Wanderausstellung „Riga: Deportationen – Tatorte – Erinnerungskultur“ in Meppen zu besichtigen

Meppen. In den historischen Räumen der Arenbergische Rentei ist derzeit eine Ausstellung zu sehen, die bewegt, aufrüttelt und zum Nachdenken zwingt. Die Wanderausstellung „Riga: Deportationen - Tatorte - Erinnerungskultur“ erinnert an das Schicksal von rund 25.000 jüdischen Menschen, die in den Jahren 1941 und 1942 aus Deutschland nach Riga deportiert und dort ermordet wurden.
Matthias Brüning

Während eines Besichtigungstermins am Montagnachmittag begrüßten Gerd Gels, stellvertretender Bürgermeister der Meppen und Burkhardt Sonnenburg, Leiter des Stadtmuseums, die anwesenden Gäste im Beisein von Matthias Funke, erster Stadtrat der Stadt Meppen. In ihren Ansprachen betonten sie die besondere Verantwortung, die Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischer Verbrechen wachzuhalten – gerade auch auf kommunaler Ebene.

Erinnerung an ein verdrängtes Kapitel

Im Zentrum der Ausstellung stehen die Deportationen in das Ghetto von Riga sowie in die umliegenden Lager und Erschießungsorte. Mit historischen Fotografien, Dokumenten, Briefen und biografischen Porträts macht die Ausstellung deutlich, dass hinter der Zahl von 25.000 Ermordeten individuelle Lebensgeschichten stehen – Familien, Hoffnungen, Berufe, Träume.



Die systematische Verschleppung jüdischer Menschen aus deutschen Städten begann im Herbst 1941. In überfüllten Zügen wurden Männer, Frauen und Kinder in das besetzte Lettland gebracht. Viele von ihnen wurden unmittelbar nach ihrer Ankunft ermordet, andere starben an Hunger, Kälte, Zwangsarbeit oder bei Massenerschießungen in den Wäldern rund um Riga.

Ein Zeichen gegen das Vergessen

Die Ausstellung versteht sich nicht nur als historische Dokumentation, sondern als aktiver Beitrag zur Erinnerungskultur. Sie fragt danach, wie Gedenken heute gestaltet werden kann – in Schulen, in Städten und Gemeinden, im öffentlichen Raum.

„Erinnerung ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine Aufgabe“, betonte der stellvertretende Bürgermeister Gels in seiner Rede. Auch Sonnenburg hob hervor, dass Ausstellungen wie diese helfen, Geschichte greifbar zu machen und insbesondere junge Menschen für die Bedeutung von Demokratie und Menschenrechten zu sensibilisieren.


Neben Gerd Gels  (2.v.l.) begrüßte Burghardt Sonnenburg (li.) die anwesenden Gäste in der Arenbergischen Rentei.

Gerade in einer Zeit, in der antisemitische Tendenzen wieder sichtbarer werden, setzt die Ausstellung ein klares Zeichen: gegen das Vergessen, gegen Gleichgültigkeit – und für eine lebendige, verantwortungsbewusste Erinnerungskultur.

Raum für Begegnung und Dialog

Die Arenbergische Rentei bietet mit ihrem historischen Ambiente einen würdigen Rahmen für die Ausstellung. Besucherinnen und Besucher sind eingeladen, sich intensiv mit den dargestellten Schicksalen auseinanderzusetzen. Begleitveranstaltungen, Führungen und Gespräche vertiefen die Inhalte und eröffnen Raum für Austausch.



Mit der Präsentation der Wanderausstellung unterstreicht die Stadt Meppen ihr Engagement für eine aktive Gedenkarbeit. Die Ausstellung ist noch bis zum 27. März 2026 in der Arenbergischen Rentei (Obergerichtsstr. 14 in Meppen) zu sehen und richtet sich an Schulklassen ebenso wie an alle historisch Interessierten.

Sie macht deutlich: Erinnerung ist mehr als Rückblick – sie ist Verantwortung für Gegenwart und Zukunft.

Die Stadt Meppen war auf  Grundlage eines entsprechenden Antrags der CDU-Fraktion im Stadtrat im Dezember 2024 dem Deutschen Riga-Komitee beigetreten. Bürgermeister Helmut Knurbein betonte damals die Bedeutung dieses Schrittes: „Mit dem Beitritt zum Riga-Komitee stellen wir uns unserer historischen Verantwortung und erklären für die Stadt Meppen und ihre Bürgerinnen und Bürger: Wir werden nicht vergessen, was geschehen ist. Wir werden uns erinnern. Und das nicht als Pflichtübung, sondern als aktiven Teil unserer demokratischen Kultur.“ 

Fotos: Matthias Brüning

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