Geplantes Krematorium im Ortsteil Aschendorf der Stadt Papenburg – Stadt und Politik setzen auf Transparenz und Dialog

Papenburg (pm). Die Stadt Papenburg hat gemeinsam mit einem potenziellen Vorhabenträger, der Facultatieve Deutschland GmbH, erste Überlegungen für die Errichtung eines Krematoriums im Stadtgebiet aufgenommen. Das Projekt wurde bei einem Bürgerinformationsabend in Aschendorf an der Heinrich-Middendorf-Oberschule rund 300 Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt. „Ziel ist es, frühzeitig und transparent über das Vorhaben zu informieren und mit den Bürgerinnen und Bürgern aktiv ins Gespräch zu kommen“, hieß es im Vorfeld zur Ankündigung aus dem Rathaus und dem Ortsrat Aschendorf.
Fabian Brand
Rund 300 Bürgerinnen und Bürger besuchten die Informationsveranstaltung zum geplanten Krematorium. (Foto: Stadt Papenburg)

Bürgermeisterin Vanessa Gattung und Ortsbürgermeisterin Marion Terhalle begrüßten die Interessierten. „Ich freue mich sehr über das große Interesse und den sachlichen Austausch mit den Bürgerinnen und Bürgern. Es ist mir ein wichtiges Anliegen, dass wir offen über das Vorhaben sprechen und alle Fragen ernst nehmen“, sagte Bürgermeisterin Vanessa Gattung. Auch Ortsbürgermeisterin Marion Terhalle betonte: „Die Beteiligung der Menschen vor Ort ist uns im Ortsrat sehr wichtig. Eine Informationsveranstaltung fand auf Wunsch des Ortsrates statt, noch bevor es zu politischen Beschlüssen kommt.“

Nach den Begrüßungsworten haben die Vertreter des Vorhabenträgers mit einer Präsentation die bisherigen Pläne zum Krematorium erläutert. Danach folgte eine offene Fragerunde, in der die Bürgerinnen und Bürger Anmerkungen, Hinweise und Meinungen teilen konnten. Die Vertreter der Facultatieve Deutschland GmbH, Christian Strentzsch, Leiter des Geschäftsbereichs Stadtentwicklung der Stadt Papenburg, sowie die Bürgermeisterin und die Ortsbürgermeisterin stellten sich gemeinsam den Fragen.

In Backsteinarchitektur soll ein Gebäude entstehen, das Parallelen zu bestehenden Bauwerken in Papenburg und Aschendorf aufweist. (Foto: Fakultatieve Deutschland GmbH)

Eine Zusammenfassung der Fragen hat die Stadtverwaltung in Form eines FAQ-Dokuments (Frequently Asked Questions – häufig gestellte Fragen) auf der Website der Stadt Papenburg und in der Papenburg-App veröffentlicht.

Hintergrund des Vorhabens ist eine veränderte Bestattungskultur: Der überwiegende Teil der Bestattungen erfolgt heute als Feuerbestattung. Gleichzeitig wünschen sich viele Menschen einen persönlichen und würdevollen Abschied. Ein wohnortnahes Angebot kann Angehörige entlasten, lange Wege zu weiter entfernten Krematorien vermeiden und für Planungssicherheit sorgen.

Der in Betracht gezogene Standort in Aschendorf an der Emsstraße nahe der B70 wurde anhand klarer Kriterien ausgewählt. Dazu zählen eine ruhige Lage außerhalb dichter Wohnbebauung, eine gute verkehrliche Erreichbarkeit ohne zusätzliche Belastung der Wohnstraßen sowie eine bereits vorhandene infrastrukturelle Erschließung. Zudem besteht ein deutlicher Abstand zu sensiblen Nutzungen wie Schulen oder Kindertagesstätten. Bevor dieser Standort favorisiert wurde, prüfte die Stadtverwaltung bereits mehrere Alternativen im Stadtgebiet.

Besonderes Augenmerk liegt auf Umwelt- und Immissionsschutz. Der Betrieb eines Krematoriums unterliegt strengen gesetzlichen Vorgaben. Vorgesehen ist der Einsatz modernster Abgasreinigungstechnik, bei der die geltenden Grenzwerte deutlich unterschritten werden. Eine kontinuierliche Überwachung der Emissionen ist Bestandteil des Konzepts. Geruchs-, Lärm- oder Nachtbelastungen sind nach aktuellem Planungsstand nicht zu erwarten.

Auch die architektonische Gestaltung ist auf Zurückhaltung und Regionalität ausgelegt. In Backsteinarchitektur soll ein Gebäude entstehen, das Parallelen zu bestehenden Bauwerken in Papenburg und Aschendorf aufweist.

Die Stadt Papenburg betont, dass sich das Vorhaben derzeit in einer frühen Phase befindet. Entscheidungen sind noch nicht getroffen. „Wir befinden uns am Anfang eines offenen Prozesses. Es muss weiterhin ein intensiver Austausch mit der Facultatieve Deutschland GmbH und der Politik stattfinden“, unterstrich Bürgermeisterin Vanessa Gattung abschließend.

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