Projekt der Leitstelle Ems-Vechte soll zur Aktualisierung der Übersichtskarte von Defibrillatoren beitragen

Meppen (pm). In Deutschland erleiden jährlich schätzungsweise 65.000 Menschen einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand. Das entspricht etwa 178 Menschen pro Tag. Jede Minute zählt in solchen Notfällen und ein Automatisierter Externer Defibrillatoren (AED) in der Nähe kann die Überlebenschancen erheblich verbessern. Doch häufig sind die Standorte von Defibrillatoren nicht bekannt, nur schwer auffindbar oder die Geräte stehen nicht zu jeder Zeit zur Verfügung. Mit dem Projekt DEFI League sollen ab sofort öffentlich zugängliche AEDs in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim aktuell erfasst und ihre Verfügbarkeit verbessert werden.
Fabian Brand
Defibrillatoren wir hier im öffentlichen Raum sollen durch die DEFI League gelistet werden. (Foto: Landkreis Emsland)

Initiiert wird das Projekt von der Leitstelle Ems-Vechte in der Trägerschaft der Landkreise Emsland und Grafschaft Bentheim. DEFI League, ein Projekt der Arbeitsgemeinschaft präklinische Notfallmedizin e. V., soll auf spielerische Art dafür sorgen, AED-Standorte möglichst vollständig in einer öffentlich zugänglichen digitalen Karte abbilden zu können. „Die Beteiligung an der DEFI League bietet nicht nur die Möglichkeit, die öffentlich zugänglichen Defibrillatoren in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim systematisch zu erfassen, sondern auch dauerhaft aktuell zu halten. Zugleich stärkt das Projekt den ehrenamtlichen Einsatz der Bevölkerung und sensibilisiert für die Themen Wiederbelebung und Defibrillation“, sagen die Landräte Marc-André Burgdorf (Emsland) und Uwe Fietzek (Grafschaft Bentheim).

Das innovative Konzept DEFI League nutzt Elemente des Gamings und Crowdsourcings. Mit Wettbewerben und Belohnungen sollen Teilnehmende (angesprochen sind Personen ab 16 Jahren) motiviert werden, aktiv öffentlich zugängliche Defibrillatoren in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim in ihrer Nachbarschaft oder beispielsweise auf dem Schulweg zu suchen und auf der Internetplattform der DEFI League zu dokumentieren. Teilnehmende können sich dazu als sogenannte „Scouts“ registrieren und Defibrillatoren durch das Hochladen eines Fotos einschließlich der Standortdaten erfassen. Für die Erfassung neuer, bislang nicht registrierter Geräte werden Punkte vergeben. Ergänzend werden regelmäßig Sachpreise verlost.

Die so gesammelten Daten werden durch sogenannte „Guardians“ sichergestellt, die die eingehenden Meldungen prüfen und freigeben. „Auf diese Weise ist gewährleistet, dass nur gesicherte Angaben aufgenommen werden und die Karte zu einhundert Prozent verlässlich ist“, sagen Fietzek und Burgdorf. Die technische Betreuung und Weiterentwicklung der Plattform erfolgt durch das Entwicklerteam der DEFI League.

Die erste Preisverleihung der DEFI League soll am 17. April 2027 anlässlich der Feier zum zehnjährigen Bestehen der Mobilen Retter in den Landkreisen Emsland und Grafschaft Bentheim stattfinden. Die Mobilen Retter, speziell geschulte ehrenamtliche Ersthelferinnen und Ersthelfer, verkürzen die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes, indem sie Erste Hilfe leisten, die oftmals entscheidend ist. Eine aktualisierte Übersicht über die Standorte der Defibrillatoren kann im Notfall hier ein maßgeblicher Faktor sein.

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