifizierung umfasste 33 Unterrichtsstunden sowie zehn Stunden Recherchearbeit und fand in den Räumen von GeLingen statt. Ziel war es, praxisnahes Fachwissen zu vermitteln und ein persönliches Einsatzprofil (weiter-)zu entwickeln. Die Gruppe war vielfältig zusammengesetzt: Langjährige Emsländerinnen und Emsländer lernten gemeinsam mit Menschen, die selbst Migrations- oder Fluchterfahrung mitbringen. Gemeinsam bilden sie ein starkes Netzwerk für gelingende Integration.

Ein Teilnehmer betonte, dass Integration zugleich Prävention bedeute: „Kriminalität entsteht dort, wo Perspektiven und Unterstützung fehlen. Besonders für Kinder ist es wichtig, von Anfang an dazuzugehören.“ Gerade im ländlichen Raum sei es für Zugewanderte oft schwierig, soziale Kontakte zu knüpfen. Genau hier setzen die Integrationslotsen an: Sie begleiten Zugewanderte und helfen beim Zugang zu Vereinen und Angeboten.

Auch bei bürokratischen Angelegenheiten leisten die Lotsinnen und Lotsen Unterstützung. Ein Teilnehmer mit Fluchterfahrung schilderte, wie schwer es anfangs gewesen sei, sich im deutschen Verwaltungssystem zurechtzufinden. Die Hilfe, die er vom Verein WisEL erhalten habe, möchte er nun weitergeben. Eine Teilnehmerin ergänzte: „Frauen aus meiner Heimat, die in Deutschland ankommen, sind oft sehr unsicher. Ich möchte ihnen helfen und sie ermutigen.“

Gabriele Grote, Fachbereichsleiterin Gesellschaftliches Leben der VHS Meppen, gratulierte den Absolventinnen und Absolventen. Ihr besonderer Dank galt Jürgen Blohm: „Du stehst als Vereinsvorsitzender vielen Zugewanderten und Ehrenamtlichen als Ansprechpartner zur Verfügung und hast ein effektives Netzwerk aufgebaut.“

Stephanie Abdel-Naby von der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe dankte den Teilnehmenden und betonte, als Ansprechpartnerin für die Vernetzung von Ehrenamt und Hauptamt zur Verfügung zu stehen.

Die Zertifikatsübergabe ist ein weiterer Schritt hin zu einer offenen und unterstützenden Gemeinschaft im Emsland. Wer Strukturen versteht, Hürden überwindet und Anschluss findet, kann das Gefühl entwickeln, in der neuen Heimat wirklich angekommen zu sein.

Interessierte, die Zugewanderte ehrenamtlich begleiten möchten, können sich bei der VHS Meppen melden. Für Herbst 2026 ist bereits der nächste Qualifizierungskurs geplant.

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