Nordhorn – Ausverkaufter Kinoabend mit Regisseurin Isabel Schneider

Nordhorn (pm). Bis auf den letzten Platz besetzt war das Capitol Nordhorn am 27. Oktober 2026 bei der Vorführung des Dokumentarfilms „Was haben wir gelacht“ mit anschließendem Gespräch mit Regisseurin Isabel Schneider. Bereits 24 Stunden nach der ersten Onlinewerbung war die Veranstaltung ausverkauft gewesen. Der gemeinsame Abend von Capitol, der städtischen Gleichstellungsbeauftragten Anja Milewski, Unternehmerin Eva List und dem UCI Kino Nordhorn stieß auf große Begeisterung.
Fabian Brand
Der Kinosaal im Capitol Nordhorn war bis auf den letzten Platz gefüllt. (Foto: Stadt Nordhorn)

Seinen Ursprung hatte der Kinoabend in einer ungewöhnlichen Begegnung: Ein ausschließlich männlicher Nordhorner Kochclub hatte Isabel Schneider während eines Wanderurlaubs kennen gelernt. Begeistert von der Begegnung und ihrem Film entstand bei den Männern die Idee, die Regisseurin zu einer Vorführung nach Nordhorn einzuladen.

Über den Capitol-Vorsitzenden David Korte nahm das Vorhaben Gestalt an. Er holte zunächst die städtische Gleichstellungsbeauftragte Anja Milewski dazu. Diese wiederum stellte den Kontakt zur Nordhorner Unternehmerin und Netzwerkerin Eva List her, die bereits eine Vorführung des Films im Nordhorner UCI Kino ins Auge gefasst hatte. Gemeinsam mit Kino-Geschäftsführer David Zimmermann entstand so das Team, das den Abend auf die Beine stellte.

Bei seiner Begrüßung sagte Korte: „Das Ergebnis der wunderbaren Teamarbeit ist diese Veranstaltung für Frauen und ja, auch für interessierte Männer“. Milewski griff die Formulierung spontan auf: „Wir haben es zwar andersherum ausgeschrieben, aber schöner wäre doch der Untertitel: eine Veranstaltung für Männer. Und für interessierte Frauen.“ Das gut aufgelegte Publikum reagierte mit Gelächter und Applaus. Tatsächlich waren unter den Gästen zahlreiche Männer, darunter auch die Mitglieder des Kochclubs.

Der Dokumentarfilm blickt auf das deutsche Unterhaltungsfernsehen der 1990er- und frühen 2000er-Jahre zurück, und zwar ausschließlich aus der Perspektive beteiligter Frauen. Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins erinnern sich darin an eine Fernsehlandschaft, in der Männer den Ton angaben und Frauen häufig als schmückendes Beiwerk oder Ziel sexistischer Witze dienten. Archivaufnahmen und persönliche Rückblicke werfen dabei Fragen auf, die bis heute aktuell sind: Worüber wurde damals gelacht und was hat Humor mit Macht und Gleichberechtigung zu tun?

Im anschließenden Gespräch gab Regisseurin Isabel Schneider im Gespräch mit Eva List Einblicke in die Dreharbeiten und berichtete von Reaktionen auf den Film, unter anderem von Harald Schmidt. Intensiv habe sie in Archiven recherchiert und Material gesichtet. „Ich habe gefühlt zwei Jahre lang in den 90ern gelebt“. Schneider wurde 1995 geboren. Eva List unterstrich die Bedeutung der Sichtbarkeit von Frauen und ihrer Vernetzung.

Viel Applaus und der lebhafte Austausch prägten den langen Kinoabend. Eine Fortsetzung ist bereits geplant: Im kommenden Frühjahr soll „Was haben wir gelacht“ im Nordhorner UCI Kino erneut gezeigt werden. Das bewährte Team bereitet die Vorführung vor, die in eine weitere Veranstaltung für Frauen und Männer eingebettet werden soll.

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