Meppen – 50 Jahre Förderkindergarten Hören

Meppen (pm). Mit einer feierlichen Jubiläumsveranstaltung hat Vitus am 24. April das 50‑jährige Bestehen des Förderkindergartens Hören gewürdigt. Im Gemeindehaus St. Paulus in Meppen kamen zahlreiche Gäste aus Politik, Fachpraxis, Elternschaft und langjähriger Wegbegleitung zusammen, um auf eine besondere Erfolgsgeschichte zurückzublicken.
Fabian Brand
Gastgeber und Ehrengäste feierten gemeinsam die erfolgreiche Arbeit des Förderkindergartens Hören. (Foto: Vitus)

Seit fünf Jahrzehnten begleitet der Förderkindergarten Kinder mit Hörbeeinträchtigungen individuell in ihrer Sprach‑, Kommunikations‑ und Persönlichkeitsentwicklung. Das Angebot, heute Teil der KiTa Abenteuerland der Vitus Kindertagesstätten, steht für spezialisierte Fachlichkeit, interdisziplinäre Zusammenarbeit und die Überzeugung, dass frühzeitige Förderung entscheidend für gesellschaftliche Teilhabe ist. Im Mittelpunkt der ganzheitlichen pädagogischen Bildungsarbeit steht seit jeher die gezielte Förderung des Hörens und der auditiven Verarbeitung und Wahrnehmung.

Eröffnet wurde die Veranstaltung von Petra Marien, Leitung der KiTa Abenteuerland, sowie Jutta Bielke, Kompetenzfeldleitung Kindliche Entwicklung und Familie bei Vitus. In ihren Beiträgen betonten sie: „Hören ist ein elementarer Faktor von Sprache und Kommunikation, sowie Identitätsentwicklung und Teilhabe“. Auch die Zusammenarbeit mit den Angehörigen sei enorm wichtig, da dauerhafte Erfolge nur durch die Mithilfe des gesamten Umfeldes erreicht werden könnten.

In ihren Grußworten würdigten Dr. Sigrid Kraujuttis, Vertreterin des Landkreises Emsland, und Helmut Knurbein, Bürgermeister der Stadt Meppen, die wichtige Rolle des Förderkindergartens Hören für die inklusive Bildungslandschaft der Region, um den individuellen Bedürfnissen der Kinder gerecht zu werden.

Vitus Geschäftsführer Michael Korden hob hervor, dass u.a. durch die aktuellen Sparpläne der Regierung spezialisierte Angebote wie der Förderkindergarten Hören vor großen Herausforderungen stünden und man nun gemeinsam Lösungen finden müsse. Er lobte die Mitarbeitenden des Kindergartens dafür, mit wie viel Freude und Einsatz sie täglich die herausfordernde Arbeit meistern. Frank van der Meer vom Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend und Familie würdigte die „ganz besondere Leistung“ aller Beteiligten und warnte davor, das Wort Inklusion als Ausrede für Sparmaßnahmen zu nutzen.

Ein emotionaler Höhepunkt der Feier war der musikalische Beitrag der Kinder, der eindrucksvoll zeigte, wie vielfältig Ausdruck, Entwicklung und Teilhabe sein können, wenn Kinder die nötige Unterstützung erhalten.

Den fachlichen Impuls setzte Dr. Markus Westerheide, Direktor des Landesbildungszentrums für Hörgeschädigte Osnabrück, das seit vielen Jahren vertrauensvoll mit dem Förderkindergarten Hören zusammenarbeitet. In seinem Vortrag „Leichte Höreinschränkungen im Kindesalter – ein unterschätztes Problem?“ machte er deutlich, wie oft leichte Höreinschränkungen nicht erkannt werden, wie entscheidend frühzeitige Diagnostik und kontinuierliche Förderung für Bildungsbiografien sind – und wie wichtig daher spezialisierte Angebote im frühkindlichen Bereich bleiben.

Beim anschließenden Austausch nutzten viele Gäste die Gelegenheit zum Gespräch über Erfahrungen, Perspektiven und die Weiterentwicklung frühkindlicher Förderung. Das Jubiläum machte deutlich: Der Förderkindergarten Hören steht seit 50 Jahren für Engagement, Fachkompetenz und gelebte Inklusion – und ist auch heute ein unverzichtbarer Bestandteil einer verantwortungsvollen Bildungs‑ und Teilhabestruktur.

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