Ökumenische Notfallseelsorge besteht seit 25 Jahren – Kleine Feierstunde

Meppen (pm). Das ICE-Unglück in Eschede im Juni 1998 – mit 101 Toten und über 100 Verletzten das bislang schwerste Zugunglück in der Geschichte der Bundesrepublik – gab den Impuls zur Gründung der ökumenischen Notfallseelsorge im Landkreis Emsland. In diesem Jahr feiert sie ihr 25-jähriges Bestehen. Landrat Marc-André Burgdorf und der zuständige Dezernent Christoph Exeler vom Landkreis Emsland gehörten zu den Gratulanten.
Phil Gerdes
(v. l.): Dezernent Christoph Exeler, Marcus Droste von der Notfallseelsorge, Ansprechpartner Süd, Carolin Maß, Ansprechpartnerin Mitte, Heinz Bernd Wolters, Ansprechpartner Nord, Ansgar Maul, Koordinator der ökumenischen Notfallseelsorge Emsland, Landrat Marc-André Burgdorf und Bärbel Wempe, langjährige Koordinatorin und aktive Notfallseelsorgerin, begingen gemeinsam das 25-Jährige Jubiläum der ökumenischen Notfallseelsorge im Landkreis Emsland. (Foto: Landkreis Emsland)

Im Mai 2001 nahm die Notfallseelsorge im Landkreis Emsland ihre Arbeit auf. 64 Beteiligte aus dem hauptamtlichen Bereich der katholischen und evangelischen Kirche (Pastor, Priester, Diakon, Gemeindereferent) im Emsland übten die Notfallseelsorge aus. Mittlerweile verstärken auch Ehrenamtliche den Pool der Notfallseelsorger.

Aktuell kommen kreisweit insgesamt 39 Notfallseelsorger (Haupt- und Ehrenamtliche) in jährlich etwa 150 Einsätzen dieser anspruchsvollen Aufgabe nach. „Sie sind 365 Tage im Jahr in Bereitschaft und leisten 24/7 erste Hilfe für die Seele in Notfällen und Krisensituationen“, zollte Burgdorf der Arbeit der Notfallseelsorge Respekt.

Seit 2025 ist Ansgar Maul, seines Zeichens Diakon am Ludmillenstift in Meppen, Koordinator der kreisweiten Notfallseelsorge. Er hatte dieses Amt von Bärbel Wempe übernommen, die zuvor viele Jahre als Koordinatorin die Zügel fest im Griff hielt. Für den Bereich Emsland Süd ist Marcus Droste als Ansprechpartner im langjährigen Einsatz. Im Bereich Mitte zeichnet Carolin Moß als Ansprechpartnerin verantwortlich, im Nordkreis ist dies bereits seit etlichen Jahren Heinz-Bernd Wolters.

Zu den Aufgaben der Notfallseelsorge gehört die Betreuung von Betroffenen und deren Angehörigen nach traumatischen Erlebnissen wie Unfällen, plötzlichen Todesfällen, Suizid, Beistand für Opfer häuslicher Gewalt, aber auch die Supervision und Unterstützung von Hilfskräften.

Der bislang folgenschwerste und wohl auch bedrückendste Einsatz, bei dem die Fähigkeiten und Empathie der Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger unverzichtbar waren, war das Transrapidunglück in Lathen am 22. September 2006, bei dem 23 Menschen zu Tode kamen und weitere zehn Menschen verletzt wurden.

Burgdorf nahm das Jubiläum zum Anlass, um nochmal zu betonen, dass die Einführung der Notfallseelsorge eine richtige und unerlässliche Entscheidung war. Auch der Umstand, dass das Land Niedersachsen das Thema der Psychosozialen Notfallversorgung (PSNV) für den Bereich der Einsatzkräfte sowie der Betroffenen als Fachdienst im Katastrophenschutzgesetz 2021 aufgenommen und mit einer landeseinheitlichen Besetzung geregelt hat, belege dies.

Der Landkreis Emsland unterstützt die Arbeit der Notfallseelsorger u. a. mit der Bereitstellung von Einsatzwesten und –jacken sowie mit der Ausstattung von Pagern zur Notfallalarmierung.

_____

Unser kostenloser Infoservice:

Ihr möchtet alle wichtigen News aus dem Emsland per WhatApp direkt auf Euer Smartphone bekommen? Dann klickt hier: 

Zum WhatsApp Kanal

Weitere News aus der Region