Landkreis setzt Alte Rheder Kirche in Szene

Meppen. Casting- oder Talentshows haben noch immer Konjunktur – das macht ein Blick in die deutsche Fernsehlandschaft schnell deutlich. Warum also nicht den anhaltenden Erfolg dieses Formats auf den Denkmalschutz übertragen? Denn nicht nur Menschen, sondern auch Kulturdenkmale verfügen über besondere Qualifikationen. Doch kennt die Öffentlichkeit die Talente der Monumente? Diese Frage will der bundesweite Tag des offenen Denkmals der Deutschen Stiftung Denkmalschutz am Sonntag, 10. September, unter dem diesjährigen Motto „Talent Monument“ nicht unbeantwortet lassen.
Fabian Brand
Erster Kreisrat Martin Gerenkamp (r.) macht gemeinsam mit Dr. Philipp Scheid, Abteilungsleiter Kultur beim Landkreis Emsland, auf den Tag des offenen Denkmals aufmerksam. (Foto: Landkreis Emsland)

Unter den Baudenkmälern und Kulturgütern gibt es auch „verkannte Genies“, die anders als die „glamourösen Stars“ wie beispielsweise der „Stern des Emslandes“, Schloss Clemenswerth in Sögel, nicht immer im Mittelpunkt stehen. Manche Äußerlichkeiten wie eine schlichte bauliche Formensprache machen es schwer, die Bedeutung eines Denkmals auf Anhieb zu erkennen. Der Landkreis Emsland wird daher am bundesweiten Aktionstag die Alte Rheder Kirche besonders in Szene setzen. Ab 18 Uhr wird eine etwa einstündige Lesung mit dem Autor und Journalisten Hermann Vinke unter dem Titel „Als Rhede vom Krieg überrollt wurde“ in der Kirche stattfinden.

In Anlehnung an die heutige Nutzung der ehemaligen Pfarrkirche als Gedächtniskirche für die Opfer der Weltkriege und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft werden in der Lesung die letzten Tage des Zweiten Weltkrieges in Rhede beleuchtet. Grundlage ist der Aufsatz „Angst und Schrecken bei den Kampftagen – Fanatiker erklärten die Ems-Gemeinde zum Brückenkopf und verhinderten eine rechtzeitige Kapitulation“ von Hermann Vinke aus dem Jahr 2015.

Von 20 bis 22.15 Uhr erwartet Besucher ein Stummfilmkonzert mit Stephan Graf von Bothmer. Der Berliner Pianist Stephan von Bothmer interpretiert an der italienischen Orgel den deutschen Stummfilm „Zur Chronik von Grieshuus“ aus dem Jahr 1925. Die Wahl des Films ist bewusst auf den Spielort abgestimmt: Die spätgotische Architektur des Aufführungsraums und die an der mittelalterlichen Baukunst orientierte Filmarchitektur (die Außenbauten stammen von dem bekannten Architekten Hans Poelzig) sollen so ineinanderfließen. Unterstrichen wird dies durch die besondere Illumination des Kirchenraums. Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist kostenfrei.

Darüber hinaus öffnen kreisweit zahlreiche Kulturdenkmäler ihre Türen. Mit dabei sind u. a. Schloss Clemenswerth und die Gedenkstätte Esterwegen als kreiseigene Einrichtungen, Gut Altenkamp in Aschendorf, die Arenbergische Rentei in Meppen, das Heimathaus mit Schustermuseum in Salzbergen, der Alte Turm in Papenburg und vieles mehr.

Die genauen Informationen zu Angebot, Ort und Uhrzeit sind nachzulesen unter https://www.tag-des-offenen-denkmals.de/ und www.emsland.de (Leben und Freizeit > Kultur> Denkmalpflege).

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