Vor dem Abbruch gerettet: Der Bonifatius ist zurück an der Bonifatiusschule in Dalum

Geeste (pm). Als 2017 die ehemalige Bonifatiusschule an der Meppener Straße abgerissen wurde, wurde eine Sache gerettet: die Mosaik-Figur des Bonifatius, dem Namensgeber der Schule. Nach aufwändiger Restaurierung konnte das Kunstwerk vor Kurzem an der Bonifatiusschule wieder angebracht werden.
Fabian Brand
v.l.n.r. Dr. Martin Koers (Archivar der Gemeinde Geeste), Helmut Höke (Bürgermeister Gemein-de Geeste), Lydia Grewe (Schulleiterin Bonifatiusschule), Jürgen Niehus (Niehus Fliesen) sowie Leon Schwietering (Bauamt Hochbau Gemeinde Geeste). (Foto: Gemeinde Geeste)

Bereits seit 1962, aufgrund eines Beschlusses des damaligen Gemeinderates Dalum, wurde die „Volksschule für Schüler katholischen Bekenntnisses in Dalum-Dorf“ nach dem Benediktinermönch aus dem 7. Jahrhundert benannt. Gleichzeitig wurde Wilm Böing, ein hiesiger Künstler, beauftragt, ein Mosaik-Kunstwerk des Heiligen Bonifatius zu erstellen. Bei einer feierlichen Einweihung zur Fertigstellung des Erweiterungsbaus „Gebäude B“ wurde das Kunstwerk des Heiligen Bonifatius an der Giebelwand zur Meppener Straße angebracht.

Nach dem Bezug des Neubaus der Bonifatiusschule im Jahr 1994 an der Langen Straße 45 in Dalum wurde in den 2000ern ein Abbild in sandgestrahltem Stahl am Haupteingang angebracht. Als 2017 das alte Schulgebäude an der Meppener Straße abgerissen wurde, wurde eine Wand besonders behutsam bewegt: die Giebelwand mit dem Mosaik-Kunstwerk des Bonifatius.

Diese wurde einige Jahre beim Bauhof der Gemeinde Geeste aufbewahrt, bis sich ein geeigneter Restaurator finden konnte. In den letzten Monaten hat sich Fliesenlegermeister Jürgen Niehus sorgsam mit dem über 60 Jahre alten Kunstwerk beschäftigt und restauriert.

„Es ist großartig zu sehen, dass das Kunstwerk des Heiligen Bonifatius erneut einen Platz an der Bonifatiusschule erhalten hat. Rund 40 Jahre hat es das Dorfbild an der Meppener Straße geprägt, daher erkennen es einige wieder“, freut sich Bürgermeister Helmut Höke.

Hintergrundinfos zum Künstler Wilm Böing: Böing wurde 1919 in Stadtlohn geboren und absolvierte dort eine Bildhauerlehre bei dem Bildhauermeister Bernd Steggemann. Mit Beendigung der Militärzeit führte er nach dem Zweiten Weltkrieg seine Studienzeit an der Kunstschule Nienborg-Heek und der Werkkunstschule in Münster fort. 1961 zog Wilm Böing mit seiner Familie nach Lingen in die Baccumer Strasse. Im Garten hinter seiner Wohnung richtete er eine kleine Werkstatt ein, bis er 1970 in ein eigenes Haus mit größerem Atelier nach Ramsel übersiedelte. Ein enger Kontakt bestand zu dem Kunsthändler Hermann Blanke und dem Architekten Bernd Botterschulte. In der Zusammenarbeit mit Bernd Botterschulte, der viele Sakralbauten in der Region plante und ausführte, insbesondere für die Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen in Thuine, entstanden durch Böing zahlreiche künstlerische Arbeiten. Böing hat, einem Trend der 70er und 80er-Jahre folgend, viele Bronzereliefs mit religiösen Motiven angefertigt.

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