Vier Vollzugsbeamte mit dem Fahrrad im Einsatz für das Kinderhospiz Löwenherz

Meppen/Lingen (pm). Das Kinderhospiz Löwenherz mit Hauptsitz in Syke kümmert sich am Standort Lingen nicht nur um schwerstkranke Kinder, sondern auch um deren Geschwister und Familien. Gemeinsam werden sie ehrenamtlich auf ihrem oft schweren Weg begleitet und mancherlei Highlight für sie organisiert, das ihnen ein Lächeln in die Gesichter zaubert.
Phil Gerdes
Drei der Radsportler (v.l.n.r.: Lennart Heege, Marko Mohr und Dieter Rolfes – es fehlt Stefan Fischer) überreichten den symbolischen Scheck über die großartige Summe von 15.656,00€ an Frau Wichert vom Kinderhospiz Löwenherz. Begleitet wurden sie dabei von den beiden stellvertretenden Anstaltsleitern Denis Patzker (2. von links) und Bernhard Saalfeld (3. von links) sowie Sven Beimesche von der Fa. Kuhr + Kuhr. (Foto: JVA Meppen)

Bereits vor zwei Jahren nutzten Kolleginnen und Kollegen der JVA Meppen beim Meppener Citylauf die Chance, um bei dem Sponsorenlauf viele Kilometer für den guten Zweck zu erlaufen und am Ende einen Scheck an das Kinderhospiz Löwenherz zu überreichen. Nunmehr hatten vier Justizvollzugsbeamte die auf den ersten Blick verrückt anmutende Idee, eine weitere Benefizaktion aus dem Boden zu stampfen.

Unter dem Motto „Pro Bono Justitia“ – „Für das Gute durch die Justiz“ stellten sie sich einer extremen Herausforderung: In nur fünf Tagen wollen sie auf ihren Rennrädern die über 1.100 Kilometer bis zum Gardasee bezwingen – komplett aus eigener Muskelkraft und ohne E-Bike-Unterstützung!

„Die Familien der erkrankten Kinder und auch die erkrankten Kinder selbst leisten sehr viel, weil Krankheiten bekämpft werden sollen, aber auch den Geschwisterkindern ein Familienleben ermöglicht wird. Wir wollen mit dieser Aktion diese Familien unterstützen“, so Dieter Rolfes, einer der vier Akteure, die für den guten Zweck in die Pedale traten. Viele Sponsoren konnten gewonnen werden, denn die gute Sache stand von Anfang an im Mittelpunkt.

Viele Zuschauer beim Start

Am 20.06.2026 ging es los. Der Startschuss für die Mammut-Tour fiel in Dalum. Was die vier Radfahrer vorab nicht wussten: Zahlreiche Kollegen, Familienmitglieder, Freunde und Vertreter von Löwenherz waren gekommen, um die Abfahrt gebührend zu begleiten.

Auf der langen Fahrt zum Gardasee gab es neben diversen Reifenplatzern, unbarmherziger Hitze und brennenden Muskeln aber auch wundervolle Landschaften und großartige Begegnungen. Gleich am ersten Abend, als die vier ihre Unterkunft ansteuerten, hatten bereits alle Geschäfte geschlossen. Auf einem Sportplatz waren jedoch einige Fußballfreunde versammelt, um gemeinsam das WM Spiel Deutschland: Elfenbeinküste zu schauen. Als die Radler fragten, ob sie vielleicht ein paar Getränke abkaufen könnten, wurden sie mit offenen Armen empfangen! Man schaute nicht nur zusammen das Spiel: Die Geschichte der vier Justizbeamten berührte die Sportfreunde so sehr, dass spontan ein Hut herumging und den Fahrern ein hübscher Betrag als Spende überreicht wurden.

Aufhören? Keine Option!

Je mehr Kilometer auf dem Tacho standen, desto größer wurde das Interesse von Freunden, Kollegen und Familien, die die Tour über den Social-Media-Kanal der JVA Meppen verfolgten. „Immer wieder wurden wir gefragt, wo man spenden kann“, so Marko Mohr. Und so stieg die Spendensumme unaufhaltsam weiter. „Wenn auf einmal jeder weiß, was du vorhast, willst du auf den letzten Kilometern erst recht nicht einpacken“, schmunzelt Lennart Heege. Also ging es weiter. Kilometer für Kilometer. Steigung für Steigung. Immer das Ziel vor Augen.

Einige Reifen mussten unterwegs geflickt werden, einige Blessuren verarztet, doch all das wurde gemeinsam gemeistert. Am Ende erreichten die vier glücklich den Gardasee. Die Belohnung am Abend? Eine wohlverdiente Pizza. Und am nächsten Tag ging es zur Regeneration nicht in die Eistonne, sondern direkt in die Fluten des Gardasees.

Ziel erreicht! Zwischen Start und Ziel liegen nun 1.164 km. (Foto: JVA Meppen)

Scheckübergabe am vergangenen Freitag

Am vergangenen Freitag trafen sich die Radfahrer mit einer Vertreterin des Kinderhospizes Löwenherz (Stützpunkt Lingen). Für die beeindruckende fünfstellige Spendensumme, die letztendlich auf dem Scheck stand, bedankten sich die Akteure herzlich bei allen Sponsoren, die das Projekt im Vorfeld unterstützten, sowie bei allen Spendern, die die Summe über die fünf Tage hinweg in die Höhe trieben.

Am Ende stand das überwältigende Ergebnis von 15.656,00 €!

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