Neue Energie für Traumschiffe: E.ON und MEYER WERFT sorgen für weniger CO2 bei der Produktion

Papenburg (pm). E.ON und die MEYER WERFT haben heute eine langfristige Partnerschaft zur Umsetzung eines umfassenden Energiekonzepts für die Werftstandorte der MEYER Gruppe in Deutschland vereinbart. Ziel der Zusammenarbeit ist es, die CO₂-Emissionen der MEYER WERFT am Standort Papenburg in einem ersten Schritt bis zum Jahr 2030 um rund 25 Prozent (im Vergleich zum Basisjahr 2022) zu senken. Dafür sollen zunächst fünf Projekte zur Dekarbonisierung der Energieversorgung und der Produktionsprozesse umgesetzt werden.
Fabian Brand
Unterzeichnung der Rahmenvereinbarung durch Dermot Fleischmann (l., E.ON) und Jörg Heidelberg (r., MEYER WERFT). (Foto: Meyer Werft)

Grundlage der Zusammenarbeit ist ein Rahmenvertrag zwischen MEYER WERFT und E.ON, der die Basis für die Entwicklung und Umsetzung der konkreten Energieprojekte bildet. E.ON übernimmt im Rahmen der Partnerschaft die erforderlichen Investitionen in die Energieanlagen, während die MEYER WERFT die Infrastruktur auf Pachtbasis nutzt. Für die ersten Maßnahmen bis 2030 plant E.ON Investitionen von bis zu 38 Millionen Euro.

„Mithilfe eines starken Partners wie E.ON wollen wir bei der MEYER WERFT unseren Beitrag zur CO2-Redduktion leisten. Wir setzen dabei nicht nur auf die schrittweise Dekarbonisierung des Standortes und eine zukunftsfähige Produktion, sondern haben auch umweltfreundlichere Kreuzfahrtschiffe der Zukunft im Visier“, so Jörg Heidelberg, Chief Operating Officer der MEYER WERFT. Im Rahmen der Konzeptstudie „Vision“ entwickelt MEYER WERFT derzeit batterieelektrisch betriebene Kreuzfahrtschiffe.

Dermot Fleischmann, Chief Commercial Officer Germany bei E.ON Energy Infrastructure Solutions, ergänzt: „Die Dekarbonisierung der Industrie ist eine der zentralen Zukunftsaufgaben für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Entscheidend ist, dass neue Energielösungen nicht nur Emissionen reduzieren, sondern auch wirtschaftlich tragfähig sind. Dies zeigt unsere Partnerschaft mit der Meyer Werft. Gemeinsam entwickeln wir langfristige Projekte, um die industrielle Transformation wettbewerbsfähig und wirkungsvoll am Standort Papenburg umsetzen.“

Die Umsetzung der vorgesehenen Maßnahmen erfolgt schrittweise. Umfang, Zeitplan und Ausgestaltung hängen von weiteren Planungen sowie technischer, regulatorischer und wirtschaftlicher Voraussetzungen ab. In einem ersten Schritt haben die beiden Unternehmen fünf konkrete Projekte geplant:

  • Aufbau einer Landstromversorgung am Ausrüstungspier: Der an Bord produzierte Strom kann während des Probebetriebs von Schiffsmotoren und Stromgeneratoren aktuell nicht verwertet werden. E.ON und MEYER WERFT streben daher den Bau einer bidirektionalen Landstromversorgung an, die die Nutzung von Schiffstrom an Land und umgekehrt ermöglicht.  
  • Wärmepumpe statt Öl-Gas-Heizung: Eine neue Luftwärmepumpe soll perspektivisch die Gebäudeheizung, die aktuell auf einem Öl-Gas-Heizsystem basiert, ersetzen. Dazu soll das Gasleitungssystem in den Schiffbauhallen durch ein wassergeführtes System ersetzt werden.
  • Elektrische statt Gas-Heizstrahler: Künftig sollen elektrische Strahler zur Beheizung von Bauteilen zum Einsatz kommen, deren Energieverbräuche sich durch eine bedarfsgerechte Steuerung optimieren lassen. Diese ersetzen die derzeit verwendeten Gas-Heizstrahler.
  • Erneuerung der Lüftungsanlage: Der Austausch der Lüftungsanlage bietet durch Wärmerückgewinnung und Optimierung der Luftverteilung großes Potenzial zur Effizienzsteigerung.
  • Installation einer Photovoltaik-Dachanlage: Auf einer Dachfläche von 24.500 Quadratmetern soll eine Photovoltaik-Anlage mit rund fünf Megawatt Peak errichtet werden, die Solarstrom für den direkten Einsatz im Werksstandort erzeugt.

 

Mit der Vereinbarung setzen beide Unternehmen auf eine langfristige Zusammenarbeit, um CO2-Emissionen schrittweise zu reduzieren und zugleich die industrielle Zukunftsfähigkeit des Werftstandorts Papenburg zu stärken. Die geplanten Maßnahmen sind jedoch nicht auf einen Ort beschränkt. Für den Standort Rostock-Warnemünde der NEPTUN WERFT, die ebenfalls Teil der MEYER Gruppe ist, sind vergleichbare Projekte bereits in Planung.

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