Lingen – Mit Tablet, Pflaster und Nasenspray gegen die Angst vor der Narkose

Lingen (pm). Ein Lieblingsfilm auf dem Tablet, ein spezielles Pflaster auf der Hand und – wenn es für das Kind in Frage kommt – ein beruhigendes Medikament über die Nase. Im Bonifatius Hospital Lingen wird die Vorbereitung von Kindern auf eine Narkose möglichst kindgerecht gestaltet und beginnt bereits lange vor dem eigentlichen Einschlafen. Ziel ist es, Schmerzen und Ängste zu reduzieren und den kleinen Patientinnen und Patienten einen möglichst ruhigen Start in die Operation zu ermöglichen.
Fabian Brand
Die Dank Unterstützung durch den Förderverein angeschafften Tablets sorgen für strahlende Gesichter sowie Ablenkung und helfen, die Vorbereitung auf die Narkose entspannter zu erleben. Rechts im Bild Oberarzt Miguel Olias Ibor. (Foto: Bonifatius Hospital Lingen)

Dr. Jörg Isbach, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Anästhesie, Intensiv- und Schmerzmedizin erläutert: „Mehr als 1.000 Kindernarkosen jährlich werden durch unser erfahrenes Team mit mehreren Experten für Kinderanästhesie durchgeführt. Die hohe fachliche Qualifikation und regelmäßige Trainings dienen der sicheren Versorgung auch in anspruchsvollen Situationen.“

Tablets

Ein wichtiger Bestandteil der Vorbereitung ist die Ablenkung. Dafür stehen den Kindern Tablets mit kindgerechten Filmen und interaktiven Inhalten (ohne Internetzugang) zur Verfügung. Möglich wurde die Anschaffung der Tablets durch die Unterstützung des Fördervereins Bonifatius Hospital e. V.

Spezielle Pflaster

Um die Anlage des venösen Zugangs möglichst schmerzarm zu gestalten, erhalten die Eltern bereits vor dem Eingriff ein spezielles Pflaster. Die darin enthaltenen örtlichen Betäubungsmittel reduzieren die Schmerzempfindung an der vorgesehenen Einstichstelle.

Beruhigendes Nasenspray

Eine weitere Möglichkeit ist die Gabe eines beruhigenden Medikaments über die Nasenschleimhaut, ähnlich wie bei einem Nasenspray. Studien zeigen, dass dadurch präoperative Angst und Unruhe bei Kindern reduziert werden können. Ein Vorteil ist, dass zunächst kein venöser Zugang erforderlich ist und das Kind entspannter auf das Legen der Venenkanüle vorbereitet werden kann. Anschließend kann die Narkose über die Vene eingeleitet werden.

Eltern

Neben den medizinischen Maßnahmen spielen auch die Eltern eine wichtige Rolle. Indem sie ihrem Kind Sicherheit und Vertrauen in das Anästhesieteam vermitteln, können sie Ängste vor der Trennung zur Narkosevorbereitung, der Narkose und der Operation reduzieren.

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