Nordhorn begrüßte Partnerstädte zu internationalem Treffen

Nordhorn (pm). Die Stadt Nordhorn konnte am vergangenen Wochenende Gäste aus mehreren ihrer Partnerstädte zu einem internationalen Treffen begrüßen. Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms verabschiedeten die Delegationen den Vorsitzenden des Nordhorner Partnerschaftskomitees, Achim Haming, sowie Bürgermeister Thomas Berling. Beide werden in wenigen Wochen ihre jeweiligen Ämter niederlegen.
Phil Gerdes
Zum internationalen Treffen empfingen Bürgermeister Thomas Berling (r.) und Achim Haming (l.) die Delegationen aus den Partnerstädten im Nordhorner Rathaus. Mit dabei waren auch die Mitglieder des Nordhorner Partnerschaftskomitees. (Foto: Stadt Nordhorn)

Zu dem Treffen waren Delegationen aus Montivilliers in Frankreich, Coevorden in den Niederlanden, Reichenbach im Vogtland und Malbork in Polen angereist. Aus der ukrainischen Partnerstadt Chuhuiv sendete Bürgermeisterin Galyna Minayeva eine Videobotschaft. Auch Bürgermeister John Joosten aus der niederländischen Nachbargemeinde Dinkelland war zugegen.

Im Vordergrund der Veranstaltung standen der persönliche und der kulturelle Austausch. Neben einem gemeinsamen Abendessen und einer Besichtigung des Stadtmuseums waren die Gäste zu einem Besuch auf dem Internationalen Straßenkulturfest „Nordhorn staunt + lacht“ eingeladen. Gemeinsam nahmen sie an einer der Gala-Veranstaltungen im Zirkuszelt auf dem Neumarkt teil.

Dort erlebten die Gäste gemeinsam eine bunte und abwechslungsreiche Varieté-Show. Ein besonderes Highlight war dabei die Beteiligung von gleich drei Reichenbachern, darunter der ehemalige Bürgermeister, Raphael Kürzinger. Sie wurden von den Künstlern zufällig ausgewählt und so zum Teil der Show.

Bei der Straßenkulturfest-Gala wurde der ehemalige Bürgermeister von Reichenbach, Raphael Kürzinger (Mitte), zum Teil der Show. (Foto: Stadt Nordhorn)

Bei einem offiziellen Empfang im Nordhorner Rathaus gingen Bürgermeister Thomas Berling und der Komitee-Vorsitzende Achim Haming auf die vielen Erlebnisse ein, die sie mit den Städtepartnerschaften verbinden. Beide wurden vor rund 15 Jahren in ihre jeweiligen Ämter gewählt. Seitdem haben sie an zahlreichen Begegnungen und Terminen mit und in den Partnerstädten teilgenommen und dabei viele Kontakte geknüpft. Darüber hinaus hat Nordhorn in dieser Zeit mit Chuhuiv eine sechste Partnerstadt hinzugewonnen.

Beide wünschten sich, dass ihre jeweiligen Nachfolgerinnen oder Nachfolger die Städtepartnerschaften weiter pflegen. Sie sicherten zu, künftig den Themen Städtepartnerschaften und geeintes Europa verbunden zu bleiben. „Wir haben gelernt, dass man sich versteht, auch wenn man eine andere Sprache spricht“, stellte Haming in seiner Rede zur Zukunft der Städtepartnerschaften fest.

Die Aufgabe, persönliche Verbindungen über Grenzen hinweg zu schaffen und so zu einem geeinten Europa beizutragen, sei nach wie vor wichtig: „Wenn die große Politik sich immer weiter auseinanderdividiert, können wir auf kommunaler und persönlicher Ebene einen Gegenpol setzen“, so Haming. Seines Erachtens bleiben die Städtepartnerschaften auch in Zukunft lebendig, wenn sie die bewährten persönlichen Begegnungen mit modernen digitalen Kontaktmöglichkeiten verbinden und Menschen über gemeinsame Interessen zusammenbringen.

Die Vertreter aus den Partnerstädten bedankten sich bei Berling und Haming für die gute Zusammenarbeit zur Pflege und zum Ausbau der partnerschaftlichen Beziehungen. „Begegnungen, Entdeckungen, gemeinsame Erfahrungen und Freundschaften haben dazu beigetragen, starke und aufrichtige Beziehungen zwischen unseren Bewohnern aufzubauen“, stellte der Bürgermeister von Montivilliers, Jérôme Dubost fest. Sein Amtskollege Henry Ruß aus Reichenbach ergänzte: „Gute Beziehungen zwischen Städten leben nicht von Urkunden oder Partnerschaftsverträgen. Sie leben von den Menschen, die sie mit Leben füllen.“

Bürgermeister Renze Bergsma aus Coevorden verwies auf die vielen grenzüberschreitenden Projekte, von denen die gesamte Region profitiere, beispielsweise der Ausbau des Schienenpersonennahverkehrs:Wenn man betrachtet, wie die Beziehung zwischen Deutschland und den Niederlanden früher war und wo wir heute stehen, dann sagt das alles über die Wichtigkeit der Städtepartnerschaften aus.“ Malborks Bürgermeister Marek Charzewski schloss die Reihe der Redner mit den Worten „Wir verabschieden uns heute nicht von Euch. Wir hoffen, dass wir uns noch oft begegnen werden.“

Besonders geehrt wurden außerdem der ehemalige Stadtdirektor von Montivilliers, Rémy Bonmartel sowie dessen im vergangenen Jahr verstorbene Frau Pascale. Seit 1981 haben sie Schüleraustausche, Bürgerbegegnungen und individuelle Kontakte zwischen Montivilliers und Nordhorn begleitet. „Ihr habt über viele Jahre Brücken zwischen Montivilliers und Nordhorn gebaut. Dafür sagen wir von Herzen danke“, so Haming.

Das Partnerschaftskomitee der Stadt Nordhorn wird demnächst neu besetzt. Die Stadt Nordhorn wird rechtzeitig öffentlich darüber informieren, sodass Interessierte sich für die Mitarbeit bewerben können. Die nächsten Bürgerveranstaltungen befinden sich bereits in Planung: Vorgesehen sind ein Jugendaustausch im April 2027 und ein Treffen mit Gästen wenige Wochen später. Beide Begegnungen werden mit der französischen Partnerstadt Montivilliers durchgeführt.

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